Corona-Studie

Party für die Wissenschaft: 1300 Niederländer feiern zu Corona-Studienzwecken

Gegen Corona in den Club: Als Teil einer Corona-Studienreihe durften 1300 Menschen in Amsterdam eine Nacht lang feiern. 100.000 Bewerbungen waren für die Partystudie eingegangen.
Party, als gäbe es kein Corona: In Holland war das für einige Probanden zu Studienzwecken möglich. © picture alliance/dpa

Feiern, als gäbe es kein Corona – was unter normalen Umständen aktuell zu Empörung und Ärger mit der Polizei führen würde, durften 1300 Menschen in Amsterdam nun eine Nacht lang aus wissenschaftlichen Gründen tun. Darüber berichtet unter anderem der britische „Guardian“. Die Party im Ziggo Dome war Bestandteil einer Versuchsreihe, mit der Öffnungsperspektiven für die Niederlande in der Pandemie entwickelt werden sollen.

Pandemieforschung zu Musik vom DJ – das klingt zunächst wenig einleuchtend. Da aber alle Teilnehmenden am vergangenen Wochenende den kompletten Abend lang genau in ihren Bewegungen und ihrem Verhalten überwacht wurden, liefern sie wertvolle Daten zum Verständnis des Virus.

Für sechs Gruppen hatten die Veranstalter von Fieldlab, einem Zusammenschluss aus Vertretern verschiedener Veranstaltungsbranchen in den Niederlanden, unterschiedliche Verhaltensregeln aufgestellt, um die Verbreitung von Aerosolen, die Wirkung von Masken und lautem Singen in Menschengruppen zu untersuchen.

Tanzen und lautes Mitsingen ohne Maske – unter Laborbedingungen wertvoll in der Pandemiebekämpfung

Ziel der Versuche sei es, Öffnungen und große Veranstaltungen zu ermöglichen, so Tim Boersma vom Programmteam von Fieldlab im „Guardian“. „Wir hoffen, dass dies zu einem maßgeschneiderten Öffnungskonzept beitragen kann.“ Aktuell sind Versammlungen von mehr als 100 Menschen in den Niederlanden grundsätzlich untersagt. Die Experimente könnten bestenfalls zu differenzierteren Regeln führen, so Boersma.

In den unterschiedlichen Versuchsgruppen durften sich die Teilnehmenden entweder frei bewegen oder mussten auf der Stelle tanzen, sie mussten Masken durchgehend tragen, nur bei Bewegung durch die Menge – oder gar nicht. Wieder andere wurden, schreibt der „Guardian“, gar aufgefordert, möglichst laut mitzusingen. Um dabei keinen Corona-Ausbruch zu riskieren, wurden vorab alle Teilnehmenden auf eine Infektion getestet.

Run auf die Eintrittskarten

Genügend Freiwillige zusammenzubekommen scheint für die niederländischen Forscher das geringste Problem: Organisator Boersma berichtete davon, dass die 1300 verfügbaren Karten innerhalb von 20 Minuten ausverkauft waren – und sich insgesamt 100.000 Menschen beworben hätten.

Die wissenschaftliche Party war nicht die erste Veranstaltung ihrer Art in den Niederlanden: Zuvor waren unter Fieldlab-Leitung bereits unter anderem eine Konferenz mit 500 Teilnehmern und ein Fußballspiel mit 1200 Zuschauern organisiert worden.

RND/ytk

Der Artikel "Party für die Wissenschaft: 1300 Niederländer feiern zu Corona-Studienzwecken" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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