Im Evangelischen Krankenhaus werden zurzeit 34 Corona-Patienten behandelt. © Volker Engel
Coronavirus

Hohe Infiziertenzahlen: Starke Hinweise auf Corona-Hotspot in Castrop-Rauxel

Die Inzidenz über 200, 40 neue Infektionen an einem Tag: In Castrop-Rauxel verschärft sich gerade wieder die Coronalage. Eine Ursache dafür könnte sich im Evangelischen Krankenhaus finden.

Während sich die Corona-Lage im Kreis Recklinghausen langsam entspannt, gehen in Castrop-Rauxel die Zahlen rauf. Die Inzidenz liegt mit 226,3 wieder über dem Grenzwert von 200. Aktuell sind 269 Castrop-Rauxeler als infiziert registriert. So viele waren es noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie.

Woher kommt das, trotz aller Kontaktbeschränkungen und der allgemein anderen Tendenz? Ist es in der Fläche oder gibt es einzelne größere Ausbrüche und Infektionsketten? Vieles weist nach Recherchen unserer Redaktion darauf hin, dass ein Hotspot für diese Entwicklung mitverantwortlich ist.

Im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel (EvK) werden am Freitag (22.1.) 34 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, behandelt. Auf der Intensivstation liegen zwei Patienten, einer von ihnen muss auch beatmet werden. Dies ist der Homepage des EvK zu entnehmen. Was dort nicht steht: Auch Mitarbeiter sind infiziert oder in Quarantäne.

Auf der Intensivstation des EvK seien zurzeit zehn Mitarbeiter positiv und damit mehr als ein Drittel der Belegschaft, berichtet ein Insider unserer Redaktion. Außerdem seien mehrere Ärzte positiv oder in Quarantäne. Die Rede ist von einer „sehr belastenden Situation“. Und das gerade in der Woche, in der eigentlich die Impfungen gegen das Coronavirus hätten beginnen sollen. Die mussten verschoben werden, zum Ärger vieler Angestellter.

Maßnahmen werden in Absprache mit dem Gesundheitsamt getroffen

Gerhard Glock, Verwaltungsdirektor des EvK Castrop-Rauxel, macht auf unsere Anfrage hin keine detaillierten Angaben. Er schreibt: „Auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet ist grundsätzlich eine hohe Zahl infizierter Menschen zu verzeichnen. Dies wirkt sich entsprechend auf die Höhe der Patientenzahlen und die Zahl der infizierten Mitarbeitenden aus. So haben sich Mitarbeitende auch im privaten Umfeld infiziert und mussten in Quarantäne geschickt werden.“

Gerhard Glock, der Verwaltungsdirektor EvK Castrop-Rauxel. © Silja Fröhlich © Silja Fröhlich

Das Krankenhaus stehe aufgrund der Situation aber in Kontakt mit dem Kreis Recklinghausen. „In enger Absprache mit dem Gesundheitsamt ergreifen wir alle notwendigen Maßnahmen“, so Gerhard Glock.

Er verweist darauf, dass grundsätzlich jeder Mitarbeitende im EvK eine FFP2-Maske trage. Jeder könne sich einmal pro Woche einem Schnelltest unterziehen. Glock: „Bei jedem Patienten wird vor der stationären Aufnahme ein PCR-Test durchgeführt. Während des stationären Aufenthalts erhalten unsere Patienten routinemäßig alle fünf Tage einen Schnelltest.“

Vor zwei Wochen gab es elf Corona-Patienten im EvK

Ein Blick zurück: Am 8. Januar wurden im Evangelischen Krankenhaus elf Covid-Patienten stationär behandelt, keiner davon auf der Intensivstation. Zu diesem Zeitpunkt waren 197 Menschen in Castrop-Rauxel infiziert, die Inzidenz lag bei 169,1. Aktuell liegen in allen Krankenhäusern des Kreises 197 Corona-Patienten. 36 von ihnen werden intensivmedizinisch versorgt.

Im Evangelischen Krankenhaus liegen am Freitag zwar „nur“ zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation. Freie Intensivbetten gibt es aber weder hier noch auf der Intensivstation des St.-Rochus-Hospitals laut Divi-Intensivregister, in das die Betreiber-Gesellschaften ihre Daten selbst täglich eintragen.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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