Auch aus der Distanz kann man vieles zusammen machen, zum Beispiel Haare mit Haarkreide färben wie im D-Town in Deininghausen. © privat
Jugendarbeit

Jugendarbeit in Coronazeiten: Spielen, basteln und reden per Zoom

Seit fast vier Monaten sind die Jugendzentren der Stadt Castrop-Rauxel geschlossen. Aber die Arbeit geht weiter. Gemeinsam Haare färben, kochen und reden geht auch aus der Distanz.

Die Kinder- und Jugendarbeit macht mit bunten Großveranstaltungen aufmerksam. Normalerweise. In Coronazeiten fällt so etwas weg. „Der eigentliche Kern der Arbeit findet nach wie vor statt“, sagt die Beigeordnete Regina Kleff. Sie gibt einen Überblick.

Seit Anfang November sind die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit geschlossen. Jetzt trifft man sich digital via Zoom. Die Besucher des Jugendzentrums D-Town treffen sich beispielsweise mit den Mitarbeitern vor dem Bildschirm. Kontakt wird auch über Facebook und Instagram gehalten. Da gibt es Koch-, Back- und Bastelangebote, bei denen man ins Gespräch kommt und sich über die aktuelle Situation austauscht. „Hier wird ein hoher Redebedarf deutlich“, erläutert Regina Kleff.

Im Jugendzentrum Trafo wurde zunächst renoviert und konzeptionell gearbeitet. Aber auch hier laufen digitale Angebote über Instagram, telefonische Gesprächsangebote gibt es auch. „Das Jugendzentrum BoGi´s wird ebenfalls vermehrt solche digitalen Angebote machen, um Kinder und Jugendliche zu erreichen“, so Regina Kleff.

Zoom-Meeting immer donnerstags um 16 Uhr

Immer donnerstags ab 16 Uhr laden die drei städtischen Jugendzentren seit Anfang Februar Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren zum Zoom-Meeting ein. „Nach Homeschooling und der Bewältigung der Aufgaben für den Unterricht sind vor allem Spiele, Challenges, Tanz- und Bewegungsspiele gefragt“, berichtet Isabell Bürger vom Jugendzentrum Trafo in Ickern.

Eigentlich seien die wöchentlichen Treffen auf 90 Minuten angelegt, doch oft herrsche mehr Redebedarf oder einfach nur Lust, gemeinsam zu plaudern, so beschreiben es Mitarbeiter der Jugendzentren BoGi’s Café, D-Town und Trafo. Dabei tauchen, so Isabell Bürger, auch mal neue Gesichter auf. „Bei uns vorbeizuschauen soll einfach Spaß machen, Vertrauen aufbauen und auch bei geschlossenen Jugendzentren den jungen Leuten die Sicherheit geben, dass wir für sie da sind“, so Bürger.

Die städtische Jugendarbeit hat noch mehr Aspekte, berichtet Regina Kleff. Im Schulkinderhaus im D-Town gibt es im Lockdown eine Präsenz-Notgruppe, in der aktuell mit sieben Kindern die Hälfte der normalen Gruppenstärke betreut wird. Hier werden Kinder berücksichtigt, deren Eltern beide berufstätig abwesend sind oder aus sozialen Aspekten eine Begleitung der Schulaufgaben benötigen. Gerade erst in dieser Woche konnten die Kinder Karneval feiern.

Kinder- und Jugendparlament trifft sich digital

Die aufsuchende Jugendarbeit kooperiert mit der Jugendgerichtshilfe bei der Betreuung von Jugendlichen, die Sozialstunden ableisten müssen. Hier gibt es aktuell kaum Möglichkeiten, die Stunden abzuleisten. Darüber hinaus werden per Videotelefonat gemeinsam Bewerbungen geschrieben, Fragen beantwortet und es wird Unterstützung bei Problemen angeboten.

Das Kinder- und Jugendparlament führt die Zusammenkünfte der Arbeitsgemeinschaften und Treffen beziehungsweise Aktionen ebenfalls digital durch. „Natürlich lassen sich nicht alle Angebote digital übertragen“, erläutert Regina Kleff.

Andere Formate wie eine Challenge oder Quiz-Fragen seien hinzugekommen, um den Kontakt zu halten. Töpfern oder Erlebnispädagogik sind dagegen nicht möglich. Regina Kleff betont: „Doch dem dringendsten Anliegen der Jugendlichen, dem Bedürfnis nach Austausch, kann die Jugendarbeit trotz Corona in digitaler Form gerecht werden.“

Online-Treffen und persönlicher Kontakt

  • Die Zugangsdaten zum Online-Treffen der Jugendzentren können über die Social-Media-Kanäle der Jugendzentren angefordert werden. Auch Wünsche, was beim nächsten Online-Treffen gespielt oder welche Challenge ausprobiert werden soll, können über die Kommentarfunktionen geäußert werden.
  • Das Einverständnis der Erziehungsberechtigten muss für die Teilnahme an der Videokonferenz vorliegen.
  • Wer lieber ein Gespräch unter vier Ohren mit einem Betreuenden der Jugendzentren führen möchte, für den gibt es individuelle Gesprächsangebote.
  • Das Trafo-Team ist unter anderem per WhatsApp unter 0157 3563 0681 oder über seinen Instagram-Kanal zur Terminvereinbarung erreichbar
  • das D-Town-Team über Facebook und Instagram sowie an Wochentagen von 10 bis 16 Uhr unter Tel. (02305) 4458391
  • das BoGi’s-Team via Facebook oder Instagram sowie unter Tel. (02305) 891029 und per E-Mail unter jugendzentrumbogis@castrop-rauxel.de
Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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