Zum Fest muss es immer noch eine echte Tanne sein

Weihnachtsbaum-Trends

Hochsaison haben zurzeit die Weihnachtsbaumverkäufer - das gilt für Bäume, wie in der Natur gewachsen, aber auch fürs Grün aus Fernost, mit Scharnieren zum Ausklappen der Äste und eingebauter Beleuchtung.

SÜDLOHN

von von Bernd Schlusemann

, 19.12.2012, 08:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hiltrud Dönnebrink verkauft seit 20 Jahren Weihnachtsbäume.

Hiltrud Dönnebrink verkauft seit 20 Jahren Weihnachtsbäume.

Hiltrud Dönnebrink ist seit 20 Jahren im Weihnachtsbaumgeschäft und verkauft im Eschlohn das Naturgrün für die gute Stube. Bei Schmeing im örtlichen Werkmarkt an der Bahnhofstraße gibt es die Kunststofftanne, garantiert nicht nadelnd, was fehlt, ist aber auch der typische, harzige Duft des Naturproduktes. Die Münsterland Zeitung hat mit beiden Anbietern gesprochen und viele Argumente für den Baum aus der Schonung, aber auch für den Plastik-Klon gehört.

Für Hiltrud Dönnebrink hat der Kunststoff-Baum nichts mit Weihnachten zutun. "Da geht zu viel verloren", meint die Weihnachtsbaumverkäuferin, die auch Stände in Gronau, Stadtlohn und Oeding hat. Für sie gehört zum Weihnachtsfest einfach dazu, dass der Vater mit den Kindern - oder sogar die ganze Familie - einen Weihnachtsbaum aussuchen.

Ging es früher in den Wald, so rennen an diesem Vormittag gerade zwei Kinder durch die langen Reihen mit Weihnachtsbäumen bei Dönnebrink. "Den da Papaaaa...!" - "Der ist doch viel zu groß", entgegnet der. Die Entscheidung fällt dann auf einen Baum, der noch gerade so ins Wohnzimmer passt. Durch den Trichter gezogen, eingenetzt und schwupps, schleppen die beiden Kids den Baum ganz stolz zum Auto - "den haben wir ausgesucht". Das ist es, was Hiltrud Dönnebrink meint, wenn sie sagt, dass bei der Kunststofftanne viel von Weihnachten auf der Strecke bleibt.

Rotfichte war Klassiker

In den 20 Jahren, seit die Südlohnerin Weihnachtsbäume verkauft, hat sich viel verändert. Die heimische Rotfichte war damals der Weihnachtsbaum schlechthin. Heute ist es die Nordmanntanne, die für rund 20 Euro pro Meter verkauft wird. Vor 20 Jahren musste der betuchte Weihnachtsbaumkunde für so einen Baum rund 120 D-Mark bezahlen. "Das war etwas ganz Besonderes und kostete entsprechend viel Geld", berichtet Hiltrud Dönnebrink, die eigentlich Hauswirtschaftsmeisterin ist und nur am Jahresende zur Weihnachtsbaumexpertin wird.

Aus dem Raum Hamburg kommen ihre Bäume. "Wir Schlagen und holen die Bäume selber, dann sind sie garantiert frisch", betont Dönnebrink, die mit ihrem Mann bereits im August jeden einzelnen Baum selber aussucht und markiert.Neue Sorten - haltbarer und edler

Im Programm sind aber nicht nur Nordmanntannen. Nobilis ist ein Sorte, die laut Dönnebrink "noch hochwertiger" ist. "Die halten länger und sehen edler aus", erklärt die Südlohnerin. Als Alternative schon länger erhältlich ist auch die Korea-Tanne und ganz neue die Orient-Tanne. Vorteile: "viel haltbarer". "Die Leute suchen immer etwas Neues", schildert Dönnebrink, dass auch "Konkolor" im Kommen ist. Das ist eine kiefernähnliche Grautanne mit langen Nadeln.

Für Dönnebrink hat aber die klassische Blautanne immer noch ihren besonderen Reiz, auch wenn die Nadeln mehr piksen und der Baum zum Harzen neigt: "Der hat den besonderen, typisch weihnachtlichen Duft".

  • Weitere Berichte und Informationen in der Mittwochausgabe (19.12.2012) der Münsterlandzeitung.

 

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