Weniger Gäste als üblich - trotzdem lohnt sich die Gartenöffnung

mlzTag der offenen Gärten

Annette Rensing hat ihren Garten am Tag der offenen Gärten trotz des Coronavirus geöffnet. Warum sie sich dazu entschlossen hat und wie der Garten bei den Besuchern ankommt.

Südlohn

, 02.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch die Garage tritt ein Ehepaar in den Garten von Familie Rensing in Südlohn - eine 2000 Quadratmeter große grüne Oase. „Oh, hier ist es aber schön“, ruft die Frau und schaut sich um. Sie blickt nach oben: über ihrem Kopf ranken sich Pflanzen um ein Gestell und bilden so ein Dach aus Blumen. Langsam geht die Frau ein Stück weiter in den Garten hinein. Geradeaus steht eine silberne Skulptur, auf der rechten Seite laden zwei Bänke zum Verweilen ein.

Wie im Paradies - der erste Blick auf Annette Rensings Garten von der Garage aus.

Wie im Paradies - der erste Blick auf Annette Rensings Garten von der Garage aus. © Gerick

Die Schilder, auf denen „Bitte Abstand halten“ steht, passen allerdings nicht so gut in den märchenhaft gestalteten Garten. Doch damit Annette Rensing ihn für Besucher öffnen konnte, musste sie viele Regeln beachten. „Erst war ich skeptisch. Aber ich hatte schon einige Anfragen und deswegen habe ich mich informiert, wie das bei anderen Gärten ist“, sagt die 63-Jährige. Sie hat sich ein Konzept überlegt und es mit dem Ordnungsamt abgesprochen.

Einlass in den Garten nur mit Murmel

Dazu gehört, dass jeder Gast am Eingang eine Murmel bekommt und diese beim Verlassen des Gartens wieder abgeben muss. Wenn alle Murmeln vergeben sind, darf auch niemand mehr eingelassen werden. So sind nicht zu viele Besucher gleichzeitig im Garten. Bevor die Kugeln wieder ausgegeben werden, werden sie desinfiziert. Die wichtigste Regel beim Gartenbesuch sei, Abstand zu halten. Und daran hielten sich auch alle Besucher vorbildlich.

Allerdings seien in diesem Jahr bisher nicht so viele Gäste da gewesen, wie in vorherigen Jahren. Viele trauten sich wegen der Corona-Pandemie nicht zu kommen. „Das kann ich natürlich verstehen“, so Annette Rensing. Trotzdem ist sie froh, dass sie sich dazu entschlossen hat den Garten zu öffnen. „Für mich lohnt sich das immer! Das sind immer so tolle Gespräche, die man an diesen Tagen führt. Man gibt Tipps und bekommt auch welche. So freuen sich die Leute und ich freue mich auch.“

Gäste bewundern die Rosen

Auch Gerhard und Maria Schaffeld aus Rhede holen sich bei Annette Rensing Tipps und Inspiration. Sie haben diesen Garten schon vor ein paar Jahren besucht und daraufhin die gleichen Wildrosen gepflanzt, die auch hier wachsen. „Die haben einfach so eine schöne Farbe und lassen bei Regen nicht gleich den Kopf hängen“, so Gerhard Schaffeld.

Gerhard und Maria Schaffeld aus Rhede vor einem Strauch Rosen, den sie nach einem früheren Besuch in Annette Rensings Garten auch in ihrem Garten gepflanzt haben.

Gerhard und Maria Schaffeld aus Rhede vor einem Strauch Rosen, den sie nach einem früheren Besuch in Annette Rensings Garten auch in ihrem Garten gepflanzt haben. © Madlen Gerick

Das Ehepaar besucht regelmäßig Gärten in der Gegend und ist immer wieder auf der Suche nach neuen. Aber auch ein Besuch in Gärten, in denen sie schon einmal gewesen sind, lohnt sich für sie. „Da sieht man auch mal die Veränderungen“, sagt Gerhard Schaffeld.

Pflanzen als Urlaubserinnerungen

Neben den Rosen gibt es viele exotische Pflanzen im Garten von Annette Rensing. „Wir bringen meistens einen Pflanzensamen aus unseren Urlaubsländern mit. Das sind tolle Urlaubserinnerungen.“ Ihre neueste Errungenschaft ist eine Papayapflanze aus Vietnam. Sie halte sich im heimischen Garten bisher sehr gut. „Aber sie darf noch etwas wachsen.“

Das Exotische - vor allem die orientalischen Einflüsse im Garten - kommt bei Andrea und Gero Hüls aus Weseke sehr gut an. Die beiden haben sich trotz des Coronavirus entschlossen, einen Ausflug in Annette Rensings Garten zu machen. „Wir sind hier um einfach mal wieder rauszukommen“, sagt Andrea Hüls. Ihr Mann erzählt, dass sie vor ein paar Jahren schon einmal zu Besuch gewesen sind. „Und es ist einfach immer wieder schön hier.“

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