Die RAG Montan-Immobilien entwickelt an der Pallasstraße ein Baugebiet. Hier sollen auch Einzel- und Reihenhäuser sowie Doppelhaushälften entstehen. Die Preise für solche Objekte sind stark gestiegen. © Tobias Weckenbrock
Immobilienmarkt

Immobilien in Castrop-Rauxel: Preise stiegen auf ein Rekordniveau

Wer eine Eigentumswohnung oder ein Haus in Castrop-Rauxel kaufen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. 2020 erreichten die Preise wieder ein Rekordniveau, so der Gutachterausschuss.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat in seiner Sitzung Ende Februar den Grundstücksmarkt in Castrop-Rauxel analysiert. Was sich schon zum Halbjahr 2020 andeutete, ist demnach jetzt Gewissheit. Der Grundstücksmarkt zeigt sich bislang unbeeindruckt von den Auswirkungen der Corona-Krise.

„In allen großen Marktsegmenten sind die Preise auf Rekordniveau. Die Geldumsätze sind im Vergleich zum bisher umsatzstärksten Jahr 2019 nochmals um 11 Prozent auf rund 178 Millionen Euro gestiegen“, berichtet Jürgen Vahlhaus, der Vorsitzende des Gutachterausschusses. Im Vorjahr waren es 160 Millionen Euro.

Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Durchschnitt um 4 Prozent gestiegen. Konkret heißt das: Eine Eigentumswohnung von 80 Quadratmetern, die 2019 für 148.500 Euro wegging, kostete im vergangenen Jahr bereits 154.000 Euro. 2010 hatte man dafür noch keine 100.000 Euro zu zahlen.

Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern verzeichnete der Gutachterausschuss eine Steigerung sogar um 8 Prozent von 296.500 auf nun stolze 321.000 Euro. 2010 bekam man ein solches Haus noch für 186.000 Euro. Und auch die Bodenrichtwerte für unbebaute Grundstücke von Ein- und Zweifamilienhäusern wurden durch die Mitglieder des Ausschusses im Stadtgebiet um fünf Prozent angehoben.

Die Ergebnisse aller Analysen sollen im April im Grundstücksmarktbericht zusammengefasst und veröffentlicht werden. Der Grundstücksmarktbericht wird dann als PDF-Dokument kostenfrei unter www.boris.nrw.de abrufbar sein. Die Bodenrichtwerte und die Immobilienrichtwerte sind dort bereits veröffentlicht.

Der Ausschuss hat dafür insgesamt 745 Verkäufe von Immobilien und unbebauten Grundstücken (Vorjahr: 723) analysiert.

Darunter waren 14 Verkäufe von Bauplätzen für Ein- und Zweifamilienhäuser (Vorjahr 25), 230 Verkäufe von Eigentumswohnungen (Vorjahr 188) sowie 266 Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern (Vorjahr 294).

Wird weiter in Betongold investiert?

Bei der Preisentwicklung werde man beobachten, inwieweit eine vielleicht lahmende Konjunktur mit immer mehr Arbeitslosen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben könnte. „Es ist aber auch möglich, dass die Menschen ihr Vermögen weiterhin in relativ sicheres Betongold investieren und die Preise mindestens stabil bleiben“, sagt Vahlhaus.

Als Randzone des Ruhrgebietes dürfte der Kreis Recklinghausen nach seiner und der Einschätzung seiner Kollegen im Gutachterausschuss durchaus von der Corona-Krise profitieren. Der Trend „Raus aus der Großstadt“ und ein Leben in ländlicherer Umgebung gewännen momentan wieder an Attraktivität. Vahlhaus: „Zudem steigt der Bedarf an Wohnraum, der Wohnen und Arbeiten im Homeoffice ermöglicht und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten schafft.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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