Coronavirus

Laborfehler: Corona-Vorzeigestadt Rostock darf Ausgangssperre schon wieder aufheben

Rostock gilt als positives Beispiel für den Umgang mit der Corona-Pandemie, musste aber die Bundes­notbremse anwenden. Doch nun kommt raus: Schuld daran waren falsche Zahlen aus einem Labor.
Claus Ruhe Madsen, Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, steht im Bürgerschaftssaal neben dem Stadtwappen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Mit sofortiger Wirkung hebt Rostock die seit Donnerstag geltende Ausgangsperre schon wieder auf. Grund für die Ausgangssperre waren falsche Zahlen aus einem Labor, wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet.

„Am Dienstag waren uns aus einem Labor falsche Zahlen geliefert worden“, sagt ein Stadtsprecher. Nach „OZ“-Informationen wurden in einem Labor Fehler gemacht: In mehreren Fällen waren negative Tests versehentlich zu den positiven Fällen gezählt worden.

„Wir haben die Zahlen nun korrigiert: Die Inzidenz lag am Dienstag nicht bei 104,9, wie irrtümlich angegeben, sondern bei 99,9“, sagt der Sprecher. Demnach lag die Inzidenz gar nicht drei Tage in Folge bei über 100, die Ausgangsperre hätte also gar nicht greifen müssen.

Das Gesetz zur „Bundesnotbremse“ gilt seit Samstag. Es sieht vor, das Landkreise uns kreisfreie Städte bestimmte Regeln einführen müssen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen in Folge über dem Wert von 100 liegt. Da dies für Rostock laut der korrigierten Zahlen nicht der Fall war, dürfte die Stadt die Regeln im Schnellverfahren außer Kraft setzen.

Ab sofort gilt deshalb in der Hansestadt keine Ausgangssperre mehr. Auch den Zoo darf jeder ohne vorherigen Schnelltest besuchen. Ebenso dürfen Baumärkte weiterhin öffnen. „Und auch nach 22 Uhr dürfen gastronomische Betriebe Essen zum Mitnehmen verkaufen“, heißt von der Stadt.

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen mahnt dennoch zur Vorsicht: „Es wäre schön, wenn dies so bleibt und wir weiterhin unter der 100er-Marke bleiben! Natürlich können die Infektionszahlen täglich auf- und absteigen. Wir alle können aber dazu beitragen, Infektionen zu verhindern, indem wir uns an die geltenden Kontakt- und Abstandsregeln halten und regelmäßig die zahlreichen Testangebote nutzen.“

Modellstadt Rostock

Rostock gilt als Modellstadt für den Umgang mit der Corona-Pandemie. Ähnlich wie Tübingen entwickelte die Stadt an der Ostsee eigene Konzepte gegen das Virus. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen lag dort – und in ganz Mecklenburg-Vorpommern – meist unter den Werten anderer Regionen in Deutschland.

Der parteilose Oberbürgermeister Madsen wurde deshalb zu einem gern gesehenen Talkshow-Gast und warb dort für den Rostocker Weg durch die Pandemie.

RND/Oz/lob/pach

Der Artikel "Laborfehler: Corona-Vorzeigestadt Rostock darf Ausgangssperre schon wieder aufheben" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt