Verband ist besorgt

Lehrer warnen: Schulen könnten nach Sommerferien erneut geschlossen werden

Ein Lehrerverband kritisiert, die Politik versäume es einmal mehr, die Schulen in Sachen Corona auf die Zeit nach den Ferien vorzubereiten. Die Verantwortlichen müssten jetzt zwingend handeln.
Kinder mit Schulranzen gehen in einer Gruppe.
Wie geht es nach den Sommerferien in den Schulen angesichts der Corona-Pandemie weiter? © dpa

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt vor erneuten Schulschließungen und wirft der Politik mangelnde Vorbereitung für die Zeit nach den Sommerferien vor. „Schulen sind weiterhin keine sicheren Lernorte und laufen im kommenden Schuljahr Gefahr, erneut geschlossen werden zu müssen, wenn die Infektionszahlen wieder ansteigen“, sagte der Verbandsvorsitzende Udo Beckmann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Fehlende Infrastruktur

„In den meisten Bundesländern sind die Sommerferien in vollem Gange“, erläuterte Beckmann. „Mit großer Sorge müssen wir feststellen, dass die Politik es auch im dritten Jahr der Pandemie, wider besseres Wissen, bislang nicht fertiggebracht hat, die Schulen auf den erwarteten Anstieg des Infektionsgeschehens im Herbst vorzubereiten“, fügt er hinzu.

Der VBE-Chef kritisierte, die Politik vermittele in der Öffentlichkeit den Eindruck, es werde sicheren Präsenzunterricht geben, sie setze aber nach wie vor keine nennenswerten Maßnahmen um, die in den Schulen die Voraussetzungen dafür schafften. „Hinzu kommt, dass vielerorts nicht einmal die notwendige digitale Infrastruktur vorhanden ist, um im Notfall auf digitalen Unterricht ausweichen zu können.“

Bestmöglicher Schutz von Schülern und Lehrern

Offene Schulen könnten nur sichergestellt werden, wenn bestmöglicher Schutz von Schülern und Lehrkräften gewährleistet sei, so Beckmann. „Andernfalls kommen Zusammenlegungen von Lerngruppen oder Schulschließungen von ganz allein, wenn die ohnehin seit Langem ausgedünnte Personaldecke durch einen Anstieg der Infektionen in den Kollegien endgültig reißt“, sagte er. Die Politik müsse nun schnellstmöglich handeln.

Konkret forderte der Lehrergewerkschafter: „Es muss sichergestellt werden, dass verlässliche Stufenpläne auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entstehen.“ Er betonte: „Wenn es um die Sicherstellung des Präsenzunterrichts geht, darf angesichts der wissenschaftlich anerkannten Wirkung dieser Maßnahme auch die rechtzeitige Wiedereinführung einer Maskenpflicht kein Tabuthema sein.“

Politik nutzt das Berufsethos der Lehrkräfte weiter schamlos aus

Vor dem Hintergrund des akuten Lehrkräftemangels müsse sichergestellt werden, dass Schulleitungen und Lehrkräfte nicht wieder Aufgaben der Gesundheitsämter, wie Testung und die Nachverfolgung von Infektionsketten, übernehmen müssten, so Beckmann. „Es muss Schluss damit sein, dass die Politik das hohe Engagement und das Berufsethos der Lehrkräfte weiter schamlos ausnutzt, um eigenes Versagen zu kaschieren“, sagte er.

Der Artikel "Lehrer warnen: Schulen könnten nach Sommerferien erneut geschlossen werden" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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