Viele helfen bei Integration der Flüchtlinge

Gemeinde legt Bericht vor

Flüchtlinge gut zu integrieren, das stellt jeden Ort vor eine große Herausforderung. Wie geht die Gemeinde Südlohn damit um? Eine Antwort auf diese Frage gab es jetzt im Sozialausschuss.

SÜDLOHN

, 13.12.2016, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Sommerfest des Südlohner Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus führte 2015 zum Maislabyrinth. Zahlreiche Asylbewerber-Familien waren der Einladung gefolgt.

Das Sommerfest des Südlohner Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus führte 2015 zum Maislabyrinth. Zahlreiche Asylbewerber-Familien waren der Einladung gefolgt.

Eines verdeutlichte sich im Bericht der Verwaltung: Es gibt einen zeitlichen Einschnitt, der in diesem Jahr die Bedingungen für Integration geändert hat. Die Jakobihalle dient seit März nicht mehr als Notunterkunft. Die Zuweisung neuer Asylbewerber war bis dahin ausgesetzt worden, danach sollten wieder Asylsuchende in die Gemeinde kommen. Damit einhergehen bestimmte Notwendigkeiten, um die sich die Verwaltung kümmern muss. Das gilt zuvorderst für die Bereitstellung von Wohnraum. Aber auch Plätze in Kindergärten und Schulen werden benötigt, um die Familien zu integrieren.

Die Gemeinde stellte sich darauf ein. Sie hat seit Ende vergangenen Jahres zwölf Häuser zusätzlich angemietet oder gekauft. 23 Immobilien stehen damit insgesamt zur Unterbringung zur Verfügung, berichtete die Verwaltung. Damit allein war es aber nicht getan. Die Gemeinde habe bis Juli in einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Fachabteilungen die Zeit genutzt: Die Unterkünfte wurden beschafft, renoviert und mit der nötigsten Einrichtung ausgestattet.

Hohe Erfüllungsquote

Zehn Asylbewerber kamen in der Folge wöchentlich nach Südlohn und Oeding. Die Kommune erreichte damit eine Erfüllungsquote von 97,02 Prozent. Rund 160 Asylbewerber leben derzeit in den beiden Ortsteilen (siehe gesonderte Infobox).

Ein großes Lob gab es für die Arbeit der beiden ehrenamtlich tätigen Organisationen, die sich mit ihren Integrationshelfern zusätzlich um die Menschen kümmern. "Sie helfen uns ungemein", sagte Bürgermeister Christian Vedder und gratulierte zum Ehrenamtspreis, den die Gruppen als Anerkennung für ihren besonderen Einsatz erhalten haben (wir berichteten). Maria Bone-Hedwig (CDU) bekundete große Hochachtung vor den Ehrenamtlern und konnte dabei die übrigen Ausschussmitglieder wohl an ihrer Seite wissen.

Positive Zusammenarbeit

Franz-Josef Rickers für den Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus und Gewalt - für Toleranz aus Südlohn und Oeding sowie Jansen vom Verein Miteinander in Südlohn und Oeding erhielten dazu in der Sitzung des Ausschusses das Wort. Sie stellten kurz vor, mit welchen Aktivitäten sie sich darum bemühen, den Flüchtlingen die Integration zu erleichtern. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde habe sich positiv entwickelt.

Rickers und Jansen betonten auch, dass beide zum Wohle der Menschen an einem Strang ziehen. Sie warben bei dieser Gelegenheit auch um weitere Mitstreiter: Gerade aus der jüngeren Generationen erhoffen sie sich noch weitere personelle Unterstützung.

Integrationskonzept

Die Arbeit geht an vielen Stellen weiter - das verdeutlichte sich auch an anderen Punkten. So wird es zum Beispiel weiterhin darum gehen, die Flüchtlingsfamilien schrittweise an die Betreuung von Kindern im Vorschulalter heranzuführen, berichtete Herbert Schlottbom von der Gemeindeverwaltung. Einher damit geht die Schaffung der entsprechenden Platzkapazitäten.

Schlottbom hatte auf eine Nachfrage von Hermann Damm (Grüne) erklärt, dass sich die Gemeinde am Integrationskonzept des Kreises Borken orientiere. Bürgermeister Vedder machte aber auch deutlich, dass es bei allem zunächst um viele ganz praktische Fragen ging: "Papier ist geduldig. Wir haben erst mal die Arbeit gemacht."

 

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