Markus Liesner aus Südlohn hat die Sorge, dass sein Haus durch das Abpumpen des Wassers beschädigt werden könnte. © Markus Gehring
Südlohner Eschstraße

Wegen Baustellen an Eschstraße: Anwohner sorgen sich um ihre Häuser

Einige Anwohner sorgen sich wegen der Bauarbeiten an der Südlohner Eschstraße. Sie befürchten, dass ihre Häuser durch das abgepumpte Wasser Schaden nehmen könnte.

Markus Liesner ist in Sorge. Grund dafür sind die Bauarbeiten an der Eschstraße. Zwar begrüßt der Südlohner grundsätzlich die Neugestaltung in diesem Bereich, nennt sie im Gespräch mit der Redaktion sogar überfällig: „Es ist gut, dass die Eschstraße in absehbarer Zeit ein neues, schöneres Bild erhält.“ Aber eine Sache sorgt bei ihm trotzdem für Skepsis: das Abpumpen des Grundwassers.

„Seit Tagen werden dort vom Investor (Christoph Bennemann, d. Red.) Tausende Liter Wasser abgepumpt und anschließend der Kanalisation zugeführt“, klagt er. Dabei werde auch jede Menge Sand mit weggeschwemmt. „Ich befürchte, dass die alten Gebäude, die unsere Nachbarschaft prägen, irreparabele Schäden davontragen könnten.“

Warnendes Beispiel: „Volksbank“

Durch den abgetragenen Sand könne es dazu kommen, dass die Häuser absacken und Risse erhielten. Als warnendes Beispiel führt Liesner den Bereich rund um die Volksbank an: „Dort hat man die Konsequenzen ebenfalls nicht bedacht und nun gibt es dort zahlreiche Gebäude mit teils schweren Schäden.“

An der Eschstraße passiert gerade viel. Unter anderem baut Investor Christoph Bennemann ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt sechs Wohnungen.
An der Eschstraße passiert gerade viel. Unter anderem baut Investor Christoph Bennemann ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt sechs Wohnungen. © Markus Gehring © Markus Gehring

Markus Liesners Eigenheim ist von 1931, einige umliegende Häuser sind sogar noch älter. In seiner Argumentation kommt der Südlohner auch immer wieder auf die „Welle“ zu sprechen – jener ominöser Bach, der nur noch im Untergrund der Gemeinde fließt.

„Aus Überlieferungen unserer Väter und Großväter ist bekannt, dass die Welle parallel zur Eschstraße verläuft. Unsere Häuser sind also auf Wellsand gebaut“, sagt Liesner. Deshalb sei beim Abpumpen von Wasser in diesem Bereich besondere Vorsicht geboten.

Investor sieht die Sache anders

Der Südlohner Investor Christoph Bennemann hat naturgemäß eine etwas andere Sicht auf die Dinge. Er bestätigt zwar, dass aktuell Wasser abgepumpt wird. „Allerdings nur für einen kurzen Zeitraum von wenigen Tagen.“ Das sei erforderlich, um die Arbeiten am geplanten Aufzugschacht und dem Teilkeller durchzuführen.

Die Sorgen von Markus Liesner teilt Bennemann nicht: „Wir haben im Vorfeld, so wie wir es immer machen, ein Bodengutachten in Auftrag gegeben. Bei der Gemeinde haben wir vor Beginn der Arbeiten die Genehmigung nachweisen müssen. Von daher muss sich keiner Sorgen machen, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.“

Gutachten wurden erstellt

Von den Gebäuden, die sich in unmittelbarer Umgebung der Baustelle befinden, sei zudem ebenfalls ein Gutachten erstellt worden. Auf Markus Liesners Einwand, dass bei ihm keine Gutachter gewesen seien, erklärt Bennemann: „Sein Haus liegt rund hundert Meter entfernt. Da besteht sowieso gar keine Gefahr.“

Denn auch zur Welle-Problematik hat der Investor eine klare Meinung: „Sie fließt an der Eschstraße überhaupt nicht entlang.“ Auf einen endlosen Streit mit den Anwohnern hat Christoph Bennemann aber keine Lust und möchte nun Wind aus den Segeln nehmen.

Treffen zwischen Anwohner und Investor

„Ich habe Markus Liesner – der offenbar als Sprecher der Nachbarschaft fungiert – dazu eingeladen, ihm alles zu zeigen und über das Projekt zu sprechen“, erklärt er.

Der Unmut des Anwohners richtet sich inzwischen allerdings auch noch mehr gegen die Gemeinde. „Ich habe schon im Dezember 2019 dem Leiter des Bauamts einen Brief mit meinen Bedenken zukommen lassen. Auf eine Antwort warte ich bis heute vergeblich“, so Liesner.

Denn den Südlohner beschäftigt auch eine weitere Baustelle in seiner Nachbarschaft, an der ebenfalls ein Mehrfamilienhaus entstehen soll. „Für die dort geplante Tiefgarage muss wahrscheinlich noch deutlich mehr Wasser abgepumpt werden“, sagt Markus Liesner.

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann erhielt eine Kopie des an ihn adressierten Briefes am Donnerstag (23. Juli) von der Redaktion. Die angekündigte Rückmeldung blieb zumindest bis zum Freitagabend aus.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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