Wohnmobilstellplatz für die Gemeinde bleibt noch Zukunftsmusik

mlzAntrag im Bauausschuss

Touristen, die mit dem Wohnmobil nach Südlohn oder Oeding kommen, kann die Gemeinde im Moment noch keinen Stellplatz anbieten. Das soll sich ändern. Doch bis dahin dauert es noch.

Südlohn

, 07.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brauchen Südlohn oder Oeding einen Stellplatz für Wohnmobile? In einem Bürgerantrag hatten sich die Oedinger Werner und Petra Klein-Mentink an die Verwaltung gewandt. Als passionierte Wohnmobilfahrer vermissen sie einen Stellplatz in der Gemeinde. Sie hatten vorgeschlagen, einen solchen Platz auf der neu gestalteten Schlingewiese neben der Jakobi-Halle einzurichten.

Doch damit konnten sich die Politiker im Bauausschuss nicht anfreunden. Auf der Fläche wolle der Oedinger Schützenverein schließlich seine Schützenwiese schaffen. „Die möchten ja in diesem Jahr noch mit den Anpflanzungen beginnen“, schränkte auch Bauamtsleiter Dirk Vahlmann ein.

Idee stößt auf positive Resonanz

Der Ausschussvorsitzende Wilhelm Hövel (CDU), selbst Wohnwagen-Enthusiast, befürwortete das Projekt insgesamt. „Die Idee ist nicht schlecht, aber wenn wir das umsetzen wollen, dann besser an einer anderen Stelle“, sagte er.

In diese Kerbe schlug auch Franz-Josef Rickers (Grüne): Er fürchtete, mit so einer Ansiedlung einen Schaden für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) anzurichten. In das ISEK ist unter anderem auch die Wiese integriert. „Wir sind grundsätzlich dafür, halten die Schlingewiese aber für ungeeignet“, sagte er.

Auch sollte Südlohn-Oeding-Marketing-und-Touristik (Somit) in die Suche nach einem geeigneten Standort integriert werden.

Gutes Zeichen für den Tourismus

Alois Kahmen (CDU) befürwortete einen Stellplatz in der Gemeinde. Das sei ein gutes Mittel, um den Tourismus im Ort zu stärken und den Grenzbereich positiv hervorzuheben. Er schlug vor, den Platz am Feuerwehrgerätehaus in Oeding anzusiedeln. Dort sei auch die Infrastruktur schon vorhanden.

Kritik an der Verwaltung wegen offener Vorlage

Davon abgesehen regte er sich aber darüber auf, dass die Verwaltung in ihrer Vorlage keinen Beschlussvorschlag mitgeliefert hatte. Den habe er aber eigentlich erwartet. Schließlich seien die Politiker allesamt Ehrenamtler und nicht Mitglied der Verwaltung. Ein vorformulierter Text sei da eine notwendige Hilfestellung. „Das sind wir aus den vergangenen 20 Jahren anders gewohnt“, tadelte er in Richtung Bürgermeister.

Der winkte gelassen ab: „Es handelt sich hier um ein komplett neues Projekt, über das die Politik erst einmal offen diskutieren sollte.“ Es sei im Vorfeld ja gar nicht abzusehen gewesen, welche Richtung die Diskussion nimmt.

Insgesamt sei die Idee aber sehr gut. Auch die Verwaltung habe sich mit dem Thema schon befasst. Eine Standortsuche sei aber noch nicht erfolgreich gewesen.

Diskussion verliert sich schnell in Details

Die Diskussion begann dann, sich um mögliche Infrastruktur für einen Wohnmobilstellplatz, um Be- und Entwässerung, Abwasserleitungen, Parkgebühren und weitere Details zu drehen.

Wohnmobilstellplatz für die Gemeinde bleibt noch Zukunftsmusik

Die Infrastruktur – etwa eine Säule zur Stromversorgung – stellt die Südlohner Politiker noch vor einige offene Fragen. Die sollen erst geklärt werden. Dann befasst sich der Bauausschuss nochmal mit dem Thema. © Stephan Teine

„Wir sind schon wieder dabei, ein Projekt unnötig aufzubauschen“, versuchte Jörg Battefeld (UWG) die Diskussion in eine andere Richtung zu lenken. Er wollte dem ganzen Projekt lieber erst einmal einen Anschwung geben. „Sonst sitzen wir in zwei Jahren noch hier und diskutieren über den gleichen Stand“, sagte er. Doch damit kam er nicht zum Zuge.

Am Ende blieb es bei einem Arbeitsauftrag für die Verwaltung. Die soll nun prüfen, wo ein Wohnmobilstellplatz in der Gemeinde möglich wäre und den geplanten Standort auch mit dem Somit abstimmen. Dann kommt das ganze Thema erneut in den Bauausschuss.

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Hilfseinsatz für „Habitat for Humanity“

Oedinger Bauunternehmer Hubert Epping (58) war als „Hoffnungsbauer“ in Kenia