Am Gedenk-Tisch in der Eingangshalle des EvK: Das Seelsorge-Team Ute Diepenbrock und Andreas Brenneke mit EvK-Gärtner Stefan Tackmann (l.), der den „Baum der Hoffnung“ besorgt hat. © EvK Castrop-Rauxel
Baum der Hoffnung

Gedenktag für Corona-Tote: 24 Todesfälle bislang im EvK Castrop-Rauxel

Im EvK Castrop-Rauxel sind 24 Patienten an den Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung gestorben. Den 18.4. hat Bundespräsident Steinmeier zum Gedenktag erkoren. Das EvK denkt auch an andere Betroffene.

Wenn ein Mensch im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stirbt, dann ist das in dieser Zeit eine Zahl in einer Statistik. 63 Corona-Todesfälle gab es bisher in Castrop-Rauxel. Dieser Menschen gedenkt Deutschland am Sonntag (18.4.).

„Das ist für die Angehörigen und Freunde ein furchtbarer Verlust“, sagt Ute Diepenbrock vom Seelsorge-Team des EvK Castrop-Rauxel. Im größeren der beiden Castrop-Rauxeler Krankenhäuser sind allein 24 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Dort gestaltet man in den kommenden Wochen gemeinsam sogar eine kleine Gedenkstätte.

Schwere Belastung für Mitarbeiter

„Auch für unsere Mitarbeitenden war und ist es eine schwere innere Belastung, Menschen, die sie wochenlang intensiv versorgt haben, an den Tod zu verlieren“, erklärt Ute Diepenbrock. „Die Schutzkleidung, die Mediziner und Pflegende tragen, schafft nur äußerlich eine Distanz.“

Darum entsteht nun in einer Aktion zum Gedenktag seit dem 14. und bis zum 26. April ein „Baum der Hoffnung“. Die Mitarbeiter haben während dieser Zeit die Gelegenheit, auf bunten Karten zu notieren, was sie zuversichtlich stimmt, was ihnen Hoffnung gibt.

Die Karten werden in einem grünen Korb gesammelt, der auf einem Gedenk-Tisch in der Eingangshalle steht. Wer eher bedrückt ist oder seiner Anteilnahme am Tod der Corona-Patienten Ausdruck verleihen möchte, hat dazu in einem ebenfalls bereit liegenden Kondolenzbuch die Gelegenheit.

Zum Ende der Aktion wird ein Baum im Krankenhausgarten gepflanzt – damit die Hoffnung „Wurzeln schlagen“ kann. Bei einer Andacht zur Pflanzung werden auch die ausgefüllten Karten thematisch eingebracht.

Seelsorger: Licht am Horizont

„Uns ist es wichtig, den Blick nicht nur auf den Tod, sondern auch auf das Leben zu richten“, erklärt Seelsorger Andreas Brenneke. Auch wenn die Pandemie mit vielen Belastungen einhergegangen ist und immer noch einhergeht, dürfe man nicht außer Acht lassen, dass es doch nun langsam Licht am Horizont gibt. Die wachsende Zahl der Geimpften sei ein solcher Hoffnungsschimmer.

Zuletzt hieß es aus dem EvK wie aus den anderen Kliniken im Kreis Recklinghausen aber: Die Belegungsquote der Intensivbetten nimmt wieder zu. Die dritte Welle macht sich gerade stark bemerkbar. Auch deshalb warnen Intensivmediziner und Wissenschaftler, die Lockdown-Maßnahmen wieder zu verschärfen.

Aus einigen Bundesländern gibt es schon Hilfsanfragen für Klinikbetten in Nachbar-Bundesländern, um die Situation einer Triage zu vermeiden: Dann müssen Mediziner nach Brisanz der Lage zwischen mehreren Patienten entscheiden, wer ein Intensivbett bekommt und wer nicht.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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