Die Untersuchung, ob eine Mutation des Coronavirus vorliegt ist sehr zeitaufwendig. © Martin Klose
Corona-Pandemie

Tests auf Virus-Mutation am EvK: Erste Fälle im Ruhrgebiet bereits bekannt

Im Ev. Krankenhaus lässt der Kreis auf eine mögliche Mutation des Coronavirus testen, ein zeitaufwendiges Vorhaben. Aber dringend, da es bereits erste Fälle mit einer Mutation im Ruhrgebiet gab.

Der Corona-Ausbruch am Evangelischen Krankenhaus (EvK) hat innerhalb kürzester Zeit größere Ausmaße angenommen. 41 Patienten sind mit dem Virus erkrankt, 73 Mitarbeiter in Quarantäne (Stand: 25. 1.). Mittlerweile testet das Gesundheitsamt darauf, ob hier möglicherweise eine Mutation des Virus aufgetreten ist.

„In der Regel werden im Kreis Recklinghausen ohnehin fünf bis zehn Prozent aller Coronatests auf ein mögliches Vorkommen der Mutante untersucht“, erklärt Lena Heimers, Pressesprecherin des Kreises. „Hat das Gesundheitsamt jedoch einen Verdacht, wie hier im Fall des EvK testen wir natürlich noch einmal gesondert auf mögliche Mutationen.“

Testungen auf Mutationen dauern länger

Bis jedoch die Testergebnisse vorliegen, kann es noch etwas dauern. „Die Testung auf mögliche Mutationen ist komplexer als der normale Nachweis nach einer Infektion“, erklärt Heimers. Bestimmte Gen-Sequenzen müssten genau verglichen und katalogisiert werden. Zumal nicht nur auf die britische Variante, sondern auch auf die südafrikanische und auf womöglich bereits noch unbekannte Mutationen geprüft wird.

Mit klaren Antworten ist daher erst in ein paar Tagen zu rechnen. Schließlich möchte man in so einem Fall besonders sorgsam sein, wäre es doch das erste Aufkommen einer Corona-Mutation im Kreis Recklinghausen, sagt Lena Heimers.

Südafrikanische Variante bereits in Bottrop aufgetreten

In unmittelbarer Nähe der Kreisgrenze sind jedoch bereits Fälle mit der südafrikanischen Mutante festgestellt worden. Ein Familienvater aus Bottrop war vor Weihnachten geschäftlich in Südafrika gewesen.

Trotz eines negativen Testergebnisses bei der Einreise und anschließender häuslicher Quarantäne habe der Mann kurze Zeit darauf Corona-typische Symptome gezeigt. Auch drei Familienmitglieder erkrankten in dieser Zeit.

Genauere Tests ergaben am 12. Januar dann, dass die Familie die südafrikanische Mutation B 1.326. hatte. Mittlerweile sind der Mann und seine Familie jedoch wieder genesen.

Britische Mutante auch in NRW nachgewiesen

Auch die britische Variante ist bereits in NRW aufgetreten. Alles in allem sind die Mutationen in Nordrhein-Westfalen schon relativ häufig verbreitet. Der britische Typ B117 wurde hier in bereits 37 Fällen nachgewiesen, unter anderem in Köln, Leverkusen und Krefeld.

Der südafrikanische Typ B1351 wurde insgesamt fünfmal nachgewiesen. Neben den vier Fällen in Bottrop ist auch noch eine weitere Erkrankung in Gütersloh bekannt. Alles in allem sind bislang zehn Städte und Landkreise betroffen.

Es wird angenommen, dass die britische Mutante 50 bis 70 Prozent ansteckender ist als das herkömmliche Coronavirus. Ebenso geht man auch bei der südafrikanischen Variante von einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus.

Über den Autor
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Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
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Kevin Kallenbach

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