Coronavirus

Corona-Regeln an Weihnachten: Wo darf ich im Hotel übernachten?

Die Hotels in Deutschland sind derzeit geschlossen. Aber wie steht es um Weihnachten – dürfen die Verwandten dann auch in Hotels übernachten? So sind die Regeln in den Bundesländern.
Die Regelungen zu Hotelübernachtungen an Weihnachten sind in den Bundesländern unterschiedlich. © picture alliance/dpa

Die Kontaktbeschränkungen sollen über Weihnachten und Silvester gelockert werden, um Familienbesuche über die Feiertage zu ermöglichen. Aber: Dürfen die Verwandten dann auch in Hotels übernachten? Darüber sind sich Bund und Länder uneins. Aktuell dürfen Hotels in ganz Deutschland nur Geschäftsreisende aufnehmen – denn im Teil-Lockdown, der bis mindestens 20. Dezember verlängert wurde, gilt ein touristisches Übernachtungsverbot in ganz Deutschland.

Mehrere Bundesländer erlauben Hotel-Übernachtung für Verwandte

Kanzleramtschef Helge Braun hatte in einem RTL-Interview gesagt, dass man zwar überlegt habe, ob die Hotels im Rahmen des Verwandtenbesuchs geöffnet werden könnten, „damit das nicht auf der Couch zu Hause stattfindet“. Aber: „Wir sind dann zu der Überzeugung gekommen: Das kann man nicht kontrollieren. Und touristische Reisen dürfen auf keinen Fall stattfinden.“ Hotels und Gastronomie seien nun zunächst bis 20. Dezember geschlossen. „Aber wir gehen auch davon aus, dass wir das noch in den Januar hinein verlängern müssen.“ Doch nun scheren einige Bundesländer aus – und es wird wieder unübersichtlich.

Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen haben als erste angekündigt, Hotelöffnungen über die Feiertage zu erlauben: Dies seien keine Reisen im touristischen Sinne. Und so solle vermieden werden, dass zu viele Menschen aus verschiedenen Haushalten bei den Familienbesuchen über die Feiertage in Privatwohnungen drängen. Auch andere Bundesländer schließen sich dem nun an. Was gilt also in welchem Bundesland? Der Überblick:

Baden-Württemberg: In dem Bundesland dürfen Hotels über die Feiertage für den Verwandtenbesuch öffnen – der Zeitraum ist aber auf den 23. bis 27. Dezember beschränkt. Auch in anderen Punkten schert Baden-Württemberg aus, die Weihnachtsferien starten dort nun doch nicht früher, sondern erst am 23. Dezember.

Bayern: In Bayern bleiben, wie in den anderen Bundesländern, die Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen erst einmal bis zum 20. Dezember geschlossen. Ob Verwandtenbesuch über die Feiertage in solchen Unterkünften übernachten darf, dazu äußerte sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch nicht. Dafür aber geht das Bundesland in puncto touristische Ausflüge einen Schritt weiter: Das Kabinett hat am Donnerstag auch für Wintersportler und andere Tagestouristen, die nur kurz in ein Corona-Risikogebiet im Ausland reisen, eine Quarantänepflicht beschlossen.

Berlin: Wer über Weihnachten seine Verwandten in Berlin besucht, darf dabei auch in Hotels übernachten. „Wenn es eine Reise ist, die nicht touristischer Natur ist, dann gibt es auch eine Übernachtungsmöglichkeit in den Hotels“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag. Gleichzeitig sagte er: „Zu Hause bleiben ist der dringende Appell, nicht herumreisen.“ Wenn es aber doch nötig sei, Familienmitglieder zu besuchen, dann gehe er davon aus, dass das keine touristische Reise sei, bei der man durch die Stadt gehe, sich Sehenswürdigkeiten anschaue oder einkaufen gehe. Anders als in den anderen Bundesländern dürfen sich in Berlin auch über Weihnachten nur fünf Personen aus verschiedenen Haushalten treffen.

