Coronavirus

RKI-Chef Wieler: Corona-Lage „diffus“ und „besorgniserregend“

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Donnerstag über die Corona-Lage in Deutschland informiert. Am Morgen hatte die Behörde einen neuen Höchstwert verzeichnet. Präsident Lothar Wieler warnte.
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), informierte zur aktuellen Situation in der Corona-Pandemie. © picture alliance/dpa/AFP POOL

Trotz Teil-Lockdown scheint sich das Coronavirus in Deutschland weiter auszubreiten: Bis Donnerstagmorgen haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.679 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet – ein neuer Höchstwert. Zudem verzeichnet die Behörde wieder mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Am Mittwoch war mit 590 Todesfällen binnen 24 Stunden ebenfalls ein neuer Höchststand registriert worden.

„Die Lage ist nach wie vor sehr ernst“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin. „Sie hat sich seit letzter Woche sogar verschlechtert.“ Immer noch würden sich zu viele Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infizieren. Dies führe gleichzeitig dazu, dass Gesundheitsämter und Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen kommen.

Wieler machte zudem deutlich: „Das Infektionsgeschehen kann schnell wieder kippen, die Fallzahlen können rasch exponentiell steigen. Dafür reichen wenige zusätzliche Fälle aus. Das müssen wir verhindern.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt für harten Lockdown

Anfang Dezember hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder darauf verständigt, den Teil-Lockdown bis zum 10. Januar zu verlängern. Inzwischen ist die Rede von einem vorzeitigen Bund-Länder-Treffen, um weitere Corona-Maßnahmen zu besprechen. Ob und wann es zu diesem Treffen kommt, ist bislang unklar.

In ihrer Rede zum Haushalt hatte Merkel am Mittwoch eindringlich an die Bevölkerung appelliert, Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden: „Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben, das sollten wir nicht tun. Das will ich nicht.“ Außerdem sprach sich die Bundeskanzlerin für einen harten Lockdown mit Geschäfts- und möglichen Schulschließungen nach Weihnachten bis zum 10. Januar 2021 aus.

Das hatte auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme gefordert. „Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Schon ab dem 14. Dezember sollten Kontakte möglichst reduziert werden.

Der Artikel "RKI-Chef Wieler: Corona-Lage „diffus“ und „besorgniserregend“" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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