Vorerst gibt es keine Abkühlung für die Mitarbeiter im Südlohner Rathaus

mlzDiskussion um Klimaanlage

Kühle Köpfe im Südlohner Rathaus? Vorerst nicht. Geplant war die Klimaanlage schon. Doch sie hätte 12.000 Euro mehr gekostet als geplant. Zu viel für die Politiker im Hauptausschuss.

Südlohn

, 23.01.2020, 14:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hitze in den beiden vergangenen Sommern haben auch die Temperaturen in den Büros des Rathauses unangenehm steigen lassen. So hoch, dass sogar der Arbeitsschutz das Klima in einigen Büros bemängelt hat. Eine Klimaanlage sollte eingebaut werden. Dem hat nun der Haupt- und Finanzausschuss erst einmal einen Riegel vorgeschoben. Kritikpunkt: die Kosten. Die Debatte: hitzig.

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Im März 2019 hatte der Rat noch für eine Klimaanlage gestimmt. Kostenpunkt damals: 55.000 Euro. Für diesen Kostenrahmen bekam die Verwaltung jedoch kein passendes Angebot. Laut Verwaltung hätte die Anlage 67.000 Euro gekostet.

Verwaltung hatte die höhere Investition schon nicht mehr eingeplant

Deswegen stand die Anlage schon nicht mehr in der aktuellen Haushaltsplanung. „Der Ansatz wurde für 2020 aufgrund zahlreicher anderer Investitionen nicht wieder eingestellt“, lautete der knappe Kommentar.

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Die SPD-Fraktion wollte die Klimanlage dennoch wieder in die Planung aufnehmen. „Der vergangene Sommer war ja wohl keine Ausnahme“, sagte Rita Penno (SPD). Außerdem: „Wenn der Arbeitsschutz schon einmal gesagt hat, dass es nicht geht, brauchen wir auch nicht mehr zu warten.“

Hermann-Josef Frieling (CDU) hielt dagegen: „Wir haben 2019 ausreichend über den Punkt Klimaanlage diskutiert.“ So, wie die Verwaltung es im Haushaltsentwurf formuliert habe, mache es Sinn.

„Das sind wir den Leuten in der Verwaltung schuldig“

Barbara Seidensticker-Beining versuchte es noch einmal für die SPD – und für eine Klimaanlage: „Das hat ja auch etwas mit Wertschätzung für die Verwaltung zu tun“, sagt sie. Jeder habe doch die Temperaturen mitbekommen. „Es gibt weiter keine Möglichkeit, die Räume herunterzukühlen.

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Dass es mit einer reinen Verschattungsanlage – also Rollos oder Markisen vor den Fenstern – nicht getan ist, sei ja auch schon diskutiert worden. „Im Rathaus können ja nachts die Fenster nicht offen stehen bleiben. Sind die Räume einmal aufgeheizt, bleiben sie warm“, sagte sie. Und dabei gehe es ja nicht nur um Arbeitsschutz, sondern auch um effektivere Arbeit in der Verwaltung. „Das sind wir den Leuten in der Verwaltung einfach schuldig“, sagte sie.

Frank Bengfort (CDU) erklärte, dass er der Verwaltung die Klimaanlage nicht verwehren wolle. Aber: „Die Kosten von 67.000 Euro halte ich für exorbitant hoch“, sagte er.

Kosten wurden genau ermittelt

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann verteidigte die Kostenberechnung. Die sei genau ermittelt worden: „Es geht ja auch nicht nur um vier oder fünf Büros, sondern um den kompletten südlichen Trakt des Rathauses.“ Für die zunächst veranschlagten 55.000 Euro sei die benötigte Anlage schlicht nicht zu bekommen.

Auch Günther Bergup (UWG) wollte die Mitarbeiter der Verwaltung nicht schwitzen lassen: „Der Klimawandel ist da. Wir sind dafür, zu investieren.“ Trotz der höheren Kosten.

Die Meinungen änderten sich aber nicht mehr: Die Mitglieder der SPD und der UWG sowie Bürgermeister Christian Vedder stimmten schließlich dafür, die Summe für die Klimaanlage einzustellen. CDU und Maik van de Sand (Grüne) stimmten dagegen. Klares Ergebnis: fünf zu sieben Stimmen. Vorerst also keine Abkühlung in den Rathausbüros.

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