An der Westerwälder Seenplatte haben die Ausflügler die Wahl, welches Gewässer sie umrunden möchten. Wer gut zu Fuß ist, kann gleich mehrere in seine Wandertour einbauen. © von Braunschweig

Auf dem Sieben-Weiher-Weg: Wandern an der Westerwälder Seenplatte

„Seenplatte“ – das klingt nach Fernweh und Urlaubsgefühlen. Auch die Westerwälder Variante bietet alles, was man für einen gelungenen Ausflug braucht.

Schon die Musiker von Karat wussten in den 1970er-Jahren „Über sieben Brücken musst du geh’n“. Bis heute zählt der Titel zu den bekanntesten des Landes. Vor allem, weil Peter Maffay wenige Jahre später seine eigene Version nachlegte.

Der Text könnte dabei auch als Vorlage für einen Besuch der Westerwälder Seenplatte dienen. Brücken finden sich einige, die Zahl sieben verfolgt den Besucher auf Schritt und Tritt.

Und gehen kann man hier so lange, bis die Beine wirklich nicht mehr können.

Das ist die Westerwälder Seenplatte:

Auf einer Höhe von knapp 400 Metern über dem Meeresspiegel dümpeln im Westerwald sieben Seen unterschiedlicher Größe und von in der Regel nur geringer Tiefe vor sich hin, die allesamt von Menschenhand geschaffen worden sind.

Die Anwohner erzählen sich, dass hier vor Hunderten von Jahren Mönche damit begonnen hatten, künstliche Stillgewässer anzulegen, um fortan stets frischen Fisch auf dem Speiseplan haben zu können.

Etwa zur Mitte des 17. Jahrhunderts wechselte das Land schließlich den Besitzer und Graf Friedrich von Wied schwang sich zum Herrn über das Wasser und seine tierischen Bewohner auf.

Die traumhafte Seenlandschaft sorgt für Urlaubsgefühle.
Die traumhafte Seenlandschaft sorgt für Urlaubsgefühle. © Dominik Ketz/RPT © Dominik Ketz/RPT

Wied ließ nicht nur die Teiche vergrößern, sondern sorgte auch dafür, dass einige eigene Kanäle zum Wasseraustausch angelegt wurden. Bis vor wenigen Jahren wurden die Gewässer in regelmäßigen Abständen trockengelegt, um die Fische leichter fangen zu können.

Heute sind der Dreifelder Weiher, der Haidenweiher, der Brinkenweiher, der Hofmannsweiher, der Postweiher, der Hausweiher und der Wölferlinger Weiher über einen rund 32 Kilometer langen Wanderweg miteinander verbunden.

Was sollte jeder unbedingt sehen?

Der Sieben-Weiher-Weg ist mit einer leuchten blauen 7 und drei geschwungenen Wellenlinien markiert. Sowohl in der Ortschaft Steinebach an der Wied als auch in Dreifelden lässt es sich gut in die Wander-Herausforderung einsteigen.

An der Westerwälder Seenplatte haben die Ausflügler die Wahl, welches Gewässer sie umrunden möchten. Wer gut zu Fuß ist, kann gleich mehrere in seine Wandertour einbauen.
© von Braunschweig © von Braunschweig

Der erste Blick wird dabei immer auf den Dreifelder Weiher fallen. Denn der ist mit einer Fläche von über 120 Hektar die mit Abstand größte Wasserfläche der Region und damit vielleicht die einzige, die den Namen „See“ auch wirklich verdient.

Die übrigen verstecken sich mitunter so geschickt hinter einem dichten Schilfgürtel, dass die Besucher sie erst entdecken, wenn sie sozusagen mit der Nase darauf gestoßen werden.

Die Westerwälder Seenplatte lädt zum Verweilen und Erholen ein.
Die Westerwälder Seenplatte lädt zum Verweilen und Erholen ein. © Dominik Ketz/RPT © Dominik Ketz/RPT

Was bei einer Wanderung auf dem Sieben-Weiher-Weg niemals fehlen sollte, sind ein Fotoapparat und nach Möglichkeit ein Fernglas. Blesshühner und Cormorane, Graureiher und sogar Schwarzstörche lassen sich hier mit ein bisschen Glück beobachten.

Was es noch zu sehen gibt, sind Bäume. Die Wege der Wanderstrecke führen durch ausgedehnte Waldgebiete, die mitunter jedoch auch schon mal kargen Mondlandschaften gleichen können, wenn gerade die Mannschaften mit ihren Motorsägen durchgezogen sind.

Wieder zurück am Ausgangspunkt Dreifelder Weiher warten dann ausreichend Gastronomiebetriebe auf erschöpfte Wandersleute.

Wo können Reisende übernachten?

Auch hier bietet es sich an, die beiden Ortschaften am Dreifelder Weiher anzusteuern. Steinebach an der Wied und Dreifelden verfügen über einige hübsche Pensionen.

Wie kommt man hin?

Die Westerwälder Seenplatte lässt sich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern eigentlich nur mit dem Auto erreichen. Sie liegt in Rheinland-Pfalz und wird daher am besten über die Autobahn 3 erschlossen.

Wer über die A45 aus Norden kommt, verlässt diese in Haiger Burbach und fährt dann nach Westen.