Ein Blick auf die Erdhügel, die rund um den Verdachtspunkt für einen Blindgänger vom Bohrer aufgeworfen wurden in direkter Nähe des Kreisverkehrs Am Vereinshaus. © Markus Gehring
Blindgängersuche

Wenn ein negatives Ergebnis positiv für die Gemeinde Südlohn ist

Seit eineinhalb Wochen ist die L 572 zwischen Turmhaus und dem Kreisel Am Vereinshaus gesperrt. Mitarbeiter einer Spezialfirma suchten dort nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg.

Von weitem könnte man sie für riesige Maulwurfshügel halten. Aber: Nicht die kleinen Tierchen sind für die Erdhügel zuständig, die sich überall auf dem Teilstück der L 572 zwischen Turmhaus und Kreisel Am Vereinshaus auftürmen. Die Erde wurde bei Sondierungsbohrungen nach oben befördert, bei denen nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht wurde.

Nach gut einer Woche sind die Arbeiten jetzt abgeschlossen. Das Ergebnis lag am Freitagmorgen vor: „Die Verdachtspunkte sind alle negativ“, teilte Karl-Friedrich Schröder von der Bezirksregierung Arnsberg auf Anfrage der Redaktion mit. Die Behörde im Sauerland ist zuständig für die Einsätze des Kampfmittelräumdienstes in Westfalen. Und dieser war in Südlohn nötig geworden, weil entlang der Straße im Ort eine neue Wasserleitung gelegt werden soll.

Bürgermeister ist froh: Sicherheit der Fläche ist jetzt dokumentiert

„Das ist top“, kommentierte Bürgermeister Werner Stödtke die gute Nachricht. Erst einmal aus Sicht des Bevölkerungsschutzes sei es absolut erfreulich, dass da keine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mehr gefunden wurde. „Das ist für diese Fläche jetzt auch dokumentiert. Und: Wir müssen keine Verzögerungen mehr dadurch erwarten“, blickt der Bürgermeister auf den Bau der Wasserleitung und die damit verbundene Vollsperrung der L 572.

Der Bohrer gräbt sich bis zu acht Meter tief in die Erde. Ein Kunststoffrohr wird dann ins Bohrloch gegeben, in das eine Sonde hinabgelassen wird. Diese ermittelt, ob ein Blindgänger tief unter der Erde verborgen ist oder nicht.
Der Bohrer gräbt sich bis zu acht Meter tief in die Erde. Ein Kunststoffrohr wird dann ins Bohrloch gegeben, in das eine Sonde hinabgelassen wird. Diese ermittelt, ob ein Blindgänger tief unter der Erde verborgen ist oder nicht. © Markus Gehring © Markus Gehring

Weil Südlohns Ortsmitte im Zweiten Weltkrieg bombardiert worden war, müssen vor solchen Bauarbeiten Luftbilder ausgewertet werden, die von den Alliierten in den 1960er-Jahren zur Verfügung gestellt worden waren. Auf den Bildern hatten die Experten aus Arnsberg auf dem Straßenteilstück gleich sechs Punkte entdeckt. Jeder von ihnen wurde nun sorgfältig geprüft: Liegt dort eventuell eine Bombe, die nicht gezündet hat, ein Blindgänger also?

Die sechs Punkte lagen laut Südlohns Ordnungsamtsleiter Matthias Lüke verteilt: mal auf, mal neben der Fahrbahn der L572 oder auch auf privaten Flächen. Eine von der Bezirksregierung beauftragte Firma führte die Bohrungen durch, bei denen ein Kunststoffrohr bis zu acht Meter tief in die Erde gelassen wurde, dort suchte dann eine Sonde nach Magnetfeldern, die von Metall – und eben auch Blindgängern – ausgelöst werden können.

37 Bohrungen pro Verdachtspunkt sind absolviert worden

37 Bohrungen pro Verdachtspunkt wurden in die Tiefe getrieben – ob durch die Straßendecke oder den Grünstreifen. Am Ende konnte jeder Verdacht ausgeräumt werden, und zwar eindeutig, bilanzierte der Technische Einsatzleiter Karl-Friedrich Schröder: „Für uns negativ heißt für die Gemeinde positiv“. Die von der Bezirksregierung Arnsberg mit den Sondierungsbohrungen beauftragte Firma rücke nun ab.

Falls ein Blindgänger gefunden worden wäre, hätte der Kampfmittelräumdienst die „Entschärfer“ zum Einsatz bitten müssen. Je nach Fundort hätten auch umliegende Häuser evakuiert werden müssen.

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Anne Winter-Weckenbrock

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