Coronavirus

Faktencheck: Führt die Corona-Impfung zu einem positiven Test?

Selbst bei Geimpften können Corona-Tests noch positiv ausfallen. Oftmals wird die Impfung als Ursache dafür angesehen. Dabei nehmen die Corona-Impfstoffe keinen Einfluss auf das Ergebnis.
Ein Schüler tröpfelt Flüssigkeit auf einen Corona-Selbsttest. © picture alliance/dpa

Frisch geimpft und trotzdem zeigt der Corona-Test ein positives Ergebnis an? Ja, das kann passieren. Wer jedoch glaubt, dass das positive Testergebnis mit der Impfung zusammenhängt, irrt. „Eine Impfung kann in keinem Fall zu einem positiven Test führen“, sagt der Virologe Martin Stürmer, Laborleiter am IMD Labor für Interdisziplinäre Medizin und Diagnostik in Frankfurt. Ein Corona-Test fällt bei Geimpften nur positiv aus, wenn diese sich tatsächlich mit dem Virus infiziert haben.

Corona-Tests weisen nicht das Spike-Protein nach

PCR-Tests, die nach wie vor als Goldstandard beim Nachweis von Corona-Infektionen gelten, weisen virale Nukleinsäure nach – also das Erbgut beziehungsweise die RNA des Virus. Die Antigenschnelltests zeigen wiederum an, ob bestimmte Virusantigene, also Proteine, in den entnommenen Proben vorhanden sind. Fast alle dieser Tests basieren auf dem Nachweis des Nucleocapsid-Proteins (N-Protein), heißt es vonseiten des Paul-Ehrlich-Instituts.

Die Corona-Impfstoffe enthalten hingegen den Bauplan des Spike-Proteins in Form von mRNA beziehungsweise DNA. Mithilfe des Spike-Proteins kann das Coronavirus an die menschlichen Zellen binden. Das heißt: Weder der PCR-Test noch die Antigenschnelltests weisen das Spike-Protein nach. Folglich kann die Impfung kein Auslöser für ein positives Corona-Testergebnis sein.

Stürmer weist hinsichtlich der PCR-Tests zudem darauf hin, dass es „für ein positives Testergebnis in Deutschland ein Testsystem mit zwei Zielregionen braucht“. Die Tests weisen also zwei charakteristische Genabschnitte von Sars-CoV-2 nach. Selbst wenn die PCR-Tests die Genregion des Spike-Proteins für die Analyse nutzen würden, „könnte in der Theorie nur ein Ziel positiv werden, damit wäre der Test aber nicht positiv zu bewerten“.

Corona-Impfstoffe bieten keinen 100-prozentigen Schutz vor Ansteckung

Ein Corona-Test fällt bei Geimpften somit nur positiv aus, wenn diese sich tatsächlich mit dem Virus infiziert haben. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn sich Betroffene kurz vor der Impfung oder unmittelbar danach mit Sars-CoV-2 angesteckt haben.

Die mittlere Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung – beziffert das Robert Koch-Institut mit fünf bis sechs Tagen. Es dauert also etwas, bis sich eine Corona-Infektion bemerkbar macht.

Der Artikel "Faktencheck: Führt die Corona-Impfung zu einem positiven Test?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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