Der Baufortschritt des Gesundheitscampus am EvK ist rasant: Die Großküche (unten), die Kita (links am Bildrand), das Pflegeheim (darüber) sind in weiten Zügen des Rohbaus schon fortgeschritten. Die Erschließungsstraße ist erkennbar. Auf dem Bauland an der Straße neben der L’Osteria wird bald noch die Zentralapotheke gebaut. Im Hintergrund sind die Gebäude des EvK zu erkennen, unten rechts das Café del Sol. © Tobias Weckenbrock
Millionen-Bauarbeiten

Großer Bau-Fortschritt – Bald kehrt am Gesundheitscampus die Ramme zurück

Zwischen der B235 und dem Evangelischen Krankenhaus am Castrop-Rauxeler Stadtmittelpunkt ist in den vergangenen Monaten eine Menge passiert. Fest steht aber auch: Es wird noch einmal richtig laut.

Was viele Autofahrer Tag für Tag von der B235 aus beobachten können, zeigt unser exklusives Luftfoto von dieser Woche noch beeindruckender: Zwischen Evangelischem Krankenhaus und der Habinghorster Straße entsteht ein Gesundheitscampus. Dazu gehören ein Pflegeheim, eine Hausnotrufzentrale der Johanniter, eine Kurzzeit- und eine Tagespflege-Einrichtung, eine neue Kindertagesstätte, eine große Zentralküche und eine Zentralapotheke für verschiedene Pflegeheime und Krankenhäuser.

Der Herner Investor Bernd Kaffanke, Geschäftsführer der Gesellschaften Confirmus und Protea Care, baut hier seit etwa einem halben Jahr einen Komplex mit einer Bausumme von 50 Millionen Euro. Er verspricht hier 200 bis 250 Arbeitsplätze vor allem im Gesundheitssektor, fast 100 Kitaplätze und rund 100 Pflegeplätze für Alte.

Bernd Kaffanke (l.) und Heinz-Werner Bitter freuten sich im Herbst mit Bürgermeister Kravanja und anderen Gästen der kleinen Feierstunde auf dem Baugelände. In der Kapsel, die im Grundstein des Gesundheitscampus liegt, versenkten sie neben einer Zeitung auch eine Corona-Maske.
Bernd Kaffanke (l.) und Heinz-Werner Bitter freuen sich mit Bürgermeister Kravanja und anderen Gästen der kleinen Feierstunde auf dem Baugelände. In der Kapsel, die im Grundstein des Gesundheitscampus liegt, versenkten sie neben einer Zeitung auch eine Corona-Maske. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Drei der vier geplanten Gebäudekomplexe sind schon im Rohbau recht weit fortgeschritten. Nur für den Bau der Zentralapotheke fehlt noch das Fundament. Auch das muss wie die anderen großen Baukörper auf Pfählen gegründet werden. Hierzu wird bald wieder eine Ramme anrücken, die mit heftigen Schlägen die Pfähle im recht weichen Boden versenkt, bis sie auf festem Grund stehen. Das hatte im Herbst für große Belastungen für das benachbarte Krankenhaus, aber auch für Anwohner in Rauxel jenseits der B235 gesorgt.

Probleme durch die Ramme im Vorfeld unterschätzt

Bernd Kaffanke sagte Freitagabend auf Anfrage unserer Redaktion, die Probleme durch die Rammen habe man im Vorfeld unterschätzt. „Das tut mir auch Leid“, so der Herner. Die bald anstehenden Pfahlgründungen für die Zentralapotheke in direkter Nachbarschaft zur L’Osteria wolle man im Vorfeld ankündigen. Es seien in jedem Fall deutlich weniger Rammvorgänge nötig als bei der Zentralküche (300 Pfähle) und beim Pflegeheim (etwa 180 Pfähle). „Bei der Apotheke werden es etwa 60 bis 80 Pfähle sein, um ausreichend festen Grund zu erreichen“, so Kaffanke.

Das ist die Zeichnung des Gesundheitscampus: Rechts ist die EvK-Bebauung zu sehen, unten Café del Sol und die L'Osteria. Die geplanten Neubauten befinden sich zwischen B235 (l.) und Grutholzallee (mitten im Bild von Süd nach Nord).
Das ist die Zeichnung des Gesundheitscampus: Rechts ist die EvK-Bebauung zu sehen, unten Café del Sol und die L’Osteria. Die geplanten Neubauten befinden sich zwischen B235 (l.) und Grutholzallee (mitten im Bild von Süd nach Nord). © Laurits Stahm © Laurits Stahm

Bei der Küche (Plan: bis zu 6000 Essen am Tag) sei das Problem aufgetreten, dass an der Ecke in unmittelbarer Nähe zum Café del Sol erst in 16 Metern Tiefe der Untergrund fest genug gewesen sei. Man habe mit etwa 9 Metern gerechnet. „Das Gute ist: Für die Anwohner in Rauxel wird die riesige Zentralküche schon ein wenig als Schallfänger dienen.“

Insgesamt gesehen sei man beim Bau „mehr oder weniger im Zeitplan“, so Kaffanke. „Wir werden die Kita am 1.8. oder 1.9. eröffnen. Beim Pflegeheim wird die Eröffnung wohl der 3. Januar sein. Dann geht es auch mit der Tagespflege der Johanniter los.“ Damit liege man beim Pflegeheim zwei Wochen hinter dem Bauplan. „Ob wir das aufholen können, wissen wir nicht.“

Schnee und Corona sorgten für Verzögerungen

Zwei Sachverhalte sorgten für Verzögerungen: Der Schnee im Februar und eine Fabrik für Fertigbäder in Tschechien, die wegen des Coronavirus für drei Wochen geschlossen wurde. „Ohne die Pflegebäder geht es nicht voran.“ 27 sieben Tonnen schwere Bäder werden auf einer Etage von oben mit einem Kran 27 ins Gebäude gehoben. Dann wird die Decke in eine Schalung gegossen, dann gemauert, dann kommen die nächsten 27 Bäder in die nächste Etage.

Der Rohbau des höchsten Gebäudes, in dessen Dachgeschoss die Hausnotrufzentrale einziehen wird, werde am 30.4. fertig sein. Dann folge die Gebäudetechnik.

Küche entsteht „wie ein Legohaus“

Bei der Zentralküche werden im Rohbau derzeit 521 Fertigteile angeliefert und mit dem großen roten Kran „wie ein Legohaus“, so Kaffanke, zusammengesetzt. Der Kran könne 200 Tonnen schwere Teile heben. Lüftungsgeräte seien hier bis Ende der nächsten Woche auch schon eingebaut. Los ging es mit dem Zusammensetzen der Bauteile am 20. Januar. Der Bau musste eine Woche pausieren, als die schweren Sattelzüge durch den hohen Schnee nicht fahren konnten. Der Rohbau soll aber kommenden Freitag fertig werden.

Von der Zentralapotheke ist noch nichts zu sehen. „Aber alle Schalter stehen auf Grün. Wir warten nur noch auf die Baugenehmigung. Zum 1.9. wird der Bau stehen“, sagt Bernd Kaffanke.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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