Auch am EVK gibt es immer weniger freie Intensivplätze. © Ronny von Wangenheim
Coronavirus

Intensivbetten in Castrop-Rauxel: Die Corona-Situation spitzt sich zu

Die Zahl der Coronafälle auf den Intensivstationen nimmt zu. In den Castrop-Rauxeler Kliniken gibt es kaum noch freie Intensivbetten. Auch eine weitere Entwicklung sorgt für Beunruhigung.

Landesweit gibt es immer weniger freie Intensivbetten. Immer mehr Kliniken schlagen deswegen Alarm. Am Donnerstag (15.4.) waren nach Auskunft des Divi-Intensivregisters noch knapp 15 Prozent der Intensivbetten im Kreis frei.

Auch die Castrop-Rauxeler Kliniken bekommen die Auswirkungen der dritten Welle zu spüren. Dr. Jürgen Jahn, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Altersmedizin am Evangelischen Krankenhaus (EvK), erklärt auf Anfrage der Redaktion: „Ja, es gibt weniger freie Intensivbetten. Die Fallzahl der Infektionen in der Stadt steigt kontinuierlich.“

Im EvK ist am Donnerstagmorgen (15.4.) nur noch ein Platz auf der Intensivstation frei gewesen: „Heute haben wir am Morgen noch zwei Betten freibekommen, von denen eines bereits jetzt mit einem Nicht–Covid-19 Patienten belegt ist. Somit könnte heute noch ein Patient auf die Intensiv aufgenommen werden“, heißt es vom Chefarzt. Zwei Patienten mit Covid-19 werden aktuell auf der Intensivstation im EVK behandelt.


Zu wenig Pflegekräfte am EVK

Dabei schränkt nicht nur die Zahl der Betten oder Geräte die Zahl an Corona-Patienten ein, die aufgenommen werden können. Das Problem sind fehlende Pflegekräfte. Dr. Jürgen Jahn: „Der Mangel an Intensivpflegekräften schränkt auch unser Haus ein. Genügend Beatmungsgeräte und weiteres Intensivmaterial stehen zur Verfügung. Hätten wir aber noch weitere Pflegekräfte, könnten wir noch weitere Intensivbetten betreiben.“ Dennoch lobte der Chefarzt die Belegschaft des EVK, die sich aufopferungsvoll um alle Patienten kümmere.


Auch am Castroper Rochus Hospital liegen mehrere Corona-Patienten. Dr. Christian Szymanski, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, teilte am Dienstag (13.4.) mit: „Im St. Rochus werden zurzeit fünf Corona-Patienten auf der Infektionsstation und zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation behandelt.“ Der Chefarzt stellt bei den Patienten eine beunruhigende Entwicklung fest: „Wir haben den Eindruck, dass die Patienten jünger werden und schwerere Verläufe erleiden.“


Verzögerung bei den Intensivpatienten

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen sei in den vergangenen Tagen nicht so stark gestiegen, wie die Anzahl der freien Betten gesunken ist. Dr. Jürgen Jahn erklärt den Effekt: „Häufig vergehen erst einige Tage, bis die Patienten ins Krankenhaus müssen. Das heißt, häufig wird der Intensivaufenthalt erst mit einiger Latenz notwendig.“

Außerdem gebe es neben den Corona-Patienten auch noch andere Patienten, die beispielsweise einen Herzinfarkt, Lungenembolie oder einen Verkehrsunfall durchlitten haben.


Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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