Vedder wünscht sich klare Ansagen

Infoabend zu Flüchtlingen

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt die Gemüter angesichts der angekündigten Schließung der Notunterkunft und der folgenden Unterkunftsverpflichtung der Gemeinde von "zugewiesenen Flüchtlingen". Heute Abend findet eine Informationsveranstaltung statt, bei der Bürgermeister Christian Vedder dazu Rede und Antwort steht. Er setzt dabei auf "klare Ansage".

SÜDLOHN

, 27.01.2016, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Jakobihalle in Oeding fungiert als Notunterkunft. Das DRK ist Betreiber.

Die Jakobihalle in Oeding fungiert als Notunterkunft. Das DRK ist Betreiber.

"Ich möchte schon, dass bei der Veranstaltung auch Sorgen und Ängste formuliert werden", sagte Christian Vedder gestern im Telefonat mit der Redaktion. "Mit klarer Ansage kann ich gut leben." Der Südlohner Bürgermeister informiert am Donnerstagabend ab 19 Uhr in der Aula der Roncallischule, Doornte 23, und beantwortet Fragen rund um das Thema Flüchtlingsunterbringung in Südlohn und Oeding.

Anlass: die anstehende Aufgabe der Notunterkunft in der Jakobihalle in Oeding. Vedder will die aktuelle Situation darstellen, aber auch "ein Bild bekommen von den Eindrücken unserer Bürger."

Sicherheitsdienst

Nach seiner Einschätzung "ist die objektive Sicherheitslage eigentlich okay". Ihm sei aber bewusst, dass das subjektive Sicherheitsempfinden vor dem Hintergrund der Silvester-Übergriffe in mehreren Städten ein anderes sei. "Das verstehe ich."

Die Gemeinde habe darum zum bevorstehenden Kappenball in der Reithalle einen Pendelbus organisiert, der laufend hin und her fahren soll, "damit keiner lange allein da steht". Auch ein Sicherheitsdienst werde auf Kosten der Gemeinde bereit gestellt.

Große Herausforderung

Er stelle fest, dass die Stimmung in der Gemeinde bislang nicht gekippt sei. "Die Unterstützungsbereitsschaft ist nach wie vor groß und gut." Allerdings bleibe die Unterbringung und Integration der Asylsuchenden eine große Herausforderung.

Die Zuweisung der Flüchtlinge erfolge nach dem so genannten Königssteiner Schlüssel, erklärte Vedder. Dieser richtet sich nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl. Die Quote wird jährlich neu ermittelt. Im Jahr 2015 hatte NRW die höchste Quote. Er gehe davon aus, dass der Schlüssel im laufenden Jahr noch ändere. Für die Gemeinde bedeute das eine voraussichtliche Aufnahme von 250 bis 300 Personen bis Jahresende. Aktuell müsste die Gemeinde 193 Personen aufnehmen - ab Monat März für Monat jeweils etwa 24.

Mehr Personal nötig

Für die Gemeinde bedeutet das auch einen zusätzlichen Personalbedarf, in der Verwaltung und im Sozialamt. Vedder: "Wir brauchen einen Sozialarbeiter für die Integrationsarbeit." Zurzeit leben 63 Zugewiesene in der Gemeinde. 14 Wohnungen an neun Standorten hat die Gemeinde dafür zur Verfügung. Die Notunterkunft steht leer. Die Gemeinde suche nach weiteren Möglichkeiten, "nach wie vor versuchen wir, dezentral unterzubringen".

Neuester Ansatz: Ein Neubau mit vier Wohneinheiten für bis zu 16 Personen Gesamtbelegung, der später als Sozialwohnungsbau genutzt werden könne - "unter Einhaltung der energetischen Standards und entsprechender Größe". Das wolle er im März im Rat einbringen. "Die höheren Anschaffungskosten fallen natürlich zunächst ins Auge", so Vedder. "Aber man hat einen Wert geschaffen."

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