Auf dem Gelände der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland in Gescher-Estern wird ein Wertstoffhof betrieben, den sich der Kreis Borken sowie die Städte Gescher und Estern bislang teilen. Südlohn könnte vierter Partner werden. © EGW
Wertstoffhof für Südlohn

Wertstoffhof: Zwei Alternativen stehen zur Wahl – eine ist Favorit

Ziel ist: Die Südlohner sollen einen Wertstoffhof nutzen können. Über die Abfallgebühren werden die Kosten umgelegt, dann ist die Anlieferung umsonst. Aber wo soll der Wertstoffhof hin?

Der „alte“ Gemeinderat hatte den Beschluss gefasst: Die Südlohner und Oedinger sollten einen Wertstoffhof nutzen können und dort kostenlos Grünabfall oder Sonstiges von Altholz bis Sperrmüll anliefern können. Die Gebühren für eine solche Einrichtung würden dann über die Abfallgebühren auf jeden Südlohner Haushalt umgelegt.

Die Gemeindeverwaltung nahm, wie es ihr aufgetragen worden war, Kontakt zum Südlohner Unternehmen Geuking und mit der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) auf und holte Angebote ein.

In Südlohn müsste die Gemeinde ein Grundstück kaufen

Auf dem Betriebsgelände der Firma Geuking könnten auf einer rund 1056 Quadratmeter großen Fläche Schüttboxen für Rest-/Sperrmüll, Altholz sowie Grün- und Gartenabfälle eingerichtet werden. Es wäre auch Platz für Standorte für Altglas- und Altkleidercontainer, der Bereich des gemeindlichen Wertstoffhofs müsste mit einer hohen Mauer abgetrennt werden. Die Gemeinde müsste ins Grundstück und die Infrastruktur investieren.

Die Alternative ist der bestehende Wertstoffhof der Städte Gescher und Velen, in den die Gemeinde Südlohn als dritter Partner eintreten könnte. Die Verwaltung hatte die Entfernungen aufgelistet: Ein Oedinger würde durchschnittlich 9 Kilometer zu einem Wertstoffhof in Südlohn und 12 zu dem in Gescher fahren, für die Südlohner wären es von der Ortsmitte 1,7 Kilometer zur Robert-Bosch-Straße und 7,2 Kilometer nach Gescher.

Umweltausschuss schaute sich Wertstoffhof in Gescher-Estern an

Der Umweltausschuss hatte sich vor seiner Sitzung in der Jakobihalle in Gescher-Estern einen Eindruck vom Gelände des kommunalen Unternehmens des Kreises Borken gemacht. Würde die Gemeinde Südlohn den Wertstoffhof des Kreises Borken sowie der Städte Gescher und Velen mitnutzen, könnten die Fixkosten weitergeteilt werden.

Die Einrichtung sei sechs Tage die Woche geöffnet, auch wenn es natürlich Stoßzeiten an den Wochenenden gebe, sagte Simone Werk von der EGW in der anschließenden Sitzung des Umweltausschusses in der Jakobihalle.

Auch Andreas Rudde von der EGW und EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt informierten die Politiker in der Sitzung über das Angebot in Estern. Dort können alle Einwohner des Kreises Borken auch zu jeder Zeit Abfälle entsorgen – nur eben kostenpflichtig. Für die Einwohner aus Gescher und Velen ist die Abgabe kostenlos – auch dort werden die Kosten auf die jeweiligen Abfallgebühren umgelegt.

Wenn es jemanden gebe, der Sperrmüll entsorgen müsse und wirklich keinen Angehörigen, Nachbarn oder Freund mit Auto und Anhänger habe, dann nutze der Wertstoffhof das DRK als Dienstleister für kostenpflichtige Abholung von höchstens drei Kubikmeter Sperrmüll, informierte Simone Werk (EGW).

In diesem Jahr ging schon Grünabfall aus Südlohn nach Estern

Dass die Einwohner von Südlohn und Oeding den Weg nach Estern kennen, kann an einer Zahl abgelesen werden, die Andreas Rudde parat hatte. In der Zeit von März bis einschließlich November 2020 waren rund 185 Tonnen Grünabfall aus der Gemeinde Südlohn dort abgegeben worden. Seinerzeit hatte die Gemeinde Südlohn kurzfristig die kostenlose Abgabe für ihre Einwohner in Estern möglich gemacht, nachdem es beim Entsorger vor Ort wegen der Corona-Regeln nicht mehr möglich war.

„Das Konzept ist überzeugend“

Dr. Joachim Musholt (SPD) äußerte sich als einziger Kommunalpolitiker in der Sitzung: „Wir wollten ja einen Wertstoffhof vor Ort, aber das Konzept ist überzeugend“, lobte er das Angebot der EGW. Niemand widersprach.

Bürgermeister Werner Stödtke fasste auf Anfrage der Redaktion das Ergebnis der Diskussion im nicht-öffentlichen Teil der Umweltausschuss-Sitzung so zusammen: „Die kostengünstigste, professionellste und beste Lösung“ für die Gemeinde Südlohn sei die Beteiligung am Wertstoffhof in Estern. Das letzte Wort hat der Rat aber in seiner Sitzung am Mittwoch, 16. Dezember.

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Anne Winter-Weckenbrock

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