Noch bleiben viele Betten im Evangelischen Krankenhaus ungenutzt. © EvK Castrop-Rauxel
Coronavirus

Trotz vieler Corona-Fälle: Ab Montag soll Betrieb im EvK wieder hochfahren

Noch gilt der Aufnahmestopp. Wegen des Corona-Ausbruchs sind die Stationen im Evangelischen Krankenhaus nur zu 30 Prozent belegt. Das soll sich schon bald ändern – aus zwei Gründen.

Viele Corona-Patienten im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel (EvK), viele Mitarbeiter in Quarantäne: An einen normalen Betrieb ist nicht zu denken, seitdem sich in der Klinik ein Corona-Hotspot entwickelt hat. Und doch ist der genau wieder gefragt. Es sei denn, die Politik reagiert.

Noch sind viele Stationen leer, die Auslastung beträgt zurzeit 30 Prozent. Auch in der Intensivstation werden zeitweise Betten nicht belegt, weil Pflegekräfte fehlen. Am Donnerstag (28.1.) werden 42 Patienten stationär behandelt, zwei davon in der Intensivstation, einer muss beamtet werden.

Dennoch: „Wir werden den Betrieb ab Montag langsam wieder hochfahren“, sagt Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Ev. Krankenhausgemeinschaft. Seit dem Coronaausbruch im EvK, der am 18. Januar wahrscheinlich von der Intensivstation ausging, sind dann zwei Wochen vergangen. Bereits am Mittwoch (27.1.) hatten sich 10 der 73 Mitarbeiter, die da noch in Quarantäne waren, zurückgemeldet. Weitere sollen folgen.

Für wirtschaftlichen Betrieb müssen Patientenzahlen hochgehen

Der Betrieb muss laufen, wenn das Krankenhaus wirtschaftlich arbeiten will. Immerhin 900 Mitarbeiter sind hier in Castrop-Rauxel beschäftigt. Für Löhne und Gehälter für die gesamte Evangelische Krankenhausgemeinschaft mit allen Standorten werden jeden Monat zwölf Millionen Euro gezahlt, so Verwaltungsdirektor Gerhard Glock. „Da kann ein Bett nicht einfach so leer bleiben.“

Normalerweise hat das EvK Castrop-Rauxel, so Heinz-Werner Bitter, eine durchschnittliche Auslastung von 83 Prozent. Damit könne man wirtschaftlich sein. Doch seit Beginn der Corona-Pandemie ist alles anders. Vor allem im vergangenen Frühjahr hielten die Krankenhäuser bundesweit viele Betten frei.

Die wurden in der Menge gar nicht gebraucht. Hilfe kam damals über den Rettungsschirm 1 der Bundesregierung. Einnahmerückgänge wurden pauschal mit 560 Euro je fehlendem Krankenhaustag ausgeglichen. Später wurde die Summe nach Größe des Hauses verändert.

Vom Rettungsschirm 2 profitierten nicht mehr alle Kliniken

Und der Rettungsschirm 2, der im November beschlossen wurde, bedachte nur Kliniken mit niedrigen freien Kapazitäten bei Intensivbetten und bei einer hohen Wocheninzidenz in Kreis oder Stadt.

Das EvK hat davon profitiert. Fast immer. „Drei Tage im Januar wurden nicht gerechnet“, so Gerhard Glock. Aber: „Zum 31. Januar läuft der Rettungsschirm aus“, so Geschäftsführer Bitter. „Ohne den Rettungsschirm sind die Krankenhäuser in Liquiditätsschwierigkeiten“, sagt er. 25 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland hätten diese Problematik.

Er fordert: „Es bedarf einer kurzfristigen politischen Entscheidung.“ Ansonsten müsse auch das EvK zum normalen Behandlungsalltag zurückkehren, sollen auch planbare Operationen wieder stattfinden. Noch sind viele Stationen leer. In der gynäkologischen Station liegen, streng getrennt von allen anderen Patienten, zurzeit alle Männer und Frauen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Erste konnten bereits entlassen werden.

Rettungsdienste sollen auch wieder das EvK anfahren können

Es gibt einen zweiten Grund, wieder mehr Patienten aufzunehmen. Beim jetzigen Aufnahmestopp fahren auch die Rettungsdienste das EvK nicht mehr an. Auch das Krankenhaus Recklinghausen-Süd ist wegen vieler Corona-Fälle im Notbetrieb. Andere Häuser in der Region sind ebenfalls betroffen. Auf Kreisebene sei man im ständigen Kontakt, sagt Heinz-Werner Bitter. Auch mit der Feuerwehr in Castrop-Rauxel sei man im Austausch. Auch hier will man ab 1. Februar wieder starten, um die anderen Krankenhäuser zu entlasten.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.