Das Felsenmeer Hemer ist immer einen Besuch wert. © von Braunschweig
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Steine statt Wasser: Das Felsenmeer Hemer im Sauerland

Gibt es ein Meer ganz ohne Wasser, dafür aber mit unzähligen Felsen? In Hemer im Sauerland wird der Ausflügler fündig. Die Stadt hat ihr Meer sogar auf Straßenschildern verewigt.

Eine Strandtasche zu packen, ist in der Regel keine große Aufgabe: Handtuch, Sonnencreme, Buch und Schnorchelausrüstung – fertig. Bei einem Trip nach Hemer wird der Besucher mit diesen Utensilien allerdings nicht ganz so weit kommen.

Mit vollem Namen heißt die Sehenswürdigkeit nämlich „Felsenmeer“. Und das zeigt schon deutlich, dass hier eher feste Schuhe statt Badelatschen gefragt sind.

Was ist das Felsenmeer?

Das bewaldete Areal ist knapp 600 Meter lang und 200 Meter breit und so alt, dass man sich die Dimensionen kaum vorstellen kann.

Vor rund 385 Millionen Jahren war der komplette Südrand des Ruhrgebiets von einem tropischen Flachmeer bedeckt. Und dort, wo heute die Städte Wuppertal, Hagen, Iserlohn und eben auch Hemer liegen, erstreckte sich ein mächtiges Kalksteinriff.

Das Felsenmeer Hemer ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Das Felsenmeer Hemer ist ein beliebtes Ausflugsziel. © von Braunschweig © von Braunschweig

Als sich dann später das Wasser zurückzog und den Erdboden freigab, blieben die mächtigsten Teile des Riffs an Ort und Stelle zurück. Das Felsenmeer.

So klingt jedenfalls die wissenschaftliche Version.

Alte Sagen von gefallenen Riesen

Wer dagegen lieber alten Geschichten von sagenhaften Gestalten lauscht, der kann sich vielleicht eher mit dieser Entstehungstheorie anfreunden.

Der Zwergenkönig Alberich befehligte einst eine Truppe von fleißigen Winzlingen, die nach Gold und Silber schürften. Als eines Tages ein paar Riesen aus der Nachbarschaft von dem zunehmenden Reichtum der Zwerge Wind bekamen, beschlossen sie, sich all das Gold einfach zu nehmen.

Alberich aber lockte die großen Gegner in eine seiner gewaltigsten Hallen und ließ dann mit einem Zauberspruch die Decke einstürzen. Danach waren die Riesen tot – und das ganze Gelände logischerweise bis heute mit Gesteinsbrocken übersät.

Das sollte jeder unbedingt sehen

Egal, welche Geschichte stimmt oder an welche man glauben mag: Heute findet der Besucher eine Landschaft aus Felsen und Schluchten vor, die von Wegen und Brücken durchzogen ist. Ein Besuch ist rund um die Uhr möglich. Schranken oder Kassenhäuschen gibt es am Felsenmeer nicht.

Ausgedehnte Spaziergänge mit der ganzen Familie? Auch das ist beim Felsenmeer Hemer möglich.
Ausgedehnte Spaziergänge mit der ganzen Familie? Auch das ist beim Felsenmeer Hemer möglich. © von Braunschweig © von Braunschweig

Der Bereich gliedert sich in drei Teile: das große Felsenmeer, das kleine Felsenmeer und das sogenannte Paradies.

Zu den wichtigsten Verhaltensregeln gehört, dass sich ausnahmslos alle immer auf den befestigten Wegen aufhalten müssen. Denn so sehr die scheinbar unberührte Natur auch lockt, so gefährlich wäre es, hier einen Fuß auf den Boden zu setzen.

Bei einem Rundgang lohnt es sich, immer mal wieder die großen Brocken zu inspizieren. Die Wege sind nämlich von versteinerten Muscheln und anderen Fossilien gesäumt.

Auf den Spuren der Bergleute

Außerdem empfehlenswert sind die Hinterlassenschaften der vielleicht ältesten Bergleute Westfalens. Schon im 10. Jahrhundert sollen die mutigen Malocher hier Erz geschürft haben. Und ihre eingestürzten Gruben sind bis heute gut zu erkennen.

Steine gibt es in Hemer wie Sand am Meer.
Steine gibt es in Hemer wie Sand am Meer. © von Braunschweig © von Braunschweig

Über das alles und noch viel mehr informiert außerdem das Felsenmeer-Museum, das auf drei Etagen die Industrie- und Erdgeschichte der Region präsentiert.

Wo können Reisende übernachten?

In Hemer und Iserlohn bieten eine Reihe Hotels und Pensionen Übernachtungen an. Die nächste Großstadt ist Hagen. Dort ist die Hotelauswahl natürlich noch einmal größer.

Wie kommt man hin?

Mit Bus und Bahn ist das Felsenmeer über Iserlohn erreichbar. Vom dortigen Bahnhof fährt ein Bus zum ZOB Hemer und von dort eine weitere Linie bis zur Haltestelle Sundwig Meise.

Mit dem Auto fahren Besucher über die A46 und die B7 nach Hemer. Im Stadtgebiet ist das Felsenmeer gut ausgeschildert.

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