Kanzlerkandidat

Nach CDU-Vorsitzwahl: Was Söder sagt – und was auf Laschet zukommt

Beide Verlierer der CDU-Vorstandswahl gehörten ins Team, sagt Söder. Daher plädiert er für eine Einbindung von Merz und Röttgen. Für die Kanzlerkandidatur seien Umfragewerte nicht ausschlaggebend.
Armin Laschet bei der Buchvorstellung von Markus Söder (Archivfoto). © picture alliance/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigt sich im Ringen um die Kanzlerkandidatur der Union sportlich. Dem CSU-Chef werden ob seiner guten Umfragewerte große Chancen zugemessen. Sollte sein Amtskollege aus Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, wie erwartet am Freitag auch in der Briefwahl zum neuen CDU-Vorsitzenden bestimmt werden, steht die Klärung unter den beiden Männern an, wer das Erbe von Kanzlerin Angela Merkel verteidigen soll.

In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte Söder nun: „Umfragen von heute sagen nichts über das Morgen aus.“ Das stimmt. Allerdings gilt seit jeher in der Union, dass das Rennen macht, wer die besten Aussichten auf den Wahlsieg hat.

Auch das Abschneiden der CDU bei den beiden Landtagswahlen Mitte März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sei noch nicht entscheidend. Das habe nichts miteinander zu tun, sagte Söder. „Auch bei einem neuen Trainer kann nicht das erste Spiel der Maßstab sein.“ Die Union suche eine Persönlichkeit, die Deutschland führen solle, und keinen Kandidaten für Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz.

Bild der Zerrissenheit innerhalb der Partei

In Sicherheit wiegen kann sich Laschet aber keinesfalls. Die CSU wird ihre greifbar erscheinende Möglichkeit, zum dritten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik den Kanzlerkandidaten zu stellen, nicht einfach vorüberziehen lassen. Stefan Müller, Fraktionsgeschäftsführer der CSU-Landesgruppe, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Die Entscheidung für Armin Laschet als CDU-Parteivorsitzender ist keine Vorwegnahme der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur.“

Laschet muss sich in den nächsten Wochen vor allem um den Zusammenhalt der CDU kümmern, die nach seinem knappen Sieg über Friedrich Merz am Samstag weiterhin ein Bild der Zerrissenheit abgibt. Allerdings hat Merz mit seinem Vorstoß, sich gegen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in das Kabinett Merkel – seine Erzfeindin – auswechseln zu lassen, massiv an Sympathien verloren.

Selbst in Kreisen seiner Unterstützer wird von herber Enttäuschung gesprochen, dass Merz nach einem Ministerposten verlangte, anstatt sich erst einmal in ein Team für den Wahlkampf einbinden zu lassen. Auffallend ist dabei, dass Merz-Anhänger wie JU-Chef Tilman Kuban nun nicht fordern, den früheren Bundestagsfraktionschef persönlich einzubinden, sondern nur dessen Themen wie Wirtschaftspolitik, Generationenvertrag und Digitalisierung.

„Ich erwarte, dass Friedrich Merz sich einbinden lässt“

Landesgruppen-Fraktionsgeschäfstführer Müller forderte Merz zur Kollegialität auf: „Ich erwarte, dass Friedrich Merz sich einbinden lässt“, sagte Müller dem RND. „Er hat großen Rückhalt im unternehmerischen Mittelstand und spricht konservative Wähler an. Er sollte das Team von Armin Laschet unterstützen.“

Der Vorsitzende der CDU-NRW-Landesgruppe im Bundestag, Günter Krings, sagte dem RND: „Ich mache in der CDU keine klar umrissenen Lager aus, aber natürlich viele, die dezidiert Wirtschaftsthemen und konservative Anliegen stärker betont wissen wollen.“

Er habe keinen Zweifel, dass Laschet in beiden Bereichen inhaltliche Schwerpunkte setzen werde. Zu glauben, alles hinge nun davon ab, bestimmte Personen in bestimmte Positionen zu heben, würde die inhaltlichen Anliegen der Merz-Unterstützer nicht ernst nehmen.

Besonders im Osten hatten viele auf Merz gehofft

Söder sagte noch, es sei „natürlich sinnvoll“, Merz in die weitere Arbeit einzubinden. „Wir sollten das beste Team in die Bundestagswahl schicken, und dazu gehört eben auch Friedrich Merz.“ Das gelte auch für den Drittplatzierten des CDU-Parteitags, Norbert Röttgen. Den kann Laschet allerdings partout nicht leiden. Und er dürfte sich von Söder auch ungern reinreden lassen.

Besonders in Ostdeutschland hatten viele Christdemokraten auf Merz gehofft – anders als Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt. Er sagte dem RND, er habe Laschet unterstützt, weil er für eine moderne Volkspartei der Mitte stehe. Er traut ihm das zu: „Er kann die Union zusammenführen.“ Und: „Wahlen werden im Osten und Westen in der Mitte gewonnen.“ Der Vorteil der Union sei aber: „Dass wir zwei hervorragende Ministerpräsidenten und Parteivorsitzende haben, die diesen Kurs der Mitte repräsentieren.“

RND

Der Artikel "Nach CDU-Vorsitzwahl: Was Söder sagt – und was auf Laschet zukommt" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt