Unsichere Zeiten für die Südlohner Landwirte

Landwirtschaft in Südlohn

„Brexit, Bio und Bürokratie“ – die drei großen „B“ machen den Landwirten das Leben schwer

von Susanne van den Bosch

Südlohn

, 13.02.2019, 21:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ernste Mienen bei (v.l.) Ludger Schulze-Beiering, Ludger Rövekamp, Andreas Hemker (Fachberater Agrarwirtschaft ), Christian Hardt (stellvertretender Vorsitzender Ortsverband Südlohn-Oeding), Dieter Valtwies (Vorsitzender Ortsverband Südlohn-Oeding) und Bürgermeister Christian Vedder. foto van den Bosch

Ernste Mienen bei (v.l.) Ludger Schulze-Beiering, Ludger Rövekamp, Andreas Hemker (Fachberater Agrarwirtschaft ), Christian Hardt (stellvertretender Vorsitzender Ortsverband Südlohn-Oeding), Dieter Valtwies (Vorsitzender Ortsverband Südlohn-Oeding) und Bürgermeister Christian Vedder. foto van den Bosch © Susanne van den Bosch

Großes Interesse fand die Winterversammlung der Landwirte vom Ortsverband Südlohn-Oeding im Haus Terhörne. Wie ein roter Faden zog sich immer wieder das Thema „Unsicherheit“ durch die Beiträge des Abends. Unsicherheit, weil niemand abschätzen kann, wie die Verhandlungen um den Brexit ausgehen. Eines ist wohl klar: Ein ungeregelter Austritt der Briten aus der EU hat einen enormen Einfluss auf die Preise, zum Beispiel die der Milch, da ein erheblicher Absatzmarkt für die Molkereien wegfällt. Weiter fragten sich die Landwirte, inwieweit Deutschland vor einem großen wirtschaftlichen Wandel steht.

Die Landwirte stehen unter anderem unter erheblichen Druck durch die Verbraucher. Zum einen sollen sie umweltfreundlich und tiergerecht produzieren, zum anderen darf dieser „Luxus“ aber beim Preis nicht ins Gewicht fallen. Auch der Gesetzgeber sei bei diesem Problem nicht sonderlich hilfreich, wie Ludger Schulze-Beiering vom Kreisverband zusammenfasste: „Die in Berlin begreifen unsere Probleme nicht.“ Der Einfluss der Befürworter von Bioprodukten, wobei der Begriff „Bio“ nicht geschützt ist, sei erheblich.

Finanzieller Kraftakt für die Landwirte

Es werde ein finanzieller Kraftakt, dieser Bewegung eine realistische und dazu eine ebenso umweltfreundliche Alternative zu bieten, die zudem auf stabilen und belastbaren Argumenten und Fakten fußt. „Es ist doch unfassbar, dass jeder tiergerechte Aufzucht seines Fleischproduktes fordert, aber jeder nach den preiswerten Produkten des Discounters greift‘“, legte Ludger Schulze-Beiering dar.
Darüber hinaus erschwerten viele bürokratischen Fallstricke das Leben der Landwirte, die oft nach kurzer Einführung und Evaluierung wieder durch neue Regeln ersetzt würden. Dies mache Investierungen nur mit erhöhtem Risiko durchführbar.

Bei der Präsentation von Ludger Rövekamp (Beratungsleitung Westmünsterland der Landwirtschaftskammer) wurde deutlich, dass beim Wasserschutz beziehungsweise bei der Nitratbelastung ein gewaltiger Fortschritt erzielt worden ist. Die Idee, um die Landwirtschaft in anderen Teilen der Welt anzusiedeln ist sicher auch keine Option, da dort zum einen die Umweltbedingungen weniger geschützt sind und zum anderen der Transport der Waren wieder für Kosten und Umweltbelastungen führt. „Die Landwirtschaft muss in Deutschland bleiben“, forderte Ludger Rövekamp und bot seitens der Landwirtschaftskammer den Landwirten auf vielen Gebieten Unterstützung an.

Bürgermeister Christian Vedder schloss sich diesem Angebot mit den Worten an: „Für Fragen und Probleme der Landwirte steht meine Tür für jeden jederzeit offen.“

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