Extremismus

Sternfahrt zum Gedenken an die Hanauer Anschlagsopfer

Zur Erinnerung an den rassistischen Anschlag in Hanau sind mehrere Hundert Menschen über fünf Routen mit Fahrrädern nach Hanau gefahren. Bei der Kundgebung stellten Angehörige klare Forderungen.
Eine Frau steht mit einem Helm, auf dem «#saytheirnames» steht, auf der Kundgebung zur Erinnerung an den rechtsterroristischen Anschlag von Hanau. © Sebastian Gollnow/dpa

Knapp eineinhalb Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau haben mehrere Hundert Menschen mit einer Sternfahrt und einer Kundgebung auf dem Hanauer Freiheitsplatz an die neun Getöteten erinnert. Viele Teilnehmer trugen gelbe Warnwesten mit „#SayTheirNames“-Aufdrucken und T-Shirts mit den Gesichtern der neun Opfer, die am 19. Februar 2020 bei dem Attentat ermordet wurden.

650 Menschen fuhren über fünf Routen nach Hanau

Bei der Sternfahrt und bei der Kundgebung habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte der Sprecher der Polizei vor Ort. Alles sei „ruhig und friedlich“ verlaufen. Zur Kundgebung hätten sich rund 500 Menschen versammelt. Zuvor hatten sich ungefähr 650 Personen an der Sternfahrt vor allem mit Fahrrädern beteiligt. Diese führte über fünf Routen nach Hanau: etwa aus Frankfurt oder Aschaffenburg.

Bereits an den unterschiedlichen Startpunkten der Sternfahrt hatten Angehörige der Opfer zu den Teilnehmern gesprochen, wie Hagen Kopp, Sprecher der „Initiative 19. Februar Hanau“ sagte. Bei der Versammlung in Hanau forderten Familienmitglieder zudem eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse vor, während und nach der Tat sowie Antworten auf offene Fragen zum Vorgehen der Behörden und der Polizei.

Der 43-jährige Deutsche Tobias R. hatte am 19. Februar 2020 neun Menschen in Hanau aus rassistischen Motiven erschossen, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus.

Erst am Freitag hatte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier einen der Getöteten, den damals 22-jährigen Vili Viorel Păun, posthum mit der hessischen Medaille für Zivilcourage geehrt. Dieser hatte den Täter verfolgt, um ihn zu stoppen – und war von dem Attentäter in seinem Auto erschossen worden.

dpa

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