Die beiden Pharmazeutisch-Technischen Assistentinnen Sakine Özkan (l.) und Anna Bergan aus der Parcelsus-Apotheke mit FFP2-Masken. © Thomas Schroeter
Coronavirus

Castrop-Rauxeler Apotheken sind wegen FFP2-Masken-Versorgung skeptisch

Ab Dezember sollen Corona-Risikopatienten leichter FFP2-Masken bekommen können. Ein konkreter Beschluss liegt Castrop-Rauxeler Apotheken jedoch nicht vor. Und bislang sind die Masken knapp.

Nahezu tagtäglich werden im Corona-Kontext neue Entscheidungen gefällt. Seit geraumer Zeit wird nun bereits thematisiert, inwiefern Risikopatienten mit FFp2-Masken ausgestattet werden können. Nun werden die Überlegungen konkreter.

Als Risikopatienten zählen zum einen Menschen über 60 Jahre, aber auch jüngere Menschen mit Risikofaktoren wie beispielsweise einer Risikoschwangerschaft, Herzinsuffizienz, einem Schlaganfall, Diabetes mellitus Typ 2 oder Übergewicht.

Auch in Castrop-Rauxel zählen viele Menschen, jung und alt zur Risikogruppe. Bereits ab ersten Dezember sollen die Betroffenen einen einfacheren Zugang zu FFP2-Masken bekommen.

FFP2-Masken bieten Schutz vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen

Die Masken gelten als besonders sicher im Schutz gegen Corona-Infektionen, da sie auch den Träger vor Ansteckungen schützen. Gefragt sind sie daher in Apotheken schon lang. „Die Nachfrage nach den Masken ist hoch, insbesondere im März und April haben wir einen besonderen Ansturm auf die FFP2-Masken erlebt“, erzählt Anna Bergan, Pharmazeutisch-Technische Assistentin der Paracelsus Apotheke.

Mit der Zeit seien jedoch viele Patienten auf OP-Masken umgestiegen, da die FFP2-Masken verhältnismäßig teuer seien.

Das soll sich nun jedoch ändern. Ab Anfang Dezember sollen Risikopatienten, gegen eine geringe Eigenbeteiligung, Anspruch auf bis zu 15 FFP2-Masken haben.

Noch sei jedoch nicht entschieden, wie sich die Masken abrechnen lassen, gibt Anna Bergan zu bedenken. Man warte nach wie vor auf weitere Anweisungen des Bundes und Informationen über den Apothekerverband Westfalen-Lippe: „Wir hoffen auf eine Entscheidung innerhalb der nächsten Woche.“

Apotheken warten auf Masken-Lieferungen

Neben dem fehlenden Beschluss bezüglich der Abrechnung der Masken seien die Apotheken bisher auch nicht mit genügend Masken ausgestattet worden, um die Versorgung der Risikopatienten sicherzustellen.

„Bisher haben wir keine Vorabware erhalten“, sagt Maria Ewert, Geschäftsführerin der Stern-Apotheke in Castrop-Rauxel. Die Apothekerin stellt sich außerdem die Frage, „wie sich die Verteilung kontrollieren lässt“.

Arztpraxen seien ohnehin schon überlastet. Wenn sich jeder Risikopatient für ein Rezept erst einmal in eine Arztpraxis begeben müsse, sei dies auch in Anbetracht der Infektionsgefahr des Gesundheitspersonales nicht sinnvoll.

Warten auf weitere Anweisungen des Apothekerverbandes

„Ein solches Vorgehen ist für mich persönlich schwer vorstellbar“, so Maria Ewert.

Noch könne man also bezüglich der Versorgung der Risikopatienten keine genauen Aussagen treffen, doch der Verband reagiere schnell. Die Situation könne sich also bereits innerhalb der nächsten Tage ändern.

Über die Autorin

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt