Ähnlich leer wie auf diesem Gerichtsflur war es zu Prozessbeginn vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht: Weder der Angeklagte war erschienen noch der geladene Zeuge (Symbolbild) © picture alliance / dpa
Detektivarbeit

Detektivarbeit im Gerichtssaal ersetzt die Verhandlung im Amtsgericht

Weder der Angeklagte noch der Zeuge waren zum Gerichtstermin erschienen. Trotz Ladung. Doch der Richter fackelte nicht lange und wurde zum Detektiv.

Der Verhandlungstermin war vorbei, bevor er begonnen hatte. Es sollte um eine gefährliche Körperverletzung gehen, in einer Kneipe in Habinghorst. Angesetzt für 9 Uhr am Morgen. Richter, Staatsanwältin, Protokollantin und ein Pflichtverteidiger waren startklar. Doch es tat sich nichts nach dem Aufruf. Gähnende Leere auf dem Gerichtsflur.

Und Start einer echten Detektivarbeit im Gerichtssaal. Denn der Richter wollte die Zwangspause nicht einfach hinnehmen, versuchte stattdessen, Angeklagten und Zeugen, beide waren ordnungsgemäß geladen, telefonisch zu erreichen. Doch die Versuche – zigmal wiederholt – liefen ins Leere.

In der Polizeiwache war dagegen sofort ein Beamter am Hörer. Der sagte zu, sofort eine Streife an die Adresse des Angeklagten zu schicken, um ihn ins Gericht zu bringen.

Der Zeuge muss ein Ordnungsgeld zahlen

Blieb noch der Zeuge, dem Richter aus anderen Verfahren bereits bekannt. Der war nicht zu erreichen, ging zumindest nicht an sein Handy. Das wurde teuer. Der Richter verhängte ein Ordnungsgeld, weil der Mann ohne Entschuldigung nicht erschienen war.

500 Euro muss er nun zahlen. Der Angeklagte kam tatsächlich noch, in Begleitung der Polizei. Allerdings vergebens, denn ohne Zeugen war die Verhandlung aussichtslos. Fortsetzung folgt.

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Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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