Gleich mehrere Unfälle ereigneten sich 2020 auf der Achse in Richtung der Niederlande, speziell im Ortskern Oeding. Im Bereich der Einmündung zur Mühlenstraße gab es gleich zwei Unfälle. Besondere Unfallschwerpunkte lassen sich mit dem Unfallatlas aber nicht ausmachen. © Markus Gehring
Unfallstatistik 2020

Unfälle: Das sind die gefährlichsten Straßen in Südlohn und Oeding

In Südlohn und Oeding verunglückten im Vorjahr mehr Personen im Straßenverkehr als 2019. Kreisweit eine auffällige Entwicklung. Ob es auch Unfallschwerpunkte gab, das zeigt der Unfallatlas.

Ein wenig gegen den Trend waren die Zahlen, die die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2020 für Südlohn auswies. Während die Durchschnittszahlen im Kreis Borken rückläufig waren – nicht zuletzt, weil es durch die Coronapandemie weniger Verkehr auf den Straßen gegeben hatte –, nahmen die Zahlen in Südlohn in einigen Kategorien sogar zu (wir berichteten).

So wurden 2020 unter anderem 28 Unfälle mit Personenschaden in Südlohn verzeichnet. Neben einem Unfall mit Todesfolge gab es 6 mit Schwerverletzten (2019: 4) und 21 mit Leichtverletzten (2019: 22). Wo exakt die Unfälle stattfanden und ob es bestimmte Rückschlüsse durch Häufigkeiten gibt, das spiegelt der Unfallatlas des Landesbetriebs IT.NRW wider.

Die Statistiker greifen dabei auf die geographischen Koordinaten der Polizei zurück, die diese bei der Unfallaufnahme festhalten. Die Bilanz präsentiert allein Ereignisse mit Personenschaden. Rund 90 Prozent aller Unfälle seien abgebildet, teilt man mit.

Markante Häufung auf der Achse Richtung Holland

Auffällig: Die roten Punkte in der Übersichtskarte mehren sich 2020 im Kern des Ortsteils Oeding und weisen eine deutliche Häufung gegenüber dem Vorjahr aus. Gleich sieben Unfälle mit Personenschaden gab es 2020 auf der Achse Jakobistraße (B 70) ab Abzweig K 21 Richtung Südlohn und Winterswyker Straße bis zur Grenze. Auf dieser Verbindungsstraße herrscht naturgemäß auch viel Verkehr. Eine mögliche Erklärung.

Eine Tendenz für eine markante Unfalllage lässt sich daraus aber nicht ableiten. Die Spanne reicht vom Pkw-Unfall mit Schwerverletztem über den Alleinunfall eines Kraftrades bis hin zum Alleinunfall eines Radfahrers.

Entlang des innerörtlichen Bereichs auf dieser Achse passierten gleich zwei Unfälle zwischen Pkw und Rad. Das lässt dann doch einen Rückschluss zu, der im allgemeinen Trend liegt: Im Ortsbereich von Oeding gab es insgesamt sechs Unfälle mit Fahrradbeteiligung und Personenschaden. Davon betroffen waren auch die Stichstraßen rund um Grundschule und Kindergarten, dabei überwiegend im Kreuzungsbereich.

An den Punkten, an denen Rad- und Pedelecfahrer oder Fußgänger Pkw begegnen, steigt die Unfallgefahr.
An den Punkten, an denen Rad- und Pedelecfahrer oder Fußgänger Pkw begegnen, steigt die Unfallgefahr. © Markus Gehring © Markus Gehring

Dass Unfälle gerade mit Beteiligung von Radfahrern – und vor allem Pedelec-Nutzern – im Rahmen der allgemeinen Entwicklung liegen, das weiß auch Matthias Lüke, Fachbereichs Ordnung und Soziales. „Leider.“

Weniger Unfälle mit Personenschaden im Ortsteil Südlohn

Deutlich weniger Unfälle mit Personenschaden insgesamt und auch mit Beteiligung von Fahrrädern im Speziellen gab es im Ortsteil Südlohn. Letztere ereigneten sich an Stellen, an denen sich Pkw und Fahrräder kreuzen – zum Beispiel am Kreisverkehr Eschlohner Straße/Eichendorffstraße – dort endet in der Nähe der Fahrradweg – und im Kreuzungsbereich L 572/Eschstraße. An einem weiteren Kreisverkehr, jenem an der L 572 und der Straße Am Vereinshaus, gab es einen Pkw-Unfall.

Echte Schwerpunkte gab es 2020 keine: Zwei Unfälle ereigneten sich am Abzweig Jakobistraße (B 70)/K 21, ebenso zwei rund um die Einfahrt Mühlenstraße auf der Jakobistraße in Oeding.

Schwerpunkte hätten sich auch bei der Verkehrsschau im Jahr 2020 nicht herauskristallisiert, wie Matthias Lüke berichtet. Im Rahmen derer fahre man heraus und schaue sich gewisse Stellen an: „Darunter fallen häufig Begegnungspunkte zwischen Pkw und Rad oder auch Pkw und Fußgänger. Natürlich werden auch Schulen, Kindergärten und Bushaltestellen besucht“, berichtet Lüke.

Vereinzelt gab es 2020 übrigens auch Unfälle im Außenbereich, darunter einen Zusammenstoß eines Pkw mit einem Güterkraftfahrzeug auf dem Vredener Dyk (B 70).

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