Manfred Wanning, Vorsitzender der Musikkapelle Südlohn (2.v.r.), und Stefan Alfter, Kapellmeister der Stadtkapelle Köln, haben bereits eine gemeinsame musikalische Vergangenheit. Am 9. Oktober betreten beide Orchester echtes Neuland. © Michael Schley
Gemeinschaftskonzert

Vor dem Konzert-Highlight: Kapellmeister aus Köln stimmt Musikkapelle ein

Die Musikkapelle Südlohn hat sich den Feinschliff für das große Gemeinschaftskonzert am 9. Oktober verpasst. Erste Zusammenführungen mit Mitgliedern der Stadtkapelle Köln gab es bereits.

Ein Kühlwagen mit Kölsch stand am Samstag am Nordring schon bereit. „Wir tasten uns langsam heran“, erklärt der Vorsitzende Manfred Wanning und lacht. Zwei Wochen vor dem Konzert-Highlight, dem Gemeinschaftskonzert mit der Stadtkapelle Köln, haben sich die Musiker den Feinschliff verpasst.

Unterstützung gab es aus Köln höchstpersönlich: Zu Gast am Probenwochenende war Stefan Alfter, der Kapellmeister der Stadtkapelle. Ebenso vor Ort zeigten sich bereits der künstlerische Direktor Sven Christian Kinne sowie einige der Registerführer, um gemeinsam mit den Musikern der Musikkapelle verschiedene Probenworkshops durchzuführen.

Wie groß die Vorfreude nach langer Corona-Pause ist, das war spürbar. „18 Monate durften wir quasi nur Kirchenmusik spielen. Nun freuen wir uns, dass es endlich wieder losgeht – und das gleich mit einem richtigen Konzert“, drückte Stefan Alfter die Euphorie in Worte aus. Am 9. Oktober wird die Jakobi-Halle in Oeding den passenden Rahmen bieten.

Stadtkapelle präsentiert enorme Bandbreite der Blasmusik

Worauf sich die Zuhörer – und auch die Südlohner Musikerinnen und Musiker einstellen dürfen –, dazu gab der Kapellmeister eine kurze Einführung. Die kölsche Form der Blasmusik und der Einfluss auf die Karnevalsmusik waren nur zwei Abschnitte seines Vortrags. Die Blasmusik habe auch in Köln eine jahrhundertelange Tradition, sie führe aber ein wenig ein „Nischendasein“.

Die Stadtkapelle halte diese Tradition am Leben. Ein Schwerpunkt seien die sogenannten „Krätzchen“ à la Willi Ostermann, Kurzgeschichten in Liedform, die deshalb so erfolgreich seien, weil „sich jeder in diesen irgendwie wiederfinden kann“.

Die einzelnen Register der Musikkapelle Südlohn wurden am Probenwochenende auf das Gemeinschaftskonzert eingestimmt. Stefan Alfter (hinten) übernahm das Schlagwerk.
Die einzelnen Register der Musikkapelle Südlohn wurden am Probenwochenende auf das Gemeinschaftskonzert eingestimmt. Stefan Alfter (hinten) übernahm das Schlagwerk. © Michael Schley © Michael Schley

Auf die Musikkapelle Südlohn wartet Neuland beim dreigeteilten Konzert. Den Einstieg gestalten Haupt- sowie Jugend- und Schülerorchester noch traditionell. „Das Hauptorchester lädt zu einer musikalischen Reise um die Welt“, berichtet Manfred Wanning. Marsch, Polka, Musical – die Bandbreite ist bekannt groß. Das Reiseziel liegt in Köln – und so wird der Bogen zum zweiten und dritten Teil des Konzertabends gespannt.

Junge Südohner spielen mit Stadtkapelle gemeinsam

Marsch, Ouvertüre und eben Krätzchen – Stefan Alfter kündigt einen Reigen von 19. Jahrhundert bis zu Brings, einer der aktuell populären Karnevalscombos, an. „Hintenheraus wird es Lieder geben, die man überall kennt“, blickt der waschechte Kölner voraus. Im dritten Abschnitt wird dann gemeinsam musiziert, der Höhepunkt des Abends.

„Neben Musikern des Hauptorchesters werden auch junge Musiker aus dem Jugendorchester eingebunden“, erklärt Manfred Wanning. Gerade deshalb habe man auch Unterstützung aus dem Förderprogramm „Impuls zur Förderung der Amateurmusik in ländlichen Räumen“, einer Initiative des Bundesmusikverbands Chor & Orchester (BMCO), erhalten. Der Eintritt ist kostenlos.

„Der dritte Abschnitt ist durchweg kölsch geprägt“, sagt Stefan Alfter. „Plus Zugaben“, schiebt er hinterher. Und exakt deshalb ist er mit seinen Kollegen vor Ort in Südlohn. Manfred Wanning freut sich bereits auf dieses Experiment: „Die Musik aus Köln ist doch irgendwie so nah und doch so fern.“ Eine echte Herausforderung für die Südlohner Musiker.

Erstes Indoor-Konzert seit „gefühlter Ewigkeit“

Dass dieses Experiment gelingen wird, davon ist Stefan Alfter überzeugt. Alle Musiker seien hervorragend vorbereitet, motivieren müsse man sie nicht besonders: „Es ist doch für uns alle das erste Indoor-Konzert vor Publikum seit einer gefühlten Ewigkeit.“

Die vergangenen Monate hätten durchaus Spuren hinterlassen. „Eigentlich ist man als Musiker und mit Blasmusik doch überall willkommen, auf einmal waren wir Musiker personifizierte Virenschleudern“, so der Kapellmeister. Eine neue Erfahrung, die Bedenken seien unbegründet gewesen.

Das richtige Signal, dass man nun wieder nach vorne blicken könne, habe man unlängst in Köln mit der Freigabe des Rosenmontagszuges gegeben.

Reservierungen notwendig

  • Manfred Wanning weist darauf hin, dass für das Gemeinschaftskonzert eine Reservierung erforderlich ist.
  • Diese kann vorgenommen werden über die Homepage der Musikkapelle Südlohn (www.musikkapelle-suedlohn.de).
  • Einlass ist ab 19 Uhr. Eintritt zum Konzert gibt es nur mit gültigem 3G-Nachweis und nach Vorlage des gekauften Tickets in digitaler oder schriftlicher Form.
  • Beim Konzert gilt die Einhaltung der aktuellen Coronaschutzverordnung.
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