Am 1. März dürfen Stefan, Rita (M.) und Teresa Wagener wieder ihren Friseursalon öffnen. Da er relativ groß ist, können sie trotz Hygienevorschriften einige Kunden gleichzeitig bedienen. © Wagener
Coronavirus

Ansturm auf Castroper Friseure: Termine Anfang März schon jetzt knapp

Ab dem 1. März dürfen Friseure wieder öffnen, schon jetzt stehen die Telefone in den Friseursalons in Castrop-Rauxel nicht mehr still. Wer schnell zum Frisör möchte, muss sich ranhalten.

Die Bund-Länder-Konferenz hat entschieden: Friseure dürfen ab Montag, 1. März, wieder öffnen. Kaum war die Entscheidung bekannt geworden, schon klingelten in den Friseursalons in Castrop-Rauxel die Telefone.

„Es haben schon unzählige Kunden angerufen“, berichtet Christian Goer, Inhaber von „Haargenau“. Er erwartet eine hundertprozentige Auslastung seines Geschäfts in der ersten Märzwoche. „Wir werden Montag bis Samstag öffnen, ich bin froh, dass ich Personal habe, dass das alles mitmacht.“

Die ersten Kunden hätten am Mittwochabend, kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung, auf den Mobiltelefonen seiner Angestellten angerufen. „Viele Menschen haben mich schon auf dem Weg zur Arbeit auf einen Termin angesprochen. Sie können sicher sein, dass wir die ersten beiden Märzwochen ausgelastet sind.“

„Bereits 50 Termine vergeben“

Auch bei Anja Braunert, Inhaberin des „Haarstudios Henrichenburg“, kamen die ersten Anfragen bereits in der Nacht. „50 Termine für die erste Märzwoche sind schon vergeben“, so Braunert. „Es wird Zeit, dass Friseure wieder aufmachen dürfen damit der Schuldenberg nicht noch größer wird.“ Eigentlich öffne ihr Laden an Montagen nicht, am 1. März macht Braunert jedoch eine Ausnahme. „Ich arbeite als Chefin alleine und kümmere mich um die Stammkunden.“

Ihr Laden werde durch die weiter gültigen Auflagen terminlich stark eingeschränkt. „Bei uns dürfen nur drei Kunden gleichzeitig ins Geschäft.“

Die Corona-Bestimmungen erlauben je einen Kunden pro 10 Quadratmetern. „Wir haben das große Glück, dass wir einen sehr großen Betrieb mit vielen Fenstern haben. Uns stehen 140 Quadratmeter zur Verfügung. So können wir gut mit den Kunden arbeiten“, so Rita Wagener, von „Wagener, der Friseur“.

Herrenhaarschnitte haben bessere Chancen

Ob man allerdings noch einen Termin bekommt, hängt auch stark von der Art der erwarteten Dienstleistung ab. „Ein Herrenhaarschnitt ist ein halbstündiger Termin, den kriegt man häufig noch irgendwie dazwischen“, so Rita Wagener. Wer sich aber die Haare färben lassen möchte, muss mehr Geduld mitbringen.

Bei „Tanja´s Haarstudio“ bekommen jene Kunden den ersten Zuschlag, die ab der zweiten Dezemberhälfte leer ausgingen. „Wir versuchen diejenigen, die in der zweiten Dezemberhälfte und im Januar nicht drangekommen sind, einzubauen“, so Tanja Reitzki. Das sei gerecht und die Kunden würden sich freuen. Dabei liege der Fokus an den ersten beiden Märztagen auf Haarschnitten. „Wir versuchen ab dem dritten Tag wieder Großbedienungen reinzunehmen“, so Tanja Reitzki.

Friseure hatten große wirtschaftliche Schäden

Neben all der Freude darüber, bald wieder öffnen zu können, sind bei allen Frisören die Belastungen des Lockdowns noch lange nicht vergessen. Neben dem Alltagsgeschäft fielen die Einnahmen aus der besonders profitablen Vorweihnachtszeit weg. Im ersten Lockdown fiel auch bereits das Vorostergeschäft flach.

„Wir müssen den Verdienstausfall von rund 60 Prozent, den wir im vergangenen Jahr hatten, ausgleichen“, erklärt Petra Attenberger. Inhaberin von „Attenberger – Der Friseur“. Um das zu erreichen, stehen langfristig auch veränderte Öffnungszeiten oder Preiserhöhungen im Raum.

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