Zustand der Schlinge verbessern

EU-Richtlinie

„WRRL“ – dahinter verbirgt sich die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Ihr Ziel: Die Gewässer in Europa sollen einen guten ökologischen Zustand erreichen, wie Judith Nollmeyer von der Unteren Wasserbehörde in der Bauausschusssitzung betonte.Die Mitarbeiterin des Kreises Borken gab vor den Kommunalpolitikern einen Zwischenbericht darüber, was sich in Bezug auf die Umsetzung der Richtlinie an der Schlinge bislang getan hatte.

SÜDLOHN/OEDING

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 21.10.2011, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch die Schlinge, hier in Eschlohn, muss der EU-Wasserrichtlinie angepasst werden, die ab 2021 greifen soll.

Auch die Schlinge, hier in Eschlohn, muss der EU-Wasserrichtlinie angepasst werden, die ab 2021 greifen soll.

Was aber getan werden könnte, „sprang“ den Experten vor Ort aber schon manchmal ins Auge. „Es wird mancherorts bis über die Böschungsoberkante gepflügt“, stellte Judith Nollmeyer fest. Vielleicht nicht immer in böser Absicht sondern auch aus Unwissenheit darüber, dass eigentlich fünf Meter, nach Satzung der Wasser- und Bodenverbände aber mindestens ein Meter Uferstreifen freigehalten werden muss von landwirtschaftlicher Nutzung. Einen Uferstreifen anzulegen und die Unterhaltung zu extensivieren, wäre zum Beispiel eine Möglichkeit für Grundstückseigentümer. Ein anderes Beispiel: In einem Waldgebiet in Südlohn wurden die Flussufer im Rahmen der Flurbereinigung links und rechts mit Schotter versehen. Den Schotter rausnehmen, damit die Schlinge sich ihren Weg suchen kann, würde sich anbieten. „Und im Wald würde es ja niemanden stören“, betonte die Mitarbeiterin des Kreises. Dort, wo die Gemeinde Eigentümerin ist, könnte auch gezielt Totholz in die Schlinge eingebracht werden. „Das gibt Lebensraum für Fische und für Fischnährtiere“, erläuterte Nollmeyer. Die „Durchgängigkeit“ der Flüsse herzustellen, sei ein weiteres großes Ziel. Das heißt, dort, wo es Stauwehre gibt, entweder Umleitungsgerinne oder einen Fischpassanzulegen. Gelungene Beispiele für eine Umleitung gebe es in Gescher und in Rhede-Krechting zu sehen, empfahl die Referentin.

Wichtig sei im Moment, die Grundstückseigentümer zu informieren und Rückmeldung darüber zu erhalten, was als machbar angesehen wird. Was die Finanzierung dieser Maßnahmen angeht: Zu 80 Prozent fördere das Land. Ob und wie der Kreis als Untere Wasserbehörde sich engagieren könne um auch finanziell die Grundstückseigentümer zu unterstützen, werde diskutiert, so Nollmeyer. Grundsätzlich sei es im Kreis Borken so geregelt, dass die Wasser- und Bodenverbände nur für die Unterhaltung, nicht aber für den Ausbau der Gewässer zuständig sind.

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