Vortrag von Constantin Freiherr Heereman

Landesseniorentreff

SÜDLOHN Schmunzelnd guckt Constantin Freiherr Heereman, ehemaliger Präsident des Deutschen Bauernverbands in die Runde. „Wir haben doch auch manchen Unsinn gemacht, das müssen wir den Jungen heute ebenfalls zugestehen.“ Die rund hundert Landsenioren im Saal nicken lachend.

von Von Melanie Steur

, 27.10.2009, 18:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Absolute Ruhe herrschte im Saal als Constantin Freiherr Heeremann seine Rede hielt.

Absolute Ruhe herrschte im Saal als Constantin Freiherr Heeremann seine Rede hielt.

Es sei wichtig, dass sich die Alten dem Neuen nicht verschließen und den Jungen die Chance geben, andere Methoden der Landwirtschaft auf den Höfen auszuprobieren. „Sitzen Sie nicht pessimistisch beim Frühstück morgens um fünf Uhr“, ruft er die Landsenioren auf. „Gestalten und erhalten Sie den Hof zusammen mit den Jungen.“ Neben den eindringlichen Apellen für Zusammenhalt, sowohl innerhalb der Familie als auch in der Nachbarschaft und der Gemeinde, sprach er auch die aktuellen politischen Entwicklungen an. „Der neue Koalitionsvertrag auf Bundesebene schafft schon Erleichterung für uns, leider nicht in dem Maße wie ich es erhofft habe.“

Die Nichtwähler unter den Bauern griff er in seiner Rede scharf an, dass sich so nichts ändern wird, „wenn alle zuhause bleiben“. Die Landwirte könnten nicht „auf Teufel komm‘ raus“ expandieren, wenn es den Markt dafür nicht gebe. Lebhaft diskutiert wurde bei dem Thema regenerative Energien. „Die Verbrennung von Pflanzen zur Erzeugung von Biogas bereitet mir Bauchschmerzen“, gab Heereman zu. Getreide sei einerseits ein wichtiges Grundnahrungsmittel, andererseits eine regenerative Ressource. „Da muss eine Lösung gefunden werden.“

Heereman, der sich selbst als altes Raubtier bezeichnete, versprach sich auch in Zukunft für die Interessen der Landwirte einzusetzen.

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