Von schrecklichen Müttern und geschrumpften Lehrerinnen

Lesung in Grundschulen

Woher kommen ihre Ideen? Wieviele Bücher hat sie schon geschrieben? Wo schreibt sie am liebsten? Wie lange braucht sie für ein Buch? Und hat sie schon in der Schule gerne geschrieben? Die Viertklässler der St. Vitusgrundschule fragten Sabine Ludwig am Dienstag förmlich Löcher in den Bauch.

SÜDLOHN/OEDING

von Von Stephan Teine

, 05.04.2011, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ideen zu den Büchern kommen ihr dabei im Alltag. „Dabei führe ich eigentlich ein ganz langweiliges Leben“, schilderte sie. Sie habe Flugangst, sei noch nie aus Europa herausgekommen und sitze eigentlich den ganzen Tag am Schreibtisch, so Ludwig, die neben eigenen Kinderbüchern auch Übersetzungen anderer Kinderbücher schreibt. In ihren Büchern gehe es immer um eigentlich sehr ernste Themen, die jedoch sehr lustig verpackt seien. „Ich schreibe meine Bücher als Mogelpackungen“, so die Autorin, „der Leser soll erst auf den zweiten Blick merken, wie ernst die Geschichten sind.“ Ein Schüler fragte, wie sie denn soviel schreiben könne – schließlich schaffe er es bei einem Aufsatz gerade mal auf zwei und nicht auf 300 Seiten. „Naja, ich habe ja auch viel mehr Zeit als ihr für eure Aufsätze“, beruhigte die Autorin. Schließlich brauche sie bis zu einem halben Jahr für ein Buch. Und auch sie sei stolz, wenn sie es in zwei Stunden auf zwei fertige Seiten bringen würde. Am meisten ärgere sie sich darüber, dass sie sich so leicht ablenken lasse. „Ich surfe schnell mal im Internet, sehe nach meinen E-Mails oder fange ein Kartenspiel an, wenn ich am Computer sitze“, erzählte Ludwig. Die Grundschüler schienen genau zu wissen, wovon sie sprach, denn spontan machte sich Gekicher und Gemurmel in der Klasse breit.

Daniela Kies, Leiterin der öffentlichen Bücherei St. Otger, freute sich über den Erfolg der Lesungen und bedankte sich noch einmal ausdrücklich bei den Fördervereinen der Schulen, die die Finanzerung der Lesereise mittragen. „Rund die Hälfte der Honorarkosten wird von den Fördervereinen geschultert“, so Kies, den Rest sowie die Nebenkosten der Reise bezahlen die Büchereien im Kreis Borken. 

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