Corona-Impfung

Ist eine Impfung gegen Corona auch ohne Impfausweis möglich?

Im Impfpass verzeichnen Ärzte jede Schutzimpfung. Was passiert, wenn ich meinen Impfpass nicht mehr finde? Kann ich mich trotzdem gegen das Coronavirus impfen lassen? Fragen und Antworten.
Zur Impfung sollte man seinen Impfpass mitbringen - Seniorin Ursula Neuberger hält ihren Impfpass, in dem eine Grippe-Impfung und ihre erste Corona-Impfung vermerkt sind. © dpa

Besucht man zum ersten Mal einen neuen Arzt, darf der Impfpass nicht fehlen. Blöd nur, wenn man keine Ahnung hat, in welcher Schublade der gelbe Ausweis liegt. Warum der Impfpass so wichtig ist, welche Impfungen darin verzeichnet werden und ob man sich auch ohne Pass gegen Corona impfen lassen kann, diese Fragen beantworten wir hier.

Was steht im Impfpass?

„Der Impfpass gibt einen Überblick über den eigenen Impfschutz“, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Webseite www.impfen-info.de. Egal ob Grippeimpfung, die Standardimpfungen gegen Tetanus oder Masern sowie Reiseschutzimpfungen: Jeder Piks wird hier verzeichnet, sofern es sich um eine Schutzimpfung handelt.

Warum braucht man einen Impfausweis?

Einerseits als Erinnerungshilfe: Dank des Impfpasses weiß dessen Besitzer auf einen Blick, gegen welche Krankheiten aktuell Impfschutz besteht. Außerdem hilft der Pass laut der BZgA Ärzten, zu erkennen, ob eine Impfung aufgefrischt werden muss oder komplett fehlt. Die Dokumentation von Impfungen ist wichtig. „Lassen sich die Impfungen nicht rückwirkend dokumentieren, so gilt man als ungeimpft“, schreibt die BZgA.

Außerdem ist der gelbe Impfpass, wie wir ihn kennen, ein international anerkanntes Dokument der Weltgesundheitsorganisation. Ist beispielsweise auf Reisen plötzlich eine Impfung nötig, versteht auch ein ausländischer Arzt die Dokumentation im Ausweis.

Was passiert, wenn man den Impfpass nicht mehr findet?

Dann muss man wohl oder übel einige Telefonanrufe tätigen. „Wenn der Impfpass nicht auffindbar oder verloren gegangen ist, sollte man versuchen, die Informationen zu bereits erhaltenen Impfungen in den letzten zehn Jahren aus ärztlichen Unterlagen zu ermitteln“, empfiehlt die BZgA. Wenn das nicht klappt, gelte man als ungeimpft. In diesem Fall könne der Arzt empfohlene Impfungen nachholen und einen neuen Impfpass ausstellen. Dieses Vorgehen empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut: „Nur dokumentierte Impfungen gelten als durchgeführt.“

Auch ohne Impfpass ist eine Corona-Impfung möglich

Kann man sich auch ohne Impfpass impfen lassen, beispielsweise gegen Corona?

Ja. „Man kann sich auch ohne Impfpass impfen lassen“, sagt Roland Stahl, Pressesprecher der kassenärztlichen Bundesvereinigung. Kommt jemand ohne Pass in die Praxis, kann der Arzt einen neuen ausstellen (siehe vorherige Antwort). Sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, wenn man keinen Impfpass mehr hat, ist also möglich. „Kriterien, wer zuerst gegen Covid-19 geimpft wird, müssen die wissenschaftlichen Gesellschaften festlegen“, meint Pressesprecher Stahl.

Schadet es, eine Impfung doppelt zu bekommen?

„Von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen geht in der Regel kein erhöhtes Risiko aus“, lautet die Einschätzung der Stiko in ihrem aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“. Sehr selten komme es nach mehrmaligem Impfen zu Nebenwirkungen wie schmerzhaften Schwellungen und Rötungen rund um den Einstichpunkt. „Ist der Patient beim Arzt bekannt, kann der das Risiko einer Impfung abschätzen“, erklärt Roland Stahl, Pressesprecher der kassenärztlichen Vereinigung. Wenn der Patient das erste Mal in der Praxis ist, führe der Mediziner sowieso ein Gespräch und lasse sich bisherige Befunde vorlegen, bevor er impfe.

Ist ein digitaler Impfpass geplant?

Jein. Das Bundesgesundheitsministerium plant die elektronische Patientenakte (Epa). Darin können Ärzte beispielsweise Befunde oder Röntgenbilder speichern. Ab kommendem Jahr müssen Krankenkassen ihren Versicherten die Epa anbieten. Aber kein Patient ist verpflichtet die Epa zu nutzen. Ab 2022 soll es möglich sein, darin auch Impfausweis oder Mutterpass zu speichern. Grundlage für diese Regelungen ist das neue Patientendatenschutzgesetz (PDSG).

RND

Der Artikel "Ist eine Impfung gegen Corona auch ohne Impfausweis möglich?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.