Theo Pass (l.) und Freddy Bomers wollen mit dem Burggarten einen neuen Akzent setzen, um Oeding weiter nach vorne zu bringen. 2022 wollen die beiden dann richtig durchstarten. © Michael Schley
Gastronomie

„Verrückter Wirt“ testet Burggarten mit 50 Biersorten: „Die Leute feiern es“

Der Burggarten soll die Lücke zwischen Burghotel und „Olle Hues“ füllen, nicht nur räumlich. Theo Pass und Freddy Bomers probieren im Testbetrieb noch viel aus. 2022 starten sie dann durch.

Auch wenn sie sich noch „im Testbetrieb“ befinden – Theo Pass und Freddy Bomers sprühen nur so vor Energie. Mit dem Burggarten wollen die beiden die Achse zwischen Burghotel und „Olle Hues“ am Burgring vollenden – und ihr Dorf Oeding „nach vorne bringen“. „Dafür braucht es verrückte Wirte – und dafür ist Theo bekannt. Und ein wenig verrückt bin ich auch“, erklärt Freddy Bomers und lacht. Letzterer werde der Mann für Burggarten und „Olle Hues“ sein, spielt Theo Pass vom Burghotel den Ball zurück.

Dass Freddy Bomers diese Berufung gefunden hat, ist ein Stück weit dem Zufall zuzuschreiben. „Sieben Jahre waren wir in der Gastronomie auf Norderney tätig, ein Knochenjob“, berichtet er. Im April habe er mit seiner Frau dann im Burghotel gesessen – und von der Idee des Burggartens erfahren. „Warum nicht nach Oeding?“, hat er sich gedacht, nicht zuletzt zum Wohle der Kinder. Und noch vor Beginn der Hauptsaison auf der Insel. Ein Haus wurde gefunden, seitdem geht er in der Aufgabe auf.

Erste Anlaufversuche stoßen auf große Resonanz

Die ersten Anlaufversuche – unter anderem mit dem Public Viewing zur Fußball-EM – waren durchweg positiv: „Wir probieren aktuell noch vieles aus, die Leute feiern es“, so Theo Pass. Ab 2022 wollen die beiden dann Vollgas geben. Dass man nicht früher durchstarten kann, liegt auch an den aktuell bekannten Lieferengpässen – zum Beispiel bei den Lounge-Möbeln, die das Konzept abrunden sollen.

Der Burggarten soll die gesamte Familie ansprechen, es gibt auch eine kleine Sandecke. Am Abend darf dann ein wenig gefeiert werden, bevor es in die Kneipe nebenan geht.
Der Burggarten soll die gesamte Familie ansprechen, es gibt auch eine kleine Sandecke. Am Abend darf dann ein wenig gefeiert werden, bevor es in die Kneipe nebenan geht. © Michael Schley © Michael Schley

Während der EM-Übertragungen habe man geschaut, was möglich ist: „Und es ist einiges möglich“, hat Freddy Bomers erkannt. Die großzügige Rasenfläche, Sandecke, Liegestühle und eine „Lounge-Atmosphäre“ seien das eine, aber auch der Inhalt muss stimmen.

„Du musst heute schon etwas Besonderes bieten“, betont Theo Pass. Und das tun die beiden: Allein 50 Biere haben sie im Ausschank, davon 45 alkoholische. Ausschließlich Flaschenbier, um Glasbruch zu vermeiden. Warum 50 Biere? „Flaschenbier kann ich auch zuhause im Garten trinken, aber nicht 50 verschiedene“, erklärt Bomers.

Je ein Bier- und Cocktail-Container im Angebot

In einem weiteren Container bietet das Team Cocktails an, ebenfalls sicher in Acrylbechern. Dabei setze man Akzente mit zum Beispiel hochwertigen Gin-Sorten, das Flair im Schatten der Burg solle aber erhalten bleiben. „Dazu haben wir Pflanzkübel oder auch Sandsteine aus eigenem Bestand eingebaut“, so Theo Pass.

Die Atmosphäre soll betont entspannt sein. Theo Pass (l.) und Freddy Bomers, der für den Burggarten hauptverantwortlich zeichnen wird, setzen dabei auf nicht weniger als 50 Biersorten im Angebot.
Die Atmosphäre soll betont entspannt sein. Theo Pass (l.) und Freddy Bomers, der für den Burggarten hauptverantwortlich zeichnen wird, setzen dabei auf nicht weniger als 50 Biersorten im Angebot. © Michael Schley © Michael Schley

Maßgeblichen Einfluss auf die Idee zum Burggarten habe zweifellos die Coronakrise gehabt, meint Theo Pass: „Die hat auch in der Gastronomie vieles auf links gedreht.“ Mehr in den Fokus sei entsprechend die Außengastronomie gerückt – weil in diesen Zeiten „dort einfach mehr möglich ist“.

Geplant hatte man auf der Fläche eigentlich ein Wohnhaus, die Pläne hat Theo Pass schnell verworfen: „Was sollen die Leute denn denken: Ich muss sechs Monate die Türen schließen, baue aber ein Haus?!“ Und so entwickelte sich mehr und mehr die Idee zum Burggarten.

Am späten Abend geht’s weiter ins „Olle Hues“

Und dieser soll Burghotel und „Olle Hues“, die Cocktail-Kneipe, nicht nur räumlich verbinden. „Wir wollen den Tag dort gegen 22, 23 Uhr ausklingen lassen. Dann können unsere Hotelgäste entscheiden, ob sie sich zurückziehen. Oder sie ziehen mit den anderen Gästen weiter in die Kneipe“, erklärt Freddy Bomers. So entspannt, wie sich die Gäste im Burggarten fühlen sollen, seien übrigens auch die Nachbarn: „Einfach klasse.“

Aktuell öffnet der Burggarten donnerstags und freitags ab 18 Uhr – dann eher als „Afterwork-Angebot“, so Theo Pass –, am Samstag und Sonntag schon ab 14 Uhr. „Wenn die Witterung nicht mitspielt, geht’s sofort ins ‚Olle Hues‘“, ergänzt Freddy Bomers. Ein „weiteres Stück Dorfkern“ profitiere nicht zuletzt von seiner strategisch günstigen Lage: Ein Radweg-Knotenpunkt liegt gleich nebenan.

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