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Interview mit Gisela Ausbüttel

Engagement für Ehrenamtler ist Herzenssache

Das „Dortmunder Engagement“ ehrt jene, die sich Tag für Tag für Andere einsetzen. Im Interview verrät Gisela Ausbüttel, warum sie die Auszeichnung des Lensing Media Hilfswerks unterstützt.
Gisela Ausbüttel ist beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement in Dortmund. Sie unterstützt das „Dortmunder Engagement“ – #wirhaltenzusammen. © Stefan Braun

Warum unterstützen Sie das „Dortmunder Ehrenamt“, Frau Ausbüttel?

Das ‚Dortmunder Ehrenamt‘ hilft wirklich bedürftigen Menschen. Es ist beeindruckend, mit wie viel Kraft, Mut und Unternehmertum viele gemeinnützige Organisationen in unserer Stadt etwas bewegen. Das möchten wir unbedingt fördern und unterstützen.

Was wäre Dortmund ohne Ehrenamt?

Viele Menschen würden einfach auf der Strecke bleiben. Das Ehrenamt bringt Hilfe, Menschlichkeit, Wärme und Mitgefühl in das Leben von uns allen.

Was möchten Sie den Ehrenamtlichen mit auf den Weg geben?

Ich habe große Hochachtung vor jeder Form von Engagement. Ich glaube, die Idee, sich für eine gute Sache einzusetzen steckt in jedem von uns. Sich nie den Enthusiasmus des „ersten Tages“ nehmen zu lassen finde ich wichtig. Damit meine ich, dass man zu Beginn eines Engagements oft sehr optimistisch ist und voller Freude ans Werk geht.

Zwangsläufig stellen sich im Laufe der Zeit auch Rückschritte, Misserfolge oder Enttäuschungen ein. Davon sollte man sich nicht den Mut und Elan nehmen lassen. Nach dem Motto: „Aufstehen, Mund abputzen, weitermachen“ wieder frisch ans Werk gehen. Manchmal zaubert ein unerwartetes Lächeln oder ein kleiner Dank den Ärger schnell wieder weg.

Wo kommen Sie abseits der Preisverleihung mit Ehrenamt in Berührung?

Ganz viel in unserem Alltag. In den Kirchen, bei der Caritas, der Lebenshilfe, der Diakonie. Mit Ärzten, die zum Beispiel im Gasthaus kostenfrei behandeln, in Dortmund-Scharnhorst im Seniorenbegegnungszentrum, beim Abenteuerspielplatz an der Flughafenstraße…

Die Liste könnte ich noch lange weiterführen und alle, die jetzt nicht genannt sind, sollten sich trotzdem angesprochen fühlen.

Worin besteht der gesellschaftliche Auftrag Ihrer Apotheken?

Unser Auftrag besteht darin, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen. Das war bisweilen in diesem Jahr knifflig. Die Apotheken haben im Frühjahr viel geleistet, um Engpässe bei Desinfektionsmitteln und Masken zu überwinden. Es freut uns immer, wenn wir eine schwierige Aufgabe doch zu einer guten Lösung führen können.

Sie unterstützen Dortmunds soziale Institutionen mit dem Talerprogramm. Wie sieht Ihr Zwischenfazit aus?

In diesem besonderen Jahr 2020 stellen wir fest, dass die Spendenbereitschaft unserer Kunden noch größer als sonst ist. Wir haben aktuell bis Oktober über 15.000 Taler als Spende entgegennehmen können.

Wenn Sie mehr Zeit hätten, wo würden Sie sich ehrenamtlich engagieren?

Ich würde mich gern mehr im ambulanten Hospizdienst engagieren. Ich habe im letzten Jahr eine Weiterbildung im Bereich Palliativ-Pharmazie gemacht und in dem Zusammenhang auch ein Praktikum absolviert. Das hat mich sehr beeindruckt.

Der zweite Bereich betrifft die Situation der Obdachlosen in Dortmund. Es ist sehr traurig, zu sehen, wie es diesen Menschen immer schlechter geht. Gerade während des Lockdowns im Frühjahr war das Elend unglaublich groß.

Gemeinsam mit Katrin Lauterborn vom Gasthaus konnten wir finanziell daran mitwirken, dass es zügig neue Waschgelegenheiten für Menschen ohne festen Wohnsitz gibt.

Spontane Herzensentscheidung: Wenn Sie persönlich 10.000 Euro verschenken dürften, welches ehrenamtliche Engagement würde diese bekommen?

Das ist schwer zu sagen. Ich hätte gern rund 10 bis 15 Prozent der Summe, die seitens der Stadt in die Sanierung des neuen Rathauses gesteckt wird, und würde damit das seit Jahren brachliegende Versorgungsamt an der Rheinischen Straße sanieren und für Menschen in Not zum ‚Haus der Menschlichkeit‘ umbauen.

Zum Hintergrund: In Paris gibt es seit rund 100 Jahren den „Palast der Frauen“, ein Rückzugsort für Frauen und deren Kinder in Not. Er wurde 1926 von Blanche Peyron, Offizierin der Heilsarmee gegründet, es dient bis heute als Zentrum für Unterbringung und Stabilisierung für Frauen und Kinder in Not.

Und was wünschen Sie sich für Dortmunds Zukunft?

Die Realisierung eines solchen Projektes und keine ewige Flickschusterei.

www.lensingmedia.de/hilfswerk

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