Musik

Gotthilf Fischer (92) ist tot: Trauer um den König der Chöre

Gotthilf Fischer ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Der Gründer der berühmten Fischer-Chöre sei im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen, bestätigte seine langjährige Managerin.
Gotthilf Fischer, Komponist und Chorleiter, singt mit Besuchern des Christkindlesmarkts. Fischer starb am 11.12.2020 im Alter von 92 Jahren. © picture alliance/dpa

Trauer um Gotthilf Fischer: Der Chorleiter und Dirigent ist bereits am Freitag im Alter von 92 Jahren gestorben. Das bestätigte seine langjährige Managerin Esther Müller am Mittwoch der „Bild“-Zeitung: „Gotthilf ist gegen Mittag friedlich eingeschlafen. Er hatte keine schwere Krankheit, es war einfach das Alter. Heute wurde er beerdigt.“ Auch der Nachrichtenagentur dpa wurde Fischers Tod bestätigt. Gotthilf Fischer leitete jahrzehntelang die berühmten Fischer-Chöre.

Fischer wurde am 11. Februar 1928 im schwäbischen Plochingen geboren. Er wuchs als Sohn eines Hobbymusikers auf und gründete mit 14 Jahren seinen ersten Chor. Drei Jahre später übernahm er die Leitung des Gesangvereins Concordia in Deizisau, später wurde er Leiter weiterer Gesangvereine. Zu bundesweiter Berühmtheit gelangte er, als die Fischer-Chöre 1969 in der Sendung „Drei mal Neun“ mit Wim Thoelke auftraten.

Bald darauf erschien die erste Schallplatte. Er dirigierte ganze Kreuzfahrtschiffe, das Münchner Olympiastadion während der Fußballweltmeisterschaft 1974 und zelebrierte eine Friedensmesse für den früheren US-Präsidenten Jimmy Carter. Den Fischer-Chören gehörten zwischenzeitlich mehr als 60.000 Sänger auf der ganzen Welt an. Sie waren in Freundeskreisen der Fischer-Chöre aktiv. Mehr als 16 Millionen Schallplatten wurden weltweit verkauft.

Gotthilf Fischer: TV-Moderator und Träger des Bundesverdienstkreuzes

Auch durch zahlreiche TV-Auftritte wurde Fischer bekannt, er war unter anderem Initiator und Moderator der ARD-Fernsehreihe „Straße der Lieder“. Seit 1982 trug er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse für besondere Verdienste ums deutsche Volkslied.

Erst im vergangenen Jahr wurde der „König der Chöre“ sogar noch für einen Interneterfolg ausgezeichnet: Seine Aufnahme der Europahymne „Ode an die Freude“ mit der Liedzeile „Freude schöner Götterfunken“ kam nach Angaben seines Managements auf mehr als 17 Millionen Youtube-Streams und Zehntausende Downloads bei Anbietern wie Amazon und Spotify.

Umgerechnet zähle das in etwa so viel wie 75.000 physische Tonträger – dafür gab es eine Goldene Schallplatte.

RND/seb

Der Artikel "Gotthilf Fischer (92) ist tot: Trauer um den König der Chöre" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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