Melanie (v.l.), Emilia, Leon und Björn Teubner aus dem Dortmunder Westen haben einen Ausflugstipp für alle, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt. © Frederike Schneider
Ausflüge

Wildgehege Grutholz zu voll? Familie gibt Ausflugtipp gegen Corona-Koller

Während des Lockdowns kann besonders Familien die Decke auf den Kopf fallen. Daher zieht es viele in die Wälder. Wir haben mal nachgeschaut: Wie voll ist an einem Samstag im Wildgehege Grutholz?

Wie voll ist es am Wochenende am Wildgehege im Grutholz in Castrop-Rauxel? Revierförster Matthias Klar hat beobachtet, dass sich seit Monaten viel mehr Menschen als sonst im Grutholz, im Castroper Holz und in anderen Wäldern aufhalten. Wegen des Lockdowns. Die Autorin des Textes hat vor Ort nachgesehen. Mit ihren jüngeren Schwestern war sie am Samstag (23.1.) im Grutholz unterwegs.

Am Wildgehege angekommen, wird schnell klar: Die Autos kommen aus allen möglichen umliegenden Städten. Allen voran: die Dortmunder. Es folgen: Herne, Bochum, Coesfeld.

Wenig Parkmöglichkeiten

Sie alle haben ein Problem: Wenige Parkplätze sind an diesem Samstagnachmittag frei. Also werden mehrere Runden gedreht, bis die Familienkutsche einen Platz gefunden hat.

Es sind insbesondere Familien mit Kindern unterwegs. Die Kinder sehen aus wie kleine Michelin-Männchen, so dick sind sie eingepackt. Immerhin ist es auch um die 5 Grad kalt.

Auch im Wald gilt: Abstand halten.
Auch im Wald gilt: Abstand halten. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

„Wo sind die Rehe, Freddy?“, fragen mich meine Schwestern Paula (10) und Greta (8). „Wir wollen die Rehe füttern.“ Es soll das Highlight des Tages werden. Genau genommen handelt es sich um Damwild und Sika-Hirsche. Aber weit mehr Menschen halten die Tiere einfach nur für Rehe.

Erst müssen wir am Spielplatz vorbei. Und da steppt der Bär. Viele Kinder haben ihren Spaß, Eltern stehen mit Masken und Abstand zueinander und beobachten ihren Nachwuchs.

Der Spielplatz im Grutholz war am Samstag gut besucht.
Der Spielplatz im Grutholz war am Samstag gut besucht. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Einer Mutter ist das Treiben auf dem Spielplatz zu viel. „Ist zu voll. Komm, wir gehen“, sagt sie zu ihrer Tochter, die ihr am Arm hängt und „Nein, nein, nein“ weint.

Lieber einen Spaziergang machen

Darauf angesprochen, sagt die Frau, dass sie mit ihrer Tochter lieber „durch die Siedlung“ spazieren gehen wolle. Lange reden können wir nicht, der Protest der Tochter ist zu lautstark. Spazierengehen scheint für die Kurze zu langweilig zu sein.

Greta (8) und Paula (10) kaufen Futter für die Rehe.
Greta (l., 8) und Paula (10) kaufen Futter für die Rehe. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Am Futterautomaten angekommen, werfen wir einen Euro hinein. Wir bekommen zwei Futterpackungen ausgeworfen. Jetzt fehlen nur noch die Tiere. Sie scheinen sich versteckt zu haben.

Ausflug-Tipp für Familien

Auf der Suche nach den Tieren treffen wir Familie Teubner aus dem Dortmunder Westen. Die vierköpfige Familie unternimmt in der Corona-Pandemie viele Ausflüge und hat auch einen Tipp für diejenigen, denen das Treiben auf dem Spielplatz im Grutholz zu bunt ist. „Das Wildgehege Hohenstein in Witten finden wir sehr schön“, sagt Melanie Teubner.

Der Eintritt ist frei, nur muss der Streichelzoo wegen der Pandemie geschlossen bleiben. Doch das Schwarzwild- und Damwildgehege kann jederzeit besucht werden.

Gaaanz hinten im Gehege verstecken sich die Tiere. Sie sind kaum zu erkennen.
Gaaanz hinten im Gehege verstecken sich die Tiere. Sie sind kaum zu erkennen. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Die „Rehe“ im Grutholz scheinen satt zu sein. Sie zeigen sich auch nicht wirklich. „Schade“, finden das die Schwestern. Ihr übriggebliebenes Futter verschenken sie an andere Kinder oder geben es in den Futtertrog.

Wieder am Spielplatz angekommen, wird klar, warum die Tiere keinen Hunger mehr hatten. Wir treffen Leonie (5), die erzählt: „Die Rehe haben all mein Futter gegessen.“ Das nächste Mal kommen wir eher – vor Leonie.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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