Bundestagswahl 2021

Fehlende Stimmzettel, lange Schlangen und stundenlange Wartezeit vor den Wahllokalen in Berlin

In Berlin haben sich am Sonntagvormittag lange Warteschlangen vor den Wahllokalen gebildet. Ein Grund ist, dass Wahlhelfer kurzfristig abgesprungen sind - teils gingen zudem Stimmzettel aus.
Lange Schlangen zeigen sich am Sonntag auch vor dem Wahllokal in Berlin Tiergarten. Wähler mussten dort viel Geduld mitbringen. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Immer mehr Chaos bei der Bundestagswahl in Berlin. Bereits am Sonntagmorgen haben sich teils lange Warteschlangen vor den Wahllokalen gebildet. Am Nachmittag gingen in einigen Wahlkreisen gar die Stimmzettel aus. Das berichtet die „Welt“. „Hier herrscht mittlerweile Chaos. (…) Drei Wahlen und der Berliner Marathon zusammen, das konnte nicht gut gehen. Folge: Hier sind keine Wahlzettel mehr“, sagte ein Wahlleiter eines Wahllokals im Berliner Westen dem Nachrichtenportal. Wegen des Marathons in der Hauptstadt käme der angeforderte Nachschub nicht durch.

Auch die Polizei sei durch den Wahlleitung angefordert worden. „Die kommt aber erst mal auch nicht. Das kann dauern.“ Nach Informationen der „Welt“ sollen auch in den Wahllokalen 611 und 607 in Wilmersdorf die Stimmzettel ausgegangen sein. Man müsse die „Wahl unterbrechen“.

Zahlreiche Twitter-Nutzer posteten Fotos von den Wahlwilligen, die sich bei gutem Wetter hintereinander aufreihten. Ein Nutzer schätzte die Warteschlange vor seinem Wahllokal gar auf „locker 150 Meter“.

Neben der Bundestagswahl hat am Sonntag in Berlin auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus begonnen. Zudem werden zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt. Außerdem können Wählerinnen und Wähler darüber abstimmen, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet werden sollen.

Das Bezirksamt Berlin-Mitte erklärte am Nachmittag, dass die Wartezeit bereits mehr als zwei Stunden betrage. „Machen Sie sich so schnell wie möglich auf den Weg“, so der eindringliche Appell.

Absagen und Hygieneregeln sind schuld

In einigen Wahllokalen begannen die Abstimmungen mit Hindernissen. So hatten einige Wahlhelfer kurzfristig abgesagt. Sie wurden nach Angaben aus der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin über Nachrückerlisten nachbesetzt. Vor mehreren Wahllokalen bildeten sich Schlangen. Diese sind nach Angaben aus Wahllokalen morgens und abends kurz vor Schließung durchaus üblich.

Hinzu kommen die coronabedingten Hygieneregelungen und der aufwendige Wahlprozess mit vier Stimmzetteln. Nach Angaben der Landeswahlleitung gab es in Berlin noch nie so viele Abstimmungen an einem Tag.

Nur mit Hilfe der Feuerwehr konnten Wählerinnen und Wähler zweier Berliner Wahllokale abstimmen. Wegen Problemen mit der elektronischen Schließanlage kam das Wahlteam nicht rechtzeitig wie geplant in das Gebäude der Mensa Nord des Studierendenwerkes mit den Wahllokalen 102 und 106 im Bezirk Mitte. „Wir mussten die Feuerwehr rufen, die mit dem Notschlüssel das Gebäude öffnen konnte“, sagte Wahlvorsteher Alexander Radebach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Wahllokale konnten erst mit Verspätung öffnen

In der Folge konnten die Wahllokale erst mit Verspätung öffnen. Auch dadurch habe sich eine Schlange von Wählerinnen und Wählern gebildet. Sie mussten etwas warten, bevor alles wieder regulär lief. Ihm sei kein Fall bekannt von jemandem, der deswegen nicht wählen konnte. „Lösungen gibt es“, sagte Radebach.

Die 2257 Wahllokale in Berlin schließen um 18 Uhr, anschließend beginnt die Auszählung. Für die Wahl zum Abgeordnetenhaus sind 2,45 Millionen Menschen wahlberechtigt. Das Landesparlament besteht aus mindestens 130 Abgeordneten, aktuell sind es durch Überhang- und Ausgleichsmandate 160. Dieses Mal bewerben sich 34 Parteien mit Landes- oder Bezirkslisten um die Zweitstimmen der Wählerinnen und Wähler. 2016 waren es 21.

Einen Rekordwert gibt es bereits bei den Briefwahlen. Nach Angaben der Landeswahlleiterin wurden insgesamt 988.201 Wahlscheine ausgestellt. Damit liegt die Zahl der Menschen, die sich die Briefwahlunterlagen haben zukommen lassen, 44 Prozent über der Bundestagswahl 2017. Vor vier Jahren waren es 686.177 Wahlscheine.

RND

Der Artikel "Fehlende Stimmzettel, lange Schlangen und stundenlange Wartezeit vor den Wahllokalen in Berlin" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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