Im Ortsteil Oeding tut sich etwas, auch im Zentrum. Ein Baustein des Wohnraumversorgungskonzepts ist die Stärkung der Ortskerne. Mit der Umsetzung von Maßnahmen soll sich nun eine Arbeitsgruppe befassen. © Michael Schley
Wohnraum

Wie bleibt Südlohn als Wohnstandort attraktiv? Arbeitsgruppe sucht Antworten

Die Wohnraumversorgung ist ein komplexes Thema. Die Gemeinde Südlohn hat einen Leitfaden an die Hand bekommen. Die konkrete Umsetzung einzelner Maßnahmen soll eine Arbeitsgruppe vorbereiten.

Das Wohnraumversorgungskonzept liegt der Gemeinde Südlohn vor. Im März hatte der Bauausschuss dieses einstimmig beschlossen. Nun folgt der nächste Schritt: die Umsetzung. Und darauf stellte ein Antrag der WSO-Fraktion im jüngsten Bauausschuss ab. Eine Arbeitsgruppe soll sich des komplexen Themas annehmen.

Südlohn sei als Wohnstandort attraktiv, heißt es im Konzept. Damit dies so bleibe, müssten einige Handlungsempfehlungen in Angriff genommen werden. Dies vor dem Hintergrund aktuell stark steigender Preise am Bau. Konkret werden im Wohnraumversorgungskonzept vier Handlungsfelder für die Entwicklung in der Gemeinde Südlohn benannt.

Unter anderem geht es dabei um die Sicherung von preisgünstigem Wohnraum sowie um ein verbessertes Baulandmanagement. In diese Richtung zielten auch zwei Anträge der SPD-Fraktion – zum einen zum preisgünstigen Wohnraum, zum anderen indirekt zum Erstellen eines Baulückenkatasters.

Weitere Handlungsfelder sind laut Gutachten die Schaffung eines breiten Spektrums an Wohnungsangeboten sowie die Stärkung des Wohnens in den Ortskernen. Auch diese Punkte wurden in den Ausschüssen zuletzt intensiv diskutiert. Grundlage bieten unter anderem die Prognosen im Zuge der demografischen Entwicklung.

Einige Schlagworte sind die sinnvolle Nachverdichtung – laut Konzept zum Beispiel durch verdichtete Wohnformen wie Reiheneigenheime und Doppelhaushälften –, das endliche Bauland an den Rändern sowie bevorstehende Generationenwechsel.

Wohnraum muss vielfältiger gestaltet werden

Im Kern heißt dies: Südlohn muss nicht nur Wohnraum schaffen, sondern diesen vielfältiger gestalten. Die Kommune müsse dabei die ihr zur Verfügung stehenden Steuerungsmittel einsetzen, zum Beispiel bei der Schaffung von Bauland oder der Aktivierung von Bauflächen im Bestand.

Heißt vor allem: Sie muss Anreize schaffen, dass sich Bauwillige und Investoren niederlassen, die dann die weiteren Maßgaben erfüllen. Zum Beispiel die Sicherung von preisgünstigem Wohnraum. Dies bei einer „guten Durchmischung“, wie es die Sabrina Späker für die SPD betonte.

„Wir haben nun einen sehr guten Leitfaden mit entsprechenden Handlungsempfehlungen“, erklärte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann auf Nachfrage. Die Empfehlungen richten sich dabei aber nicht nur an die Gemeinde, sondern auch Wohnungsbauinvestoren, Kommunalpolitiker, Finanzierungsinstitute sowie private Wohnungseigentümer. Die konkrete Umsetzung der gutachterlichen Empfehlungen sei noch im Detail durch die Gemeinde zu prüfen, heißt es im Konzept.

Der Antrag der WSO zielte nun insbesondere auf die umzusetzenden Maßnahmen ab. Ziele seien zu formulieren, eine Priorisierung sei vorzunehmen. „Wir sind der Meinung, dass möglichst viel aus dem Konzept umzusetzen ist“, erklärte Bernd Schüring. Er gab allerdings zu bedenken, dass das Konzept auf Zahlen aus dem Jahr 2019 basiere. Der geplanten Arbeitsgruppe sollten – wenn möglich – aktuelle Daten an die Hand gegeben werden.

Bürgermeister ist ein „Fan der Arbeitsgruppe“

Diesen Faden nahm auch Bürgermeister Werner Stödtke auf: „Das Konzept ist bis 2039 ausgelegt. Wir sollten eine Zeitschiene anlegen, was gerade in der Umsetzung ist.“ Zudem solle sich vorab die Frage gestellt werden, was denn überhaupt „gesundes Wachstum für Südlohn“ sei. Dies vor dem Hintergrund der Entwicklung in den Schulen und Kitas. Grundsätzlich sei er ein „Fan der Arbeitsgruppe“.

Mit jeweils zwei Vertretern je Fraktion – ergänzt durch Stellvertreter – soll die Arbeitsgruppe nun ihre Arbeit aufnehmen. Das war der grundsätzliche Tenor unter den Ausschussmitgliedern. Franz-Josef Rickers (WSO) betonte dabei, dass es eine hohe Fluktuation in der Besetzung zu vermeiden gelte, um eine kontinuierliche Arbeit sicherzustellen. Werner Stödtke stimmte dem zu: „Da bin ich komplett bei Ihnen, wir wollen ja eine Expertengruppe.“ Grundsätzlich übernehme die Arbeitsgruppe die wichtige Aufgabe, Maßnahmen für Ausschüsse und den Rat vorzubereiten.

Mit dem Beschluss zur Erstellung eines Baulückenkatasters hatte der Bauausschuss bereits eine Weiche gestellt (wir berichteten). Dieser Maßnahme hatte auch die WSO in ihrem Antrag eine hohe Priorität zugedacht.

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