Der erste Hof in Castrop-Rauxel bietet bereits seit einiger Zeit Spargel aus eigenem Anbau an. Dabei beginnt die Saison erst Ende März. © Volker Engel
Spargel-Saison

In Castrop-Rauxel gibt es schon Spargel aus eigenem Anbau – mit einem Trick

Eigentlich beginnt erst Ende des Monats die Spargelsaison. Aber ein Bauer in Castrop-Rauxel bietet jetzt schon frischen Spargel an. Aus eigenem Anbau. Aber nicht aus Castrop-Rauxel.

Es ist bald wieder soweit: Ende März beginnt die Spargelzeit. Doch auf dem Henrichenburger Hof Sanders gibt es das Gemüse bereits seit Anfang März zu kaufen. Frisch. Aus eigenem Anbau. Allerdings nicht in Castrop-Rauxel, sondern am Niederrhein.

Früher gab es in Castrop-Rauxel mit den frühesten Spargel der Region. Das betraf Felder in der Nähe des ehemaligen Kraftwerks Knepper in Deininghausen. Mit der vom Steinkohlekraftwerk ausgehenden Wärme wurde der Boden erwärmt, wodurch der Spargel schneller wuchs. Damit war aber vor 15 Jahren Schluss, erklärt Lars Dickhöfer, Betriebsleiter auf dem Hof Sanders. Der baute damals in der Nähe des Knepper-Kraftwerks Spargel an.

Immer am 10. März Spargel

Doch auch ohne Knepper bietet der Hofladen Sanders an der B235 (Hebewerkstraße) vergleichsweise früh Spargel an. „Wir versuchen die ersten Stangen jedes Jahr so um den 10. März anzubieten“, erklärt Dickhöfer. Wind und Wetter würden die Spargel-Planung des 32-Jährigen dabei nur wenig beeinflussen.

Seitdem das Kraftwerk Knepper Geschichte ist, greifen Dickhöfer und seine Mitarbeiter zu einem Trick: Sie beheizen ihr Spargelfeld anderweitig. „Das muss man sich wie ein großes Zelt über den gewohnten Planen auf einem Spargelfeld vorstellen“ erklärt der Betriebsleiter. „In dieses Zelt wird mithilfe einer Biogas-Anlage heiße Luft gepumpt. Die staut sich unter der Zeltplane und erwärmt, weil sie nicht entweichen kann, das Feld.“

Erster Spargel in Castrop-Rauxel kommt aus Geldern

Nur befindet sich dieses Feld gar nicht in Castrop-Rauxel, sondern in Geldern am Niederrhein. „Wir haben seit mehreren Jahren dort Anteil an einem beheizten Feld“, sagt Dickhöfer. „Der Kontakt entstand ganz zufällig, als wir eine neue Spargelschälmaschine kaufen wollten. Das war ungefähr zu der Zeit, als Knepper schloss und wir uns nach einem Spargelfeld umsehen mussten. Da kamen wir darüber ins Gespräch und erfuhren, dass der Gelderner Kollege gerade ein neues beheiztes Feld plante.“

Am Hof Sanders ergriff man die Gelegenheit. Zwar habe man zuerst in der näheren Umgebung Ausschau gehalten, aber der Hof Sanders wurde nicht fündig. „Für ein ertragreiches Spargelfeld braucht es den geeigneten Boden“, erklärt der Betriebsleiter.

Gelderner Spargel kommt dennoch „aus eigenem Anbau“

Zwar müsse der erste Spargel jetzt fast eine Stunde nach Castrop-Rauxel gefahren werden, das bedeute jedoch nicht, dass der Hof Sanders einfach nur die Mitnutzungsgebühr an dem beheizten Feld in Geldern entrichtet und dann keine Arbeit mehr mit dem Spargel hat. In Castrop-Rauxel werden die weißen Stangen nämlich noch gewaschen, sortiert und geschält.

Bis der in Castrop-Rauxel wachsende Spargel soweit ist, brauche es noch ein wenig. „In spätestens ein bis zwei Wochen wird man aber auch den ersten Spargel aus Castrop-Rauxel kaufen können“, stellt Dickhöfer in Aussicht.

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Volontär
Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
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Kevin Kallenbach

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