Coronavirus

Corona-Mutation: Wie gefährlich ist die neue Variante wirklich?

Mutationen des Coronavirus sind nicht selten, doch sorgt die neue Variante aus Großbritannien erst mal für Sorge. Viel ist über die veränderte Art nämlich noch nicht bekannt.
Mutationen sind Forschern zufolge bei dem Coronavirus nicht ungewöhnlich. © picture alliance/dpa/NIAID/NIH/AP

Immer wieder gibt es Berichte über neuartige Mutationen der Corona-Viren. Zuletzt wurde eine Variante entdeckt, die sich in Großbritannien verbreitet. Doch was ist über die Mutation der VUI2020/12/01-Variante bisher bekannt – und was bedeuten sie für das Infektionsgeschehen?

Was für eine Mutation liegt überhaupt vor?

Nicht alle Virenveränderungen sind zwangsläufig gefährlich. Riskant kann so eine Veränderung allerdings werden, wenn sich auf der Oberfläche des Virus ein Schlüsselprotein verändert – dadurch könnte es dem Virus nämlich erleichtert werden, in menschliche Zellen zu gelangen. Ersten Analysen britischer Wissenschaftler zufolge verfügt die neue Variante über ungewöhnlich viele solcher genetischen Veränderungen, vor allem im Spikeprotein.

Laut dem Virologen Christian Drosten habe die B.1.1.7-Linie zwei eventuell verstärkende und eine wohl abschwächende Mutation (ORF8). Weitere unklare Mutationen seien möglich, jedoch wurden das Ursprungsvirus und die Mutante noch nicht im Labor verglichen.

Ist die Mutation gefährlicher als die Ursprungsviren?

Laut dem britischen Premierminister Boris Johnson ist die kürzlich entdeckte Variante um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Die starke Verbreitung könne dem deutschen Wissenschaftler zufolge jedoch auch ein Zufall sein.

Der Virologe Christian Drosten sagte, die Mutation verschaffe dem Virus nicht zwingend einen Selektionsvorteil, auch wenn das möglich sei. Auch der Virologe Dr. Rolf Kaiser vom Universitätsklinikum Köln betonte: „Pauschal kann man nicht sagen, ob die neue Variante des Virus aggressiver oder tödlicher ist.“

Ob diese Mutation von Sars-CoV-2 ursächlich für den Anstieg der Infektionen im Südosten Englands ist, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wissenschaftlich belegt, sagt auch Intensivmediziner Dr. Uwe Janssens, Chefarzt im St. Antonius Hospital in Eschweiler, im WDR.

Wirkt der Corona-Impfstoff auch bei der mutierten Art?

Viele haben wegen der Mutation Sorge, dass die Impfstoffe gegen das Coronavirus nun keinen Schutz mehr bieten. Der bereits in Großbritannien eingesetzte Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech erzeugt nämlich eine Immunantwort gegen das mutierte Spikeprotein.

Bislang gibt es jedoch noch keine Hinweise darauf, dass die entwickelten Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv sind. Ein Experte des Biozentrums der Universität Basel betonte der dpa gegenüber außerdem, Veränderungen einzelner Merkmale würden nicht dazu führen, dass das Immunsystem den Erreger nicht mehr erkenne, da der Impfstoff eine Immunreaktion gegen gleich mehrere Virusmerkmale erzeugt.

Gibt es auch schon Fälle mit dem mutierten Virus in Deutschland?

Während sich auf der ganzen Welt neue Varianten des Coronavirus ausbreiten, nimmt auch hierzulande die Sorge vor Mutationen zu. Laut Virologe Christian Drosten sei die Mutation in Deutschland jedoch noch nicht gesehen worden. Allerdings gab es laut WDR vereinzelt Fälle in anderen europäischen Ländern, darunter den Niederlanden.

Laut WHO würden die britischen Behörden weiter Informationen und Ergebnisse ihrer Analysen und Studien zu der neuen Virusvariante teilen. Bis dahin sei es unerlässlich, weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Der Artikel "Corona-Mutation: Wie gefährlich ist die neue Variante wirklich?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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