Umbau-Zuschuss lässt auf sich warten

Kindergarten St. Vitus

Der Stachel der Kostenexplosion beim Umbau des Jakobus-Kindergartens in Oeding sitzt offenbar tief. Aus diesem Grund wollte der Gemeinderat am Mittwochabend noch keine Förderzusage für den geplanten Ausbau der U3-Kinderbetreuung und den Umbau des St.-Vitus-Kindergartens in Südlohn abgeben. Quer durch alle Fraktionen beklagten die Ratsmitglieder fehlende Transparenz in den Planungen und zerstörtes Vertrauen.

SÜDLOHN

, 26.09.2014, 11:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dem St.-Vitus-Kindergarten steht im nächsten Jahr ein Umbau für die Betreuung jüngerer Kinder bevor.

Dem St.-Vitus-Kindergarten steht im nächsten Jahr ein Umbau für die Betreuung jüngerer Kinder bevor.

Schlottom begründete diese Vorgehensweise mit den Förderrichtlinien. Die Umbaukosten beziffert die Kirchengemeinde als Träger auf 685 000 Euro. Knapp 130 000 Euro erhofft sich der Träger als Zuschuss vom Land. 200 000 Euro soll die Gemeinde Südlohn beisteuern. Für den Neubau der Zwei-Gruppen-Anlage durch einen Privatinvestor kommen weder auf den Träger noch auf die politische Gemeinde Kosten zu, wohl aber für die Ersteinrichtung. Diese Kosten in Höhe von 100 000 Euro sollen sich nach Vorgesprächen Gemeinde und Träger je zur Hälfte teilen. In der Ratsdebatte sprach Johann Brüning (SPD) von „böhmischen Dörfern“. Ihm sei „das Ganze „suspekt“, weil er den Investor nicht kenne. Der Name wurde daraufhin in nichtöffentlicher Sitzung genannt.

Hermann-Josef Frieling bezeichnete das Verfahren als „höchst intransparent“. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde den Ausbau der Kinderbetreuung in Südlohn und Oeding ursprünglich mit 100 000 Euro je Kindergarten fördern wollte. „Jetzt liegen wir insgesamt bei 400 000 Euro. Das ist eine Kostensteigerung um 100 Prozent.“ Muss das bestehende Kindergartengebäude so aufwendig umgebaut werden? Kann es günstiger sein, andere Wege zu gehen und auf die Landesförderung zu verzichten? Diese Fragen kamen aus allen Fraktionen. „Wir brauchen alternative Szenarien, um eine Entscheidung treffen zu können“, erklärte Jörg Battefeld (UWG). Und Maik van der Sand (Grüne) beklagte: „Aufgrund der Historie haben wir Bauchschmerzen. Wir wissen noch zu wenig. Die 685 000 Euro Umbaukosten sind nicht nachvollziehbar.“ Bürgermeister Christian Vedder schlug daraufhin folgende Vorgehensweise vor: In einem Gremium aus Ratsmitgliedern sollen die Pläne vor der nächsten Ratssitzung im Detail vorgestellt werden.

Außerdem sollen in der nächsten Ratssitzung am 22. Oktober Vertreter des Kreisjugendamtes, der Kirche und Baufachleute eingeladen werden, um noch offene Fragen zu klären. Diesem Vorschlag folgte der Rat einstimmig. Herbert Schlottbom machte deutlich: „Es gibt einen Zeitdruck, wegen der Landesförderung und wegen der Kinder, um die es ja schließlich geht. Wir brauchen eine Entscheidung.“ Der Umbau des Vitus-Kindergartens soll bis Ende 2015 fertiggestellt sein.

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