Die Zahl der Todesfälle ist in Castrop-Rauxel 2020 geringer gewesen als im Jahr davor. © picture alliance / dpa
Coronavirus

Weniger Todesfälle in Castrop-Rauxel trotz der Corona-Pandemie

In Castrop-Rauxel sind im Jahr 2020 weniger Menschen gestorben als 2019. Wie kann das sein, gerade in Bezug auf die Corona-Pandemie? Wir analysieren die Zahlen.

Die Corona-Pandemie führt zu vielen Todesfällen, das ist Fakt. Im Kreis Recklinghausen sind allein 501 Menschen (Stand: 26.1.2021) am oder mit dem Coronavirus gestorben. In Castrop-Rauxel waren es 29 Personen.

Viele Menschen fragen sich, ob das eine signifikant hohe Zahl an Verstorbenen ist. Für Castrop-Rauxel lässt sich anhand der Statistik nur sagen: nein. Das belegen Zahlen der städtischen Einwohner-Fortschreibung. Im Jahr 2019 starben 1063 Castrop-Rauxeler. Im Jahr 2020 waren es 998, also 65 Menschen weniger. Die Zahl der Corona-Toten in Castrop-Rauxel lag bis zum 31.12.2020 bei 13 (heute liegt sie bei 29). Zum Vergleich: Im Jahr 2018 gab es 962 bei der Stadt verzeichnete Todesfälle, also deutlich weniger als 2020. Die Zahlen schwanken also.

Krebserkrankungen gelten generell als die zweithäufigste Todesursache (etwa ein Viertel), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (etwa ein Drittel) als häufigste. Dritthäufigste Todesursache im Jahr 2018 waren Lungenerkrankungen mit etwas unter zehn Prozent. Dort werden sich auch Covid-19-Todesfälle eingruppieren. Mit einer amtlichen Statistik für den Kreis Recklinghausen ist aber erst in einigen Monaten zu rechnen.

Übersterblichkeit deutschlandweit nachgewiesen

Was sagen uns lokale Zahlen über die Gefahr, die das Coronavirus bedeutet? Nichts. Denn: Das Urteil des Statistischen Bundesamtes ist eindeutig. Es gibt eine Übersterblichkeit. Fast ein Drittel mehr Menschen als im Durchschnitt der Vorjahre starb in Deutschland im letzten Quartal des Jahres 2020. Nach vorläufigen Ergebnissen gab es in der 52. Kalenderwoche (21. bis 27. Dezember 2020) mindestens 24.470 Todesfälle, 31 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Außerdem gilt: Die Zahl der Corona-Toten ist vor allem im Januar 2021 ganz besonders hoch. Zu erwarten ist, dass die Übersterblichkeit für den Januar weiter steigt. Die Zahlen gibt es aber frühestens Ende Februar.

Und: Wir wissen nicht, wie sich die Sterbefälle ohne Lockdown- und Regulierungsmaßnahmen gegen die Pandemie entwickelt hätten. Anzunehmen ist, dass bei einem höheren Kontaktegrad ohne jegliche Maßnahmen die Intensivstationen der Kliniken schnell voll gewesen wären und man Triage-Entscheidungen hätte treffen müssen. Dann wäre die Todesziffer wahrscheinlich weit höher ausgefallen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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