Grenzkontrollen in der EU

Hunderte Menschen an deutsch-dänischer Grenze abgewiesen

Aufgrund der neuen Corona-Regeln müssen zahlreiche Menschen an der deutsch-dänischen Grenze ausharren. Die dänische Regierung hat die Reisebeschränkungen verschärft.
Hunderte Menschen werden an der Grenze zu Dänemark abgewiesen. © picture alliance/dpa

Nach der Verschärfung der dänischen Reisebeschränkungen hat die Polizei auf der nördlichen Grenzseite innerhalb von 24 Stunden fast 600 Menschen die Einreise verweigert.

Von Sonntag- bis Montagmorgen seien in Verbindung mit den geltenden Corona-Regeln 595 Personen bei Stichprobenkontrollen an der deutsch-dänischen Grenze abgewiesen worden, teilte die Polizei von Süd- und Süderjütland am Montagnachmittag auf Twitter mit. Es könne sein, dass diese Zahl nachträglich noch aktualisiert werde.

Zuvor hatte die Polizei Ausländer darauf hingewiesen, dass sie bei der Einreise die nötigen negativen Corona-Testbescheide vorweisen müssen. „Vermeiden Sie, an der Grenze zurückgewiesen zu werden, weil Sie kein Covid-19-Zertifikat vorlegen können“, hieß es am Morgen nochmals in einem Tweet.

Als ausländischer Staatsbürger müsse man bei der Einreise ein solches Zertifikat dabei haben. Zudem wies die Polizei darauf hin, dass die neuen Bestimmungen zur Einreise möglicherweise Staus an der Grenze verursachen könnten.

SSW fordert praktikable Lösung

Der SSW forderte die dänischen und deutschen Behörden angesichts der neuen Bestimmungen auf, gemeinsam praktikable Lösungen für die Grenzpendler zu finden, damit diese unbürokratisch und schnell Corona-Tests für die Einreise nach Dänemark bekommen.

Den Angaben zufolge sind am Montagmorgen zahlreiche Grenzpendler an der deutsch-dänischen Grenze abgewiesen worden, weil sie aufgrund des spontan einsetzenden Ansturms auf Teststationen keinen Test vornehmen lassen konnten.

Viele Grenzpendler seien in systemrelevanten Berufen tätig, in dänischen Krankenhäusern und Pflegeheimen zum Beispiel, sagte die stellvertretende Vorsitzende des SSW im Landtag, Jette Waldinger-Thiering. „Homeoffice kommt für sie selbstredend nicht infrage. Die Testkapazitäten reichen schlicht nicht aus, um alle Grenzpendler zu versorgen, deshalb müssen die Behörden jetzt gemeinsam handeln.“

Hunderte Menschen warten

Am Wochenende und auch am Montag warteten nach Medienberichten zum Teil Hunderte Menschen stundenlang, um einen Schnelltest machen zu können. Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) schrieb am Sonntag mit Blick auf die langen Schlangen vor den Teststationen privater Anbieter in Handewitt und Flensburg: „Es ist mehr als eine Herausforderung, dass wir aufgerufen werden, Kontakte zu vermeiden und gleichzeitig sollen tausende von Grenzpendler*innen ab sofort einen Test vorweisen.“

Tausende Grenzpendler und Grenzpendlerinnen kämen aus Flensburg und der näheren Region, erklärte Lange. Sie alle seien auf den Arbeitsplatz in Dänemark angewiesen. „Wir kämpfen immer und immer wieder für ein abgestimmtes Vorgehen und werden immer und immer wieder vor vollendete Tatsachen gesetzt.“

Sorge vor mutierten Viren

Aus Sorge vor mutierten Coronavirus-Varianten und der Corona-Lage weltweit hatten die Dänen ihre Einreisebestimmungen am Freitag nochmals verschärft. Demnach werden Ausländer nur noch dann ins Land gelassen, wenn sie einen triftigen Grund dafür haben und zudem einen negativen, maximal 24 Stunden alten Corona-Test vorweisen können. Die Beschränkungen gelten vorläufig bis zum 17. Januar.

Für Menschen aus dem an Dänemark grenzenden Schleswig-Holstein sowie aus Südschweden gibt es aber Ausnahmen: Wer von ihnen einen triftigen Einreisegrund – dazu zählen ein Arbeitsplatz in Dänemark sowie nahe familiäre Kontakte und feste Beziehungen – hat, muss darüber hinaus lediglich einen negativen Corona-Test vorweisen können, der höchstens eine Woche alt ist.

Ohne einen solchen Grund muss ein negativer Test vorgelegt werden, der nicht älter als 24 Stunden ist. In Schleswig-Holstein lebende Dänen können ohne Einreisegrund und Corona-Attest einreisen.

RND/dpa

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