Brandenburg: In Brandenburg dürfen Hotels und Pensionen nur noch Reisende, die geschäftlich oder aus anderen notwendigen Gründen unterwegs sind, beherbergen. Ob Verwandtenbesuche an Weihnachten dazuzählen? Noch unklar. Aber wie Baden-Württemberg will Brandenburg die Lockerung der Kontaktbeschränkungen auf den Zeitraum vom 23. bis 27. Dezember begrenzen, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke ankündigte.

Bremen: Das kleine Bundesland lockert über die Feiertage und will Verwandten zu Weihnachten erlauben, in Hotels zu schlafen.

Hamburg: Auch Hamburg will Hotel-Übernachtungen für den Familienbesuch erlauben.

Hessen: In Hessen darf der Familienbesuch ebenfalls im Hotel übernachten. „Wer eine Verwandtenreise macht, muss irgendwo übernachten können“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag nach der Sitzung des Corona-Kabinetts in Wiesbaden. Es habe schließlich nicht jeder die Möglichkeit, für die Besucher ein Zimmer zur Verfügung zu stellen. Und schon jetzt sei es so, dass für besondere Fälle auch Privatleute in Hotels übernachten dürften, etwa bei Familienbesuchen nach einem Todesfall. Eine Verordnung dazu soll in Hessen demnach Mitte Dezember beschlossen werden, jedoch nur für die Weihnachtsfeiertage gelten.

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern kündigte am Samstagabend an, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben. So sollen Hotels und Pensionen vom 23. Dezember bis zum 1. Januar für Gäste öffnen dürfen, die ihre Familie besuchen. Drei Übernachtungen seien erlaubt, teilte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Verbänden mit.

Niedersachsen: In der neuen Corona-Verordnung des Landes sind zwar weiterhin Übernachtungen zu touristischen Zwecken untersagt. Aber in der Begründung der Verordnung klargestellt, dass bei Besuchen von Verwandten oder engen Freunden Übernachtungen „im direkten Zusammenhang mit der Teilnahme an Weihnachts- oder Silvesterfeiern als ‚nicht-touristische‘ Übernachtungen“ zulässig seien, berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

Nordrhein-Westfalen: Verwandte dürfen in NRW über die Weihnachtsfeiertage im Hotel übernachten, Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte den Weg für diese Regelung mit als erster in Deutschland frei gemacht: Touristische Reisen seien zwar derzeit untersagt, so Laschet am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. Wenn aber Familien sich besuchten und keine Übernachtungsmöglichkeit bei den Verwandten hätten, „ist es über die Weihnachtstage möglich, dass man auch in einem Hotel übernachtet“. Der Ministerpräsident betonte: „Das wird nicht unter touristischer Reise verstanden.“

Rheinland-Pfalz: Aus Rheinland-Pfalz gibt es keine eindeutige Äußerung: „Wir werden vor Weihnachten eine weitere Überprüfung und Bewertung vornehmen. Die Bundesregierung hat dafür die Zusage gemacht, die Hilfen auf Basis der Novemberhilfe im Dezember zu verlängern“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Saarland: Auch aus dem Saarland gibt es bislang keine Äußerung, ob an Weihnachten Verwandte im Hotel schlafen dürfen.

Sachsen: Inzwischen hat sich das Sozialministerium in Sachsen geäußert: Wer seine Familie besucht, soll im Hotel schlafen dürfen. Das berichten die „Dresdner Neueste Nachrichten“.

Sachsen-Anhalt: Auch im Bundesland Sachsen-Anhalt sollen Verwandte in Hotels übernachten dürfen. Das ist auch jetzt schon aus dringenden familiären Gründen möglich.

Schleswig-Holstein: Zunächst machte Ministerpräsident Daniel Günther keine Hoffnungen für Lockerungen oder Hotelöffnungen über die Feiertage, doch nun kündigte er an, dass Hotelübernachtungen bei Familienbesuchen über Weihnachten erlaubt seien. Vom 23. bis 27. Dezember seien jeweils maximal zwei Übernachtungen möglich, so die „Kieler Nachrichten“.

Thüringen: Aus Thüringen gibt es bislang keine Äußerung, ob an Weihnachten Verwandte im Hotel schlafen dürfen. Die Tendenz geht aber eher in Richtung: Nein.

RND

Der Artikel "Corona-Regeln an Weihnachten: Wo darf ich im Hotel übernachten?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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