In der Bäckerei Tenk-Bomkamp gibt es ab Montag täglich wechselndes Wirtebrot: Jeden Tag ist Bier von einem Südlohner Wirt drin, jeden Tag gehen 1,50 Euro vom Brot an den jeweiligen Wirt, jeden Tag denkt sich Michael Tenk ein anderes Brot mit Bier aus. Am Montag war es das Dinkel-Sonnenblumen-Bier-Brot (Foto). © privat
Coronavirus in Südlohn

Wirtebrot: Michael Tenk backt mit Bier und unterstützt Gastronomen

Es ist ein eher kleiner Beitrag, aber die Geste zählt: Bäckermeister Michael Tenk backt Brote mit Bier von Südlohner Restaurants und Kneipen. 1,50 Euro pro verkauften Brot gehen an die Wirte.

Der Südlohner Bäckermeister Michael Tenk hat kein Verständnis für die Schließung der Gastronomiebetriebe. Mit einer Aktion will er jetzt ein „kleines Zeichen setzen“, wie er auf Facebook veröffentlicht hat, und einen „winzigen Teil dazu beitragen“, die Riesenverluste zu mildern: Michael Tenk kauft Bier von den Südlohner Gastronomen und nutzt es zum Backen: Täglich gibt es nun ein Wirtebrot nach neuem Rezept.

Am Montag hat der Südlohner ein 750 Gramm schweres Dinkel-Sonnenblumen-Brot gebacken, für das er statt Wasser 0,3 Liter Bier verwendet hat. Das „Wirtebrot“ verkauft er dann in seinem Laden an der Kirchstraße für vier Euro – „1,50 Euro gehen an die Wirte“, erklärt er.

Michael Tenk backt mit Bier und unterstützt Gastronomen

Er hat sich mit den Wirten in Verbindung gesetzt, die seine Idee sehr positiv aufgenommen habe, wie er sagt. Am Montag gibt es Bier aus dem Fass vom Citypub, am Dienstag aus dem Fass vom Südlohner Hof, das den kreativen Brotteig verfeinert.

„Da überlege ich mir noch, was es für ein Brot gibt“, sagt Michael Tenk am Montagvormittag im Telefonat mit der Redaktion. Vom Dinkel-Sonnenblumen-Wirtebrot waren zu dem Zeitpunkt „noch einige zu haben“. Das Backen mit Bier ist dem ideenreichen Bäckermeister überhaupt nicht neu: „Ich habe schön öfter Bier verbacken.“

Jede Woche bietet er was Kreatives an. Zum Beispiel Brot, mit Sekt gebacken, mit dem schönen Namen „Dinkel-Tussi“. Weil seine Frau Einspruch gegen den Namen eingelegt hatte, gab es eine Woche später das „Proleten-Brot“ mit Bier, erzählt er schmunzelnd. Damit jedes Klischee sein Fett wegbekommt sozusagen. Und jetzt kann er mit seiner kreativen Ader auch ein bisschen helfen.

Geschmacklich ist die Bier-Note eher zurückhaltend

Während beim Sekt-Brot der Schaumwein seine Note auch beim Butterbrot gut zur Geltung brachte, ist es beim mit Bier gebackenen Brot „vom Geschmack her eher zurückhaltend“, wie der Bäckermeister aus Erfahrung sagt. Er schickt auch eine Warnung hinterher, auch wenn sich das eigentlich von selbst verstehen würde: Auch wenn der Alkohol eigentlich verbacken ist, für trockene Alkoholiker und Kinder sind seine Brote eher nichts.

„Wir hoffen, wir können zumindest einen winzigen Teil damit beitragen, die Riesenverluste, die unsere heimischen Betriebe durch Corona erfahren, zu mildern“, fasst er seine Intention zusammen. Denn das der neue Teil-Lockdown die Gastronomie trifft, kann Michael Tenk nicht nachvollziehen.

„Ob sich zwei Pärchen gemütlich im Restaurant zum Essen treffen und was dazu trinken und dann nach Hause gehen, oder ob sie sich privat treffen und bei der dritten Flasche Rotwein etwas dichter zusammen auf der Couch sitzen…“, schildert er seine Bedenken.

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Anne Winter-Weckenbrock

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