Die alte Eiche an der Heerstraße in Habinghorst. Um sie herum wird jetzt das neue Baugebiet "Am Emscherufer" entstehen. © Thomas Schroeter
Baugebiet

Bauinteressenten: Hier entstehen 27 freistehende Einfamilienhäuser

27 freistehende Einfamilienhäuser, dazu Doppelhaushälften und zwei Mehrfamilienhäuser: Rund um die Eiche könnte es losgehen mit den Bauarbeiten. Was fehlt, ist das letzte Wort der Politiker.

Im Frühjahr 2022, so glaubt Flächenvermarkter und Projektentwickler Torsten Velhorst, Mit-Geschäftsführer der Herner Firma Dreigrund, könnten rund um die alte Eiche im Baugebiet „Am Emscherufer“, wie es inzwischen heißt, die ersten Hausbauer tätig werden.

Inzwischen ist das Konzept zum Baugebiet „Am Emscherufer“ weiterentwickelt worden. So werden jetzt die für die Wohnbauentwicklung an der Heerstraße erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen auf Flächen in der Gemarkung Bladenhorst umgesetzt. Der Rat der Stadt hat im Februar dieser Erweiterung des Geltungsbereichs zugestimmt und einen sogenannten Abwägungsbeschluss gefasst.

Was jetzt noch fehlt, damit Dreigrund endgültig loslegen kann im neuen Baugebiet, das ist der offizielle Satzungsbeschluss des Rates, der den Bebauungsplan erst rechtssicher macht. „So lange der Beschluss nicht da ist, können wir die Grundstücke leider nicht vermarkten“, sagte Torsten Velhorst jetzt noch einmal unserer Redaktion.

Ohne Planungsrecht werde man auf keinen Fall an die Vermarktung gehen. Da sei man nach dem langen Hickhack um das Baugebiet ein gebranntes Kind, so der Herner Projektentwickler. „Es ist ja okay, wenn man an ein Baugebiet Ansprüche stellt, aber dass der Politik erst hinterher auffällt, dass man da Bäume erhalten will, ist ein Unding“, blickt Velhorst noch einmal unwillig auf die Geschichte des Baugebietes zurück.

Damit widerspricht Velhorst übrigens der Castrop-Rauxeler Stadtverwaltung, die auf eine Anfrage unserer Redaktion zum Stand des Verfahrens geschrieben hatte: „Der Stadtverwaltung liegt die Information vor, dass die Flächen bereits vermarktet werden. Üblicherweise werden Kaufverträge jedoch erst nach dem Satzungsbeschluss geschlossen. Diese Entscheidung liegt allerdings beim privaten Investor.“

Noch kein Termin für nötigen Satzungsbeschluss

Laut Stadt seien zudem aber auch noch die Verträge zur Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen in der abschließenden Abstimmung und der Erschließungsvertrag zu schließen. „Anschließend soll der abschließende Satzungsbeschluss gefasst werden“, so Stadtsprecherin Julia Schulze. Wann das der Fall ist, dazu gibt es noch keine Äußerung. Und keine Vorlage für die Politik.

Velhorst hofft dringend darauf, dass das noch vor der Sommerpause des Rates passiert: „Denn dann können wir im Sommer mit den Feldarbeiten starten, danach kann die Erschließung folgen und im Frühjahr 2022 kann es dann richtig losgehen mit dem Hausbauen.“

Hinter den Häusern an der Heerstraße sieht es heute deutlich kahler aus als früher. Hier wurde für das Neubaugebiet gerodet.
Hinter den Häusern an der Heerstraße sieht es heute deutlich kahler aus als früher. Hier wurde für das Neubaugebiet gerodet. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Er freue sich jetzt darauf, nach all den Diskussionen um die Eiche endlich Nägel mit Köpfen mit Bauherren machen zu können, so Velhorst. Denn die würden Dreigrund quasi die Türen einlaufen. „Wir sind gerührt, welch riesiges Interesse es an den Grundstücken gibt, bedanken uns artig dafür und haben eine Interessenten-Datenbank angelegt, die mehr als prall gefüllt ist“, erklärt er.

Velhorst glaubt an einen „Hammer-Standort“

Dabei kämen die Interessenten für die Grundstücke beileibe nicht nur aus Castrop-Rauxel, sondern auch aus den umliegenden Städten. Denn nicht nur in Castrop-Rauxel ist die Nachfrage nach Immobilien viel höher als das Angebot. Das liege in diesem Fall aber auch an der Lage des Baugebietes. „Wenn das Emscherland quasi gegenüber Wirklichkeit wird, dann wird das hier ein Hammer-Standort. Das haben die Menschen begriffen“, glaubt Torsten Velhorst.

Faktisch habe er aber eben nur 27 Grundstücke zur Verfügung, die er für freistehende Einfamilienhäuser anbieten könne. Wenn es in die Vermarktung gehe, sei nicht geplant, möglichst viel Geld abzuschöpfen, sondern ein Quartier mit hoher städtebaulicher Qualität zu schaffen. „Wer ein Grundstück kaufen will, muss uns ein Planungskonzept vorlegen und das wird dann auch Bestandteil des Kaufvertrags“, sagt Velhorst.

Die ehemalige Futterrampe markiert an der Wartburgstraße die Stelle, wo es einmal in das Neubaugebiet hineingehen wird.
Die ehemalige Futterrampe markiert an der Wartburgstraße die Stelle, wo es einmal in das Neubaugebiet hineingehen wird. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

So wolle man verhindern, dass rund um die Eiche Geldanleger mit Bauträgern tätig werden. „Wir wollen da ein tolles Quartier und möglichst Raum für junge Familien schaffen, das ist uns wichtiger als Gewinnmaximierung“, betont der Dreigrund-Geschäftsführer.

Grundstücke sind bis zu 580 Quadratmeter groß

Die 27 Grundstücke für Einfamilienhäuser, die er hoffentlich bald vermarkten könne, hätten dabei Größen von knapp 400 bis maximal 580 Quadratmetern, die Masse liege im mittleren 400er-Bereich.

Der Bereich des Geländes, in dem dagegen Doppelhaushälften geplant sind, will Dreigrund an einen Bauträger vergeben. „Aber der soll uns auch die Qualität bieten, die wir am Emscherufer haben wollen“, so Velhorst. Außerdem suche man noch nach einem Investor für die ebenfalls geplanten zwei Mehrfamilienhäuser. Ob in denen dann Mietwohnungen entstünden oder ob die Wohnungen als Eigentum verkauft werden, sei daher noch nicht klar.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